Von 3. April 2013 Mehr →

Himmlischer Kater in Las Vegas

Sorgt in 45 Minuten für Ernüchterung: Der Ausnüchterungsbus in Las Vegas. (Foto: Hangover-Heaven)

Sorgt in 45 Minuten für Ernüchterung: Der Ausnüchterungsbus in Las Vegas. (Fotos: Hangover-Heaven)

Einen besonderen Service für Zocker, die dem Alkohol nicht abgeneigt sind, bietet ein Bus im Glücksspielparadies Las Vegas, wo Säufer binnen 45 Minuten ihren Kater los sein sollen. 

Gründe, sich einen hinter die Binse zu gießen, gibt es viele. Vor allem im Spielerparadies Las Vegas, wenn Glücksgöttin Fortuna einem ausnahmsweise mal nicht wie gewünscht zugezwinkert hat, und sich das Portemonnaie noch schneller geleert hat, als das erste Bierglas beim anschließenden Besäufnis. Mit der Erkenntnis, dass in der Wüste von Nevada die Träume vom großen Geld fast immer auf Sand gebaut sind, kommt häufig der Durst. Was nicht nur an der Hitze liegt.

Durchaus komfortabel eingerichtet ist der Ausnüchterungsbus, auch wenn den meisten wohl nicht der Kopf danach steht.

Durchaus komfortabel eingerichtet ist der Ausnüchterungsbus, auch wenn den meisten wohl nicht der Kopf danach steht.

Vielmehr möchte manch einer seinen Frust über den Verlust des sauer verdienten Geldes oder die Enttäuschung darüber, dass die erste Million wohl noch ein bisschen auf sich warten lässt, ertränken. Ein Ansatz, dem spätestens am nächsten Morgen die Ernüchterung folgt. Oft dazu noch verbunden mit einem formidablen Kater. Und so weiß manch einer nach durchzechter Nacht nicht mehr, wo im der Kopf steht, mitunter sogar auch nicht, wo er selber gerade steht.

Doch in Las Vegas ist seit einigen Wochen die Hilfe nicht weit, kommt auf Wunsch sogar gezielt angerollt, um den verhinderten Glückritter mit Brummschädel aufzunehmen. „Hangover Heaven“, was übersetzt etwa so viel wie „himmlischer Kater“ heißt, nennt sich hellblauer Bus, in dem die Verkaterten binnen einer Dreiviertelstunde der Hölle in ihrem Kopf entkommen können. So zumindest verspricht es der Erfinder und Betreiber des „Katermobils“, Dr. Jason Burke.

Ruhe, bitte! Potenziuelle Brummschädel an Bord.

Ruhe, bitte! Potenziuelle Brummschädel an Bord.

Mit Kochsalzlösungen und gezielter Vitaminzufuhr haucht der Anästhesist den alkoholisierten Kunden intravenös neues Leben ein, während diese sich in den Loungemöbeln oder einem der sechs Doppelstockbetten des „Hangover Heavens“ zurücklegen und mit Chill-out-Musik entspannen. Schon nach 20 Minuten sollen sich nach Aussage Burkes die Gäste deutlich besser fühlen und nach 45 Minuten seien 95 Prozent der Patienten schmerzfrei. In ganz schlimmen Fällen kommt der Doktor für 500 Dollar sogar ins Hotelzimmer – wobei der Bus natürlich draußen bleibt.

Irgendwie eine schöne Idee: Ausnüchterungsbus statt Ausnüchterungszelle, auch wenn bei dem einen oder anderen dieser dumpfe Schmerz im Kopf schnell wieder kommen könnte, wenn Dr. Jason Burke anschließend die Rechnung für seine Dienste präsentiert. Denn die  ärztliche Katerbehandlung schlägt je nach schwere des Falles und Behandlungsart mit 90 bis 200 US-Dollar zu Buche. Aber was soll es, dann muss man halt beim nächsten Casino-Gang einfach etwas mehr gewinnen.


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