Von 14. Januar 2020 Mehr →

Essen wie Gott in Italien in der Emilia Romagna

Emilia Romagna

Schmackhaftes Genussduo aus der Emilia Romagna: Parmesan und Balsamico.

Der Bauch Italiens, das Tal des Essens oder La Grassa – „die Fette“, wie Bologna gern liebevoll genannt wird: die Emilia Romagna und ihre berühmten Städte haben viele und vor allem vielsagende Beinamen. Das Bemerkenswerte daran: alle davon tragen sie vollkommen zu Recht, denn die fruchtbare Region im südlichen Norden Italiens ist Heimat einiger der besten und weltweit einzigartigen Spezialitäten. Ohne Bologna keine Bolognese, der Parmaschinken kommt nur aus – Überraschung – Parma und beim Parmesan sieht es nicht anders aus. Und wer einmal den traditionell hergestellten und einzig originalen Aceto Balsamico aus Modena gekostet hat, der wird sich mit weniger kaum noch zufrieden geben.

Heimat von Genuss und Gastfreundschaft

Emilia Romagna

Weiterer berühmten Genussbotschafter aus der Emilia Romagna: der Parma-Schinken.

Man muss schon sehr lange suchen – und wird vermutlich nicht fündig werden – um eine Region zu finden, die auch nur annähernd so viele weltberühmte kulinarische Klassiker hervorgebracht hat, wie die Emilia Romagna im Norden Italiens. Mit ihren weinbewachsenen Hügeln und dank fruchtbarer Böden ist die Region nicht nur landschaftlich beeindruckend, sondern bietet außerdem ideale Bedingungen für die heimische Tier- und üppige Pflanzenwelt. Kein Wunder also, dass viele typisch italienischen Produkte und Rezepte hier ihren Ursprung haben. Und so wird zum Beispiel ein Spaziergang über einen der Märkte in Parma schnell zur kulinarischen Erlebnisreise im Kleinformat.

Der Parma-Schinken ist eines der berühmtesten Exportgüter der Region.

Eine unglaubliche Frische, dazu leuchtende Farben und köstliche Aromen vermischen sich hier zu einem Fest der Sinne, das diesen Namen wirklich einmal verdient. So lassen einem die zum Reinbeißen saftigen, Ochsenherztomaten das Wasser im Munde zusammenlaufen. Mit ihrer tollen Form und dem satten, natürlichen Rot müssen sie sich vielleicht nur dem benachbarten Basilikum geschlagen geben, der kaum knackiger und gesünder grünen könnte als hier.

Parmesan, Parmaschinken, Pasta

Auch exzellente Trauben gedeihen in der Region im Norden von Italien.

Immer einen Besuch wert sind auch die kleinen, bis unter die Decke mit allerlei Köstlichkeiten vollgestopften Spezialitätengeschäfte, die in den engen Gassen der Altstadt auf Kundschaft warten. Mit viel Liebe zum Detail und spürbarem Respekt gegenüber den kulinarischen Schätzen der Region gibt es hier alles, was die Emilia Romagna zu bieten hat: vom edlen Parmesan über selbstgemachte Pasta in allen Varianten bis zum – natürlich – Parmaschinken.

Nicht minder berühmt als der Parma-Schinken ist der Balsamico.

Hier stört nichts die Konzentration aufs Wesentliche: die Qualität der Produkte, die auch in den zahlreichen und immer lebhaften Trattorien und Osterien immer im Mittelpunkt der Gerichte stehen. Ob in Parma, Bologna oder Modena – das Wissen um Herstellung und Zubereitung wird oft seit Jahrhunderten wie ein Schatz von einer Familiengeneration an die nächste vererbt, wobei jede ihren speziellen Beitrag leistet, um das Beste immer noch ein wenig besser zu machen. Die Leidenschaft für gutes Essen und ein Bewusstsein für die Qualität und Herkunft der Zutaten liegen den Italienern der Emilia Romagna wohl einfach im Blut. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Landstrich von unglaublich gastfreundlich gesinnten Menschen bewohnt wird, die zu Recht stolz sind auf ihre kulinarische Tradition.

Balsamico – ein Original der Emilia Romagna

Ähnlich wie Wein wird der Balsamico in riesigen Fässern eingelagert.

Eine dieser Familien, die das Erbe der Region bis heute prägen und die Kultur der Gastfreundschaft mit dem gleichen Herzblut leben wie die unbedingte Leidenschaft für ihr Produkt, ist Familie Mazzetti aus Modena. Weit über die Grenzen Italiens hinaus steht der Name für den originalen Aceto Balsamico di Modena und verbürgt dessen traditionelle Herstellung. Die beginnt mit der Wahl der richtigen Zutaten und endet mit der vom erfahrenen Blendmeister überwachten Reifung in einer Kaskade kleiner werdender, aus verschiedenen Hölzern gearbeiteten Fässern. Eingekochter, karamellisierter Traubenmost aus roten Lambrusco und weißen Trebbiano Trauben bilden die Grundlage für alle weiteren Verarbeitungsschritte.

Die Qualität des Balsamico wird sorgfältig überwacht.

Für die braucht es, je nach Qualität des angesetzten Balsamicos, viel Geduld und noch mehr Erfahrung. Von beidem findet man bei Mazzetti mehr als genug, denn schließlich ist man sich der Verpflichtung gegenüber der kulinarischen Tradition vollauf bewusst.

Milde Süße und feine Säure

Auch beim Picknick mit italienischen Zutaten darf der Balsamico nicht fehlen.

Ein Besuch in der Emilia Romagna wäre jedenfalls nicht wirklich vollkommen, ohne zumindest einmal vor Ort – pur oder als Beigabe in einem der herrlichen Gerichte – vom „Schwarzen Gold der Könige“ gekostet zu haben, wie der Balsamico früher oft genannt wurde. Sein unverkennbarer, perfekt zwischen milder Süße und feiner Säure ausbalancierter Geschmack bleibt natürlich nicht ewig auf der Zunge – als Reiseerinnerung aber hoffentlich für immer im Gedächtnis.

Frische Zutaten finden sich beim Rundgang über die Märkte der Emilia Romagna. – Fotos Mazzetti L´Originale

Wer mag, kehrt in eine der typischen Trattorien ein, die überall auf den quirligen Plätzen der Städte und Dörfer zu finden sind. Aber natürlich geht es auch eine Spur ruhiger. Zum Beispiel bei einem Picknick inmitten der sanften Hügel rund um Modena. Phänomenal ist hier nicht nur der Geschmack der mitgebrachten Spezialitäten, sondern auch die Nähe zur umgebenden Natur, die nicht weniger als ihre traumhaft schöne Heimat ist. Buon appetito! Weitere Informationen unter www.emiliaromagnaturismo.it/de.

Archiviert unter Europa, Genuss, Italien