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Von 19. Oktober 2016 Mehr →

Tag der Toten in Quito: Feiern auf dem Friedhof

Ein unverzichtbaren Essgenuss am Tag der Toten in Ecuador: das Hefegebäck Guagua de Pan.

Ein unverzichtbaren Essgenuss am Tag der Toten in Ecuador: das Hefegebäck Guagua de Pan.

An jedem zweiten November werden in Quito und anderen Städten von Ecuador die Gräber der Vorfahren mit Blumen, bemalten Kreuzen, Bildern und Karten dekoriert, um den  Tag der Toten, den Día de los Difuntos, zu feiern. Am frühen Morgen finden sich Tausende Menschen auf den Friedhöfen ein und erinnern an ihre verstorbenen Familienmitglieder und Freunde mit Gebeten, Mahnwachen und Liedern. Mit dem beliebten Feiertag sind Jahrhunderte alte indigene Riten mit Elementen des katholischen Glaubens verschmolzen.

Am Tag der Toten erinnern Tausende Menschen auf den Friedhöfen an ihre verstorbenen Familienmitglieder.

Am Tag der Toten erinnern Tausende Menschen auf den Friedhöfen an ihre verstorbenen Familienmitglieder.

Die ältesten Städte in Ecuador haben bereits vor der Ankunft der Spanier den Tag der Toten gefeiert, allerdings wurde das Fest danach christianisiert. Heute werden in den Straßen in der Nähe der Friedhöfe Blumen und Gebetskarten verkauft. Auch finden sich dort viele Essensstände, die typische kulinarische Köstlichkeiten wie Colada Morada und Guaguas de Pan verkaufen.

Colada Morada, ein traditionelles Getränk am Tag der Toten, hat seinen Ursprung in der indigenen Kultur und wird aus schwarzem Mais, Heidelbeeren, Brombeeren, Ananas, Orangen sowie weiteren Früchten und Kräutern hergestellt. Dazu essen die Ecuadorianer Guagua de Pan, ein süßes Hefeteiggebäck in Form eines Babys. Die Herstellung und das Verspeisen von Guaguas de Pan – guagua bedeutet in der präkolumbianischen Sprache Quechua Baby – ist ein indigener Brauch, um der Vorfahren und der Verstorbenen zu gedenken, speziell der Kinder. Der Ursprung der Tradition liegt im neunzehnten Jahrhundert, heute werden die Guaguas de Pan noch mit Guaven, Feigen, Schokolade, Rosinen und Vanillesoße oder Tomaten gefüllt.

Am Friedhof von Calderón, etwas außerhalb von Quito, besuchen indigene Gemeinschaften jedes Jahr in Gedenken an ihre Vorfahren deren Gräber und genießen gemeinsam deren Lieblingsgerichte. Mit diesem Ritual ehren die Quiteños ihre Verstorbenen. Gleichzeitig handelt es sich um eine Form der Kommunikation, denn man geht davon aus, dass der Verstorbene nun ein ähnliches Leben führt, wie zu Lebenszeiten.

Archiviert unter Amerika, Ecuador