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Von 24. Juli 2018 Mehr →

Karibische Narren: Bunter Karneval auf Grenada

Ölverschmierte Gestalten sind traditionell Bestandteil des Karnevals auf Grenada.

Für die „Frostbeulen“ unter den hiesigen Vertretern des alljährlichen närrischen Treibens klingt es wie eine Verheißung – Karneval im Hochsommer und dann noch unter der karibischen Sonne. Kein Frost, Schnee oder eiskalter Regen. Nur blauer Himmel und warme Temperaturen. Da freut sich jedes Jecken-Herz.

Aber es sind nicht nur die zweifelsfrei besseren klimatischen Bedingungen, unter denen auf den Inseln der Karibischen See die fünfte Jahreszeit gefeiert wird. Die fällt je nach Destination übrigens auf unterschiedliche Monate, weshalb in der Karibik eigentlich immer irgendwo Karneval stattfindet. Für die Einheimischen ist es das Event des Jahres, auf das allerorten hingefiebert wird. Natürlich auch in Grenada.

„Spice Mas“ steigt Anfang August

Mit dem Spice Mas wird der Feiermarathon auf der Karibikinsel eingeläutet.

Auf der Gewürzinsel findet „Spice Mas“ – wie der Karneval hier genannt wird – immer ab Anfang August statt. In diesem Jahr geht es am 4. August los, wobei schon in den Wochen vor dem offiziellen Startschuss eine Reihe von Auftaktveranstaltungen die Stimmung langsam anheizen.

Nachdem sich zum Auftakt der närrische Nachwuchs beim „Kiddies Carnival“ präsentiert und die Folgetage von stimmungsvollen Wettbewerben verschiedenster Socca- und Steelbands geprägt sind, strebt die Narretei mit Beginn des zweiten Wochenendes ihrem Höhepunkt entgegen. So werden am 11. Auftrag im „Soca Monarch Final“ die Besten unter den angetretenen Soca-Bands ermittelt. Tags darauf streiten die Finalisten beim „Dimanche Gras“ um die Krone im Calypso-Wettbewerb.

Eingeschmiert mit (Alt-) Öl

Beim J’Ouvert tanzen ölverschmierte Narren durch die Straßen.

Weiteres Highlight der Festivitäten ist schließlich der „J’Ouvert“ am 13. August. Noch vor Sonnenaufgang setzt sich ein lärmender Zug in Bewegung. Zwischen Trucks, von denen laute Musik schallt, bewegen sich zahllose tanzende Gestalten, die sich immer wieder mit (Alt-)Öl und Farbe einschmieren, schwere Ketten und Schlösser um den Hals und vielfach einen gehörnten Helm tragen. Ein ebenso martialisches wie glitschiges Spektakel, bei dem gerne auch am Rande stehende Zuschauer einbezogen werden.

Den historischen Hintergrund dieses so genannten „Jab Jab“ findet man in den finalen Zeiten der Sklaverei. Das Ende der Leibeigenschaft feierten die afrikanischen Sklaven mit Umzügen, bei denen sie sich mit Fett oder Lack bestrichen und die alten Fesseln trugen. Auf diese Weise demonstrierten sie gegen ihre einstigen Herren.

Tanzend durch die Nacht

Lautstark und farbenfroh wird der Karneval im August begangen. (Fotos Grenada Tourism Authority)

Das wilde Treiben endet noch am selben Morgen, so dass den Akteuren genügend Zeit bleibt, sich für den nächsten Höhepunkt, den „Monday Night Mas“ zu richten. Dabei zieht gegen Abend eine bunte und tanzende Menschenmenge durch das Zentrum der Hauptstadt St. George’s, befeuert von ebenso rhythmischer wie lauter Musik.

Den Ausklang der karnevalistischen Festtage auf Grenada bildet am 14. August die „Parade of the Bands“. Dieser Umzug endet schließlich in einer Riesenparty auf der Carenage, der belebten Hafenpromenade der Hauptstadt. Somit hat der Karneval auf Grenada zumindest eines mit dem unsrigen gemein: Am (Ascher-)Mittwoch ist alles vorbei…

Archiviert unter Topthema, Amerika, Grenada