„Vögel des Glücks“ im Oldenburger Münsterland

Auf ihrem Weg zu den Winterquartieren machen wieder tausende von Kranichen im Oldenburger Münsterland Station. (Foto Ralf Luczyk/Pixelio)
Auf ihrem Weg zu den Winterquartieren machen wieder tausende von Kranichen im Oldenburger Münsterland Station. (Foto Ralf Luczyk/Pixelio)

In den kommenden Wochen wird das Goldenstedter Moor wieder Schauplatz eines spektakulären Naturschauspiels. Tausende von Kranichen machen denn in diesem Teil des Oldenburger Münsterlandes Station auf ihrem Weg in die Winterquartiere. Besonders gut beobachten lassen sich die Tiere, wenn sie abends ihre Schlafplätze anfliegen. Das Naturschutz- und Informationszentrum (NIZ) in Goldenstedt bietet dazu im Oktober und November wieder geführte Wanderungen an.

Das Goldenstedter Moor gehört zur Diepholzer Moorniederung, die sich in den letzten Jahren zu einem der größten Kranich-Rastplätze in Deutschland entwickelt hat, ähnlich bedeutsam wie die Rügen-Bock-Region an der Ostseeküste oder das brandenburgische Rhin- und Havelluch. 1999 tauchten im Goldenstedter Moor die ersten Kraniche auf, ein kleiner Trupp nur, der offenbar vom Weg abgekommen war. Ganz schlecht scheint es den Tieren nicht gefallen zu haben, der Wiedervernässung sei Dank. Jedenfalls werden es seither von Jahr zu Jahr mehr. Im vergangenen Jahr wurden allein hier über 21.000 Kraniche gezählt.

Kraniche auf Wiese nahe Goldenstedter Moor. (Foto Wolfgang Stelljes)
Kraniche rasten auf einer Wiese nahe dem Goldenstedter Moor. (Foto Wolfgang Stelljes)

Stetig gewachsen ist auch die Zahl der Kranich-Fans. Allabendlich versammeln sie sich am Rande einer flachen Ebene, aus der junge Birken und – in weiter Ferne – ein paar Torfberge emporragen. Anfangs sieht man am Horizont vielleicht nur ein paar kleine schwarze Punkte, die sich jedoch mehr und mehr zu langen dunklen Schlangen oder dichten Wolken formieren.

Immer stärker erfüllt der Ruf des Kranichs, oft als trompetend beschrieben, die Luft. Die Tiere landen in sicherer Entfernung. Sie schlafen mitten im Moor, stehend und umgeben von knietiefem Wasser, zum Schutz vor natürlichen Feinden wie dem Fuchs. Tagsüber sind die „Vögel des Glücks“ auf umliegenden Ackerflächen auf Nahrungssuche. Dort kann man sie aus gebotener Distanz gut beobachten.

Mit ihrem Formationsflügen begeistern die Kraniche nicht nur ausgewiesene Vogelliebhaber. (Foto Wolfgang Stelljes)
Mit ihrem Formationsflügen begeistern die Kraniche nicht nur ausgewiesene Vogelliebhaber. (Foto Wolfgang Stelljes)

Ganz aus der Nähe lässt sich der zweitgrößte Zugvogel (nach dem Storch) noch bis Ende Oktober an Wochenenden im Naturschutz- und Informationszentrum in Goldenstedt betrachten – auf großformatigen Aufnahmen des Naturfotografen Carsten Linde. Abendliche Führungen bietet das Zentrum noch mindestens bis zum 15. November an. Weitere Informationen unter www.oldenburger-muensterland.de.