Von 8. November 2011 Mehr →

Sommertraum im Winter: Die Gärten von Marrakesch

Lasst Blumen sprechen: Die alte Königsstadt Marrakesch gilt in Marokko als „Stadt der Gärten“. Teils hinter hohen Mauern verborgen liegen Schätze wie die berühmten Riads (arabisch „Gärten“): Die nach außen völlig abgeschlossenen Häuser verfügen häufig über wunderschön bepflanzte Patios – kleine Ruheoasen mitten in der Stadt. Viele dieser Anwesen wurden zu Gästehäusern oder Restaurants umfunktioniert und bringen Reisenden die marokkanische Lebensart nahe. Als schönste Blüte der Gartenbaukunst in Marrakesch strahlt in der Neustadt der Jardin Majorelle. Der Park wurde in den 1920er-Jahren von dem französischen Maler Jacques Majorelle angelegt und 1980 von Modeschöpfer Yves Saint-Laurent und seinem Partner Pierre Bergé gekauft. Sie verwandelten das verwilderte Areal wieder in einen botanischen Garten mit rund 300 seltenen Pflanzenarten von allen fünf Kontinenten. Zwischen Seerosenteichen und Bougainvilleas, Kakteen, Palmen und Blütenkaskaden schöpfte Saint-Laurent Inspiration für seine Arbeit. Er nutzte Villa und Garten als Rückzugsort und etablierte im ehemaligen Majorelle-Atelier ein Museum, wo neben islamischer Kunst auch Werke des Malers zu sehen sind. Nach seinem Tod 2008 wurde die Asche Yves Saint-Laurents im Rosengarten des Anwesens verstreut.

Düfte und Flair des Orients versprühen auch die Jardins de l’Agdal, mit Ursprüngen im 12. Jahrhundert ältester Park der Stadt. Die Zitrus-, Granatapfel- und Olivenbäume werden aus Teichen bewässert, die sich durch Wasser aus dem Hohen Atlas speisen. Einen wundervollen Panoramablick zu den Berggipfeln eröffnet die Aussichtsterrasse des Palasts Dar el-Hana am Ufer des größten Wasserreservoirs. Wie die Agdal-Gärten und die Altstadt von Marrakesch zählt auch der Jardin de la Ménara zum Weltkulturerbe der UNESCO. Der Garten ist ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische am Stadtrand von Marrakesch, und auch hier zeigt sich die uralte Bewässerungskunst der Araber. Das 100 Hektar große Areal mit Tausenden uralter Olivenbäume wurde im 12. Jahrhundert vom den Almohaden angelegt und durch raffinierte Teich- und Kanalsysteme mit Wasser versorgt. Vom Sommerpavillon aus dem 19. Jahrhundert erscheint das Atlasgebirge zum Greifen nah.

Mit Taxi oder Pferdekalesche gelangt man vom Stadtzentrum schnell zum berühmten Palmenhain (Palmeraie) von Marrakesch – mit Dattelpalmen so weit das Auge reicht. Als perfektes Refugium für Gartenliebhaber verbindet das Palasthotel La Mamounia orientalische Lebensart und modernen Luxus mit dem Zauber seines weitläufigen Parks. Der Garten war im 18. Jahrhundert ein Hochzeitsgeschenk des Prinzen Moulay Mamoun von seinem Vater und umfasst heute rund acht Hektar – eine Oase der Ruhe mit Palmen, Obst- und Olivenbäumen, duftenden Blüten und romantischen Winkeln zum Verweilen und Träumen. Weitere Informationen zu Marrakesch unter www.visitmorocco.com.

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