Von 21. April 2016 Mehr →

Aletschgletscher – Wandern im ewigem Eis

Wunderbar wanderbar: der Große Aletschgletscher von Moosfluh aus gesehen. (Fotos Valais Wallis Promotion)

Wunderbar wanderbar: der Große Aletschgletscher von Moosfluh aus gesehen. (Fotos Valais Wallis Promotion)

Es ist ein Bild von majestätischer Erhabenheit, das von den Aussichtspunkten Moosfluh, Eggishorn oder Bettmerhorn im Kanton Wallis zu bestaunen ist: der Große Aletschgletscher, ein UNESCO Weltnaturerbe und mit 23 Kilometern der längste Gletscher der Alpen. 27 Milliarden Tonnen Eis fließen mit einer Geschwindigkeit von rund 200 Metern pro Jahr ganz gemächlich talwärts. Würde es vollständig auftauen, könnte jeder Mensch auf der Erde viereinhalb Jahre lang täglich einen Liter davon trinken. Auf dem Konkordiaplatz an der Südflanke von Eiger, Mönch und Jungfrau vereinen sich drei mächtige Firnströme zu einem bis zu 900 Meter dicken Eisstrom, der auf dem Weg ins Tal eine langgezogene Kurve beschreibt.

WALLIS - Der Aletschgletscher im Kanton Wallis ist der laengste Gletscher der Alpen und gehoert zum ersten UNESCO Welterbe der Alpen. The Aletsch Glacier in the canton of Valais, the longest glacier in the Alps, is one of the first UNESCO world nature heritage sites in the Alps. Le glacier d'Aletsch, en Valais, est le plus long glacier des Alpes et fait partie du premier Patrimoine Mondial de la Nature de l'UNESCO. Copyright by: Valais/Wallis Promotion By-Line: Valais/Wallis Promotion/Thomas Andenmatten

Der Aletschgletscher im Kanton Wallis ist der längste Gletscher der Alpen und gehört zum UNESCO Welterbe.

Wo die Gletscherzunge auf rund 1.560 Metern Höhe über dem Meer in die wild zerklüftete Massaschlucht mündet, gibt es einen ganz speziellen Standort für Schwindelfreie: Von der 124 Meter langen Hängebrücke Belalp-Riederalp haben Wanderer den besten Blick auf das Gletschertor, aus dem das milchige Schmelzwasser in die Schlucht strömt. Zwischen den steil aufragenden Felswänden wirkt die 2008 eröffnete Brücke ausgesprochen luftig und grazil. Wenn sie beim Überschreiten der Schlucht in 80 Metern Höhe unter den Tritten schwingt, stellt sich ein ziemlich kribbeliges Gefühl in der Magengegend ein. Mittlerweile haben schon über 30.000 Wanderer die Mutprobe bestanden.

Eindrucksvolle Naturerlebnisse hat die Aletsch Arena als Teil des UNESCO-Welterbes Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch noch viel mehr aufzuwarten. Über 300 Kilometer Wanderwege führen durch diese besonders schützenswerte Landschaft rund um den gewaltigen Eisstrom. Ob auf der hochalpinen Klettertour oder auf einem barrierefreien Wanderweg – der Blick auf die grandiose Bergkulisse von über 40 Viertausendern ist immer dabei. Wer dem ewigen Eis ganz nahe kommen will, kann in Begleitung eines Bergführers die blau schimmernden Eishöhlen erkunden. Der Rückweg führt durch den unter Naturschutz stehenden Aletschwald zwischen uralten Arven (Zirben) hindurch, die bis zu 900 Jahre alt sind.

Von der 124 m langen Hängebrücke Belalp-Riederalp haben Wanderer den besten Blick auf das Gletschertor.

Von der 124 m langen Hängebrücke Belalp-Riederalp haben Wanderer den besten Blick auf das Gletschertor.

Die Gäste der Walliser Ortschaften Fiescheralp, Bettmeralp und Riederalp können sich alpiner Ruhe und Beschaulichkeit erfreuen, denn die sonnigen Terrassen, auf denen die drei autofreien Orte liegen, sind nur mit drei Seilbahnen vom Rhonetal aus erreichbar. Kein Autolärm stört zwischen „urchigen“ Walliserhäusern, Chalets und Hotels. Dem jungen Winston Churchill war das trotzdem nicht ruhig genug, als er auf der Riederfurka in der mondänen Fachwerkvilla des englischen Bankiers Sir Ernest Cassel zu Gast war.

In der geschichtsträchtigen Villa Cassel ist heute das Pro Natura Zentrum Aletsch untergebracht.

In der geschichtsträchtigen Villa Cassel ist heute das Pro Natura Zentrum Aletsch untergebracht.

Von den Kuhglocken fühlte sich Young Churchill derart gestört, dass er lauthals auf die Hirten einschimpfte – auf Englisch und daher ohne Erfolg. Sir Ernest löste das Problem wesentlich pragmatischer mit einem kleinen Trinkgeld, für das die Senner etwas Heu in die Glocken stopften. Heute residiert in der Villa Cassel das Pro Natura Zentrum Aletsch, welches in diesem Jahr sein 40 jähriges Jubliläum feiert. Keiner der Besucher hat sich jemals über das Glockengeläute beschwert, im Gegenteil, es gehört zur Walliser Bergwelt einfach dazu. Weitere Informationen unter www.wallis.ch.


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