Costa Brava – Eco‑Vibes mit Meerblick

Costa Brava
Die Costa Brava verbirgt viele nachhaltige Urlaubserlebnisse wie zum Beispiel auf dem Wanderweg Camí de Ronda. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Radeln durch stille Reisfelder und historischen Dörfern, wandern entlang wilder Klippen und dabei eine Region entdecken, die mehr kann als Postkartenidylle: Die Costa Brava zeigt ihre charmant entschleunigte und überraschend nachhaltige Seite.

So wirkt das mittelalterliche Pals an der Costa Brava, als hätte jemand die Kulisse sorgfältig aus goldenem Stein geschnitzt und anschließend beschlossen, sie einfach stehen zu lassen.

Pals – wo die Zeit charmant in die Pedale tritt

Das wunderschöne Städtchen Pals kann er-radelt werden. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Enge Gassen schlängeln sich durch das bezaubernde Pals, der Blick schweift über Ebenen bis hin zum Meer, und irgendwo klappert garantiert gerade eine offene Tür im Takt der mediterranen Gelassenheit. Pals wirkt wie ein Ort, der die Zeit höflich gebeten hat, ein wenig langsamer zu laufen.

Mittelalter mit Meeresbrise in Pals

Costa Brava
Definitiv ein Highlight an der Costa Brava: das historische Pals. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Hinter den dicken Stadtmauern erhebt sich das mittelalterliche Ensemble, dessen warme Farbe selbst an kühlen Tagen leuchtet. Enge, gepflasterte Gassen führen hinauf zur Kirche Sant Pere. Der ikonische Torre de les Hores ragt als letzter Rest der einstigen Burg über die Dächer und verleiht dem Städtchen seine unverwechselbare Silhouette.

Früh morgens oder außerhalb der Session zeigt sich Pals ruhig, romantisch. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Vom Mirador de Josep Pla reicht der Blick weit über die Felder bis zu den Illes Medes, die am Horizont wie verstreute Felseninseln im Meer liegen. Im Sommer zieht das Museumsstädtchen Besucher aus aller Welt an, während es außerhalb der Saison in einen charmanten Dornröschenschlaf fällt.

Zwischen Reisfeldern und Meeresrauschen

Zeit für eine Pause bleibt allemal. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Was zunächst unspektakulär klingt, entpuppt sich schnell als stille Schönheit: Die Felder, die sich von Pals aus wie ein grünes Mosaik ausbreiten. Die Kombination aus ländlicher Ruhe, kulinarischer Tradition und mittelalterlichem Flair macht eine Fahrradtour zu einem Erlebnis, das die Essenz des Empordà auf den Punkt bringt – entschleunigt, authentisch und überraschend vielseitig.

Girona
Besonders charmant radelt es sich mit Martí von Na Fent Bikes. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Die Landschaft hat nichts Dramatisches – und genau das macht sie so eindrücklich. Hier zählt nicht das Spektakel, sondern das feine Detail. Genau hier führt eine Radtour durch, die weniger nach sportlicher Herausforderung klingt als nach einer Liebeserklärung an die Langsamkeit. Mit Na Fent Bikes geht es hoch zum historischen Kern von Pals, nachdem die weiten Reisanbaugebiete des Baix Empordà fröhlich durchradelt wurden. Geführt wird die Tour von Menschen wie Martí, die die Region nicht nur kennen, sondern offensichtlich gernhaben.

Auf zwei Rädern ins Herz des Empordà

Die Mühle Molí de Pals lädt zur Pause vom Radeln ein. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Die Radtour führt durch eine Landschaft, die seit Jahrhunderten vom Reisanbau geprägt ist – ein Mosaik aus schimmernden Feldern, kleinen Bewässerungskanälen und weiten Ebenen, die im Sommer wie ein grüner Teppich wirken. Auf leicht zu fahrenden E‑Bikes gleitet die Gruppe oder der einsame Radler entspannt durch das Baix Empordà, vorbei an traditionellen Bauernhöfen und alten Mühlen wie die Molí de Pals, in denen noch heute Reis verarbeitet wird.

Besondere Naturerlebnisse während der Radtour sind garantiert. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Der Duft feuchter Erde mischt sich mit der warmen Mittelmeerluft, während Reiher über den Feldern kreisen und die Stille nur vom Surren der Reifen unterbrochen wird. Die Route ist bewusst gemütlich gehalten und eignet sich für alle, die Natur und Kultur ohne sportlichen Druck erleben möchten. Informationen unter www.nafentbikes.com

Camí de Ronda – der Weg, der das Meer umarmt

Costa Brava
Ein Abschnitt des Camí de Ronda beginnt am Platja de la Fosca. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Während das Hinterland leise wirkt, zeigt sich die Küste umso dramatischer. Der Camí de Ronda zieht sich wie ein ungeduldiger Faden entlang der Costa Brava und verbindet, was ohnehin zusammengehört: Meer, Felsen und den Wunsch, einfach weiterzugehen und Neues zu entdecken.

Raus in die wunderbare Natur auf dem Camí de Ronda. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Einst von Küstenwächtern und Piraten genutzt, heute von Wanderern erobert, bietet dieser Weg eine Art Best-of der Region. Mal führt der Pfad über schroffe Klippen, bei denen der Blick unweigerlich nach unten wandert, wo das Wasser gegen die Felsen schlägt. Dann wieder öffnet sich eine kleine Bucht, so versteckt, dass sie beinahe zufällig entdeckt wirkt.

Naturerlebnisse erwandern

Der Camí de Ronda zeigt sich mal wild und dann wieder gut ausgebaut. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Und zwischendurch tauchen Orte auf, die aussehen, als hätten sie sich extra herausgeputzt, um Wandernde kurz innehalten zu lassen. Der Reiz liegt im Wechsel von schattigen Abschnitten zu sonnengefluteten Promenaden, von sandigen Passagen zu schmalen, steinigen Wegen.

Langweile kommt am Camí de Ronda nicht auf. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Jeder Schritt erzählt eine andere Geschichte, und irgendwann stellt sich das Gefühl ein, dass das Ziel eigentlich zweitrangig ist. Entscheidend ist das Unterwegssein – begleitet vom Rauschen des Meeres, das hier zuverlässig den Takt vorgibt. Weitere Informationen unter www.camideronda.com

Nachhaltigkeit – die leise neue Stärke der Region

Eine sportlich „grüne“ Variante die Costa Brava zu entdecken, ist die per Fahrrad. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Wer die Costa Brava besucht, merkt schnell, dass sich hinter der Postkartenidylle etwas verändert hat. Zwischen Buchten und Pinienwäldern wächst ein Bewusstsein dafür, dass Schönheit allein nicht reicht, wenn sie nicht bewahrt wird. Nachhaltigkeit ist hier kein aufgesetztes Schlagwort, sondern zunehmend Teil des Alltags.

Die Schönheit der Costa Brava bewusst und mit Respekt für die wunderbare Natur genießen. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

So entsteht ein Tourismus, der nicht nur konsumiert, sondern erlebt – und dabei Rücksicht nimmt. Damit verbindet die Costa Brava zunehmend das Beste aus zwei Welten: die wilde, ungezähmte Schönheit ihrer Küste und eine wachsende Achtsamkeit im Umgang mit ihr. Eine Kombination, die vielleicht weniger laut ist als das Rauschen der Wellen, aber deutlich länger nachklingt. Weitere Informationen unter www.costabrava.org,

Weiterer „grüner“ Reisetipp an der Costa Brava

Die kühle Prise im Jardins de Santa Clotilde mit Guide Maria von Guia de Turisme de Catalunya genießen. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Der Jardins de Santa Clotilde ist ein kunstvoll angelegter Garten im Stil des Noucentisme – spektakulär auf einer Klippe bei Lloret de Mar zwischen der Cala Boadella und dem Strand von Fenals gelegen.

Natur pur in Lloret de Mar im Jardins de Santa Clotilde. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Terrassen, Zypressen, Skulpturen und Wasserläufe formen eine mediterrane Gartenwelt, die an italienische Renaissanceanlagen erinnert. Mit ihren weiten Blicken über das Meer gehören die Gärten zu den eindrucksvollsten Aussichtspunkten der Costa Brava. Weitere Informationen unter www.lloretdemar.org und www.patrimoni.lloret

Die Genussseite der Costa Brava

Im Restaurant „La Fonda“ in Girona eine Pause einlegen. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Restaurant „La Fonda “ in Girona: Katalonische Küche mit modernen Tupfern genießen mitten in der Altstadt von Girona. 

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Muscheln – eine der beliebtesten Vorspeisen im Restaurant „La Fonda “ in Girona. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Das Restaurant „La Fonda“, ein Ort, an dem man nicht einfach nur isst, sondern ein Stück Girona serviert bekommt. Tipp: das drei Gänge Menü zur Mittagszeit. Weitere Informationen unter www.elfoment.org

Das Miryam in L’Escala steht für traditionelle Küche unter Chefkoch und Inhaber Pere Sabadí. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Das Restaurant Miryam in L’Escala gilt als feste Adresse für frische Fischküche – besonders für blauen Fisch und die berühmten lokalen Anchovis.

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Auch Oktopus ist im Miryam sehr beliebt. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Serviert werden traditionelle Gerichte, die auf hochwertigen Zutaten aus der Region basieren. Weitere Informationen unter www.restaurantmiryam.com

Ein überraschender Geheimtipp ist das L’Arc im romantischen Städtchen Palafrugell. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Im Restaurant L’Arc in Palafrugell schmeckt man die Costa Brava auf den ersten Bissen: mediterran, frisch und ganz nah an der Region. Die Küche verbindet katalanische Klassiker mit einer modernen Leichtigkeit und setzt kompromisslos auf Saison und Qualität.

Kleine Leckereien verführen den Gaumen im L’Arc in Palafrugell. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Das Ambiente ist entspannt, aber liebevoll gestaltet – ein Ort, an dem sich Einheimische und Reisende ganz selbstverständlich begegnen. Und genau deshalb spürt man hier so deutlich, was Palafrugell kulinarisch ausmacht. Telefon 0034 972 30 34 19.

Girona
Zeit für Genussmomente im Gammarus Restaurant & Beach Club. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Das Gammarus Restaurant & Beach Club liegt direkt am Meer in der traumhaften Cala Canyelles zwischen Lloret und Tossa. Restaurant, Beach Club und Rooftop‑Pool verbinden sich hier zu einem entspannten mediterranen Erlebnis.

Einfach einen Tag am Meer, dazu lädt das Gammarus Restaurant & Beach Club ein. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Die Küche setzt auf frischen Fisch, Meeresfrüchte und Reisgerichte – begleitet von kreativen Cocktails und einer lässigen Strandatmosphäre, die sofort Urlaubsgefühl aufkommen lässt. Weitere Informationen unter www.gammarus.en.

Sich gemütlich betten

Girona
Im Hostal Empúries an der Platja Portixol lieben die Gäste den traumhaften Blick auf die Costa Brava. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Das Hostal Empúries in LÉscala nur circa 50 Autominuten von Girona, liegt direkt an der Costa Brava, nur wenige Schritte von den Ausgrabungsstätten von Empúries entfernt. Es verbindet seine Wurzeln von 1907 – damals Unterkunft für Archäologen – mit modernem mediterranem Komfort.

Beliebter Fotospot beim Hostal Empúries. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Das Hostal Empúries zählt zu den Pionieren des nachhaltigen Tourismus. Als eines der ersten Hotels Europas erhielt es die LEED‑Gold‑Zertifizierung – einen der weltweit anspruchsvollsten Standards für umweltbewusstes Bauen und Betreiben. Weitere Informationen unter www.hostalempuries.com

Den Sonnenaufgang auf dem Rooftop im Eco-Hotel Can Mascort in Palafrugell genießen. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Das Eco-Hotel Can Mascort in Palafrugell ist ein kleines, von Lourdes und Alfred nachhaltig geführtes Boutique-Hotel, im Herzen von Palafrugell. Untergebracht in einem liebevoll restaurierten historischen Gebäude verbindet es traditionelle katalanische Architektur mit einem klaren, ökologischen Design.

Das Eco-Hotel Can Mascort in Palafrugell wird mit viel Liebe von Lourdes und Alfred nachhaltig geführt. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Die Zimmer sind schlicht, hochwertig und bewusst reduziert – ein ruhiger Rückzugsort, der Authentizität und Achtsamkeit in den Mittelpunkt stellt. Weitere Informationen unter www.canmascortecohotel.com


Die Recherche fand – ohne Einfluss auf die journalistische Ausarbeitung – auf Einladung / mit Unterstützung des Patronats de Turisme Costa Brava Girona und dem Spanischen Fremdenverkehrsamts – Turespaña statt.

Susanne Timmann

lebt im Rheinland, ist aber in der Welt zuhause. Seit 2022 fungiert sie als stellvertretende Chefredakteurin des Mortimer Reisemagazins, für das sie Beiträge in Wort und (Bewegt-) Bild über Destinationen weltweit verfasst.