Wüste, Superlative und Visionen in Dubai

Dubai
Eines der ikonischsten Bauwerke in Dubai ist das Museum of the Future. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Zwischen Wüste und Wasser, Tradition und Zukunft präsentiert sich Dubai als Bühne für architektonische Höhenflüge, orientalische Märkte, künstliche Inselträume und kulinarische Abenteuer.

Burj Khalifa ist als höchstes Gebäude der Welt stadtbildprägend.

Schon aus der Ferne wirkt Dubai fast wie eine Fata Morgana. Zwischen Wüstensand und Persischem Golf erhebt sich eine Stadt, die sich nicht mit dem Möglichen zufriedengibt, sondern das Unmögliche zum Standard erhebt. Der Wind trägt feine Körner durch die Straßen, doch darüber spannt sich eine ebenso beeindruckende wie futuristische Skyline, die nicht von ungefähr immer wieder als Kulisse für Kino-Blockbuster herhalten muss. Die Hitze flimmert über dem Asphalt, während sich die Glasfassaden der Hochhäuser wie Spiegel in den Himmel strecken. Dabei erweist sich Dubai als ein Kaleidoskop aus Tradition und Vision, aus Basar und Business, aus Wüste und Wasser – und genau diese Mischung macht den Reiz aus.

Dem Himmel so nah

Beeindruckender Blick vom Burj Khalifa.

Der weithin sichtbare Burj Khalifa ragt wie ein überdimensionaler Zeigefinger in den Himmel. Er steht nicht einfach da, sondern markiert den Anspruch, die Ambition, den Willen, die Welt zu übertreffen. Der gewaltige Schatten des mit 828 Meter höchsten Bauwerks der Erde wandert im Sonnenlicht über Straßen, Plätze und Menschen, die ameisenklein wirken. Rundherum strecken sich weitere Türme, die sich gegenseitig überbieten wollen, Richtung Wolken, doch keiner erreicht die Präsenz dieses Giganten.

Dubai
Nachts wird der Burj Khalifa in wechselnden Farben angestrahlt. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Nicht minder spektakulär mutet das Burj Al Arab, das berühmte segelförmige Hotel, an, dass sich am Strand erhebt, während die Marina von futuristischen Türmen umgeben.

Glitzernde Verlockung

Dubai
Gold und Geschmeide werden im Gold Souk in Dubai feilgeboten. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Im Gold Souk zeigt Dubai ein anderes Gesicht. Die engen Gassen wirken wie ein Relikt aus einer Zeit, in der Handel noch Handwerk war. Händler preisen kunstvoll gearbeitete Ketten, filigrane Armreifen und opulente Colliers an, die eher an königliche Hochzeiten als an alltäglichen Schmuck erinnern. Der Souk ist ein Ort, an dem Feilschen nicht nur erlaubt, sondern erwartet wird. Und über allem liegt der Duft von Gewürzen, die aus den benachbarten Ständen herüberwehen.

Weiteres Symbol des Gigantismus

Das Burj al Arab gehört ebenfalls zu den ikonischen Landmarken.

Palm Jumeirah wirkt wie ein architektonischer Trotzakt gegen die Natur. Eine künstliche Insel, die sich in Form einer Palme ins Meer schiebt, als wolle sie beweisen, dass Grenzen nur dann existieren, wenn man sie akzeptiert. Entlang des Stammes und der Palmwedel, die sich wie Arme ins Wasser erstrecken, reihen sich luxuriöse Villen und Resorts. Das Wasser schimmert türkis, die Strände wirken makellos, und im Hintergrund erhebt sich die beeindruckende Skyline von Dubai.

Majestätische Hotelikone

Das Atlantis Hotel in Dubai ist unumstritten eine der Top-Adressen auf der Arabischen Halbinsel. – Foto Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Am äußeren Rand der Palmeninsel erhebt sich das Atlantis, The Palm, ein Bauwerk, das eher an einen Themenpark erinnert als an ein Hotel. Hinter seinen Toren entfaltet sich eine Welt, die mit Superlativen nicht geizt. Im Aquaventure Waterpark, dem vermeintlich größten Wasserpark der Welt, führen Rutschen durch Haifischbecken, Strömungskanäle lassen Besucher durch künstliche Flusslandschaften schweben, und über allem liegt das Lachen von Menschen, die für einen Moment vergessen, dass sie sich mitten in der Wüste befinden.

Ein Einkaufszentrum, das zur Stadt wird

Die Dubai Mall ist ein gigantischer Shoppingtempel. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Die Dubai Mall ist kein Einkaufszentrum, sie ist ein urbanes Ökosystem. Ein Ort, an dem Konsum zur Nebensache werden kann, weil die Kulisse so überwältigend ist. Ein Aquarium, das Haie und Rochen durch glasklare Tunnel schweben lässt, eine Eislaufbahn, die mitten in der Wüste Wintergefühle erzeugt, und ein Wasserfall, der über mehrere Etagen stürzt, machen die Mall zu einem Erlebnisraum, der sich jeder klassischen Definition entzieht. Die Mall ist ein Spiegelbild Dubais: groß, laut, vielfältig und immer ein wenig übertrieben. Selbstverständlich findet der geneigte Shoppingjünger hier alles, was das Herz begehrt: von Luxusmarken bis zu internationalen Ketten, von Parfümerien bis zu Hightech-Gadgets.

Bauwerke, die Geschichten erzählen

Der Dubai Frame eröffnet neue Blickwinkel.

Dubai ist aber auch eine Stadt, die ihre Geschichte nicht versteckt, sondern inszeniert. Das Museum of the Future wirkt wie ein schwebender Ring aus Edelstahl, durchzogen von kalligrafischen Ausschnitten, die im Sonnenlicht glitzern. Der Dubai Frame hingegen verbindet Vergangenheit und Gegenwart auf eine Weise, die fast poetisch wirkt. Der goldene Rahmen bietet auf der einen Seite den Blick auf das alte Dubai mit seinen niedrigen Häusern und Windtürmen, auf der anderen Seite auf die moderne Skyline – ein architektonischer Perspektivwechsel, der die Entwicklung der Stadt in einem einzigen Bild einfängt.

Auf kulinarischer Weltreise

Nicht nur Naschkatzen kommen kulinarisch voll auf ihre Kosten. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Wer in Dubai isst, reist. Die Stadt ist ein Schmelztiegel internationaler Küchen, und das spiegelt sich auf den Tellern wider. Libanesische Mezze verführen mit cremigem Hummus und würzigem Taboulé, indische Currys bringen mit intensiven Gewürzen die Geschmacksknospen zum Tanzen, und persische Spezialitäten wie Safranreis und gegrilltes Lamm erzählen Geschichten aus alten Kulturen. Gleichzeitig präsentiert Dubai eine moderne Food-Szene, die mit Fusion-Kreationen experimentiert und traditionelle Rezepte neu interpretiert. Streetfood-Stände locken mit Shawarma und süßen Luqaimat, während Spitzenrestaurants Menüs servieren, die selbst erfahrene Gourmets überraschen. Und überall begegnet man arabischem Kaffee und Datteln – ein Ritual, das Gastfreundschaft und Genuss verbindet.

Farbenmeer in der Wüste

Miracle garden
Der Miracle Garden erweist sich als gigantisches Blumenmeer mitten in Dubai. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Was sich mit Geld und Vorstellungskraft selbst unter anspruchsvollen klimatischen Bedingungen alles im Wüstensand realisieren lässt, dokumentiert derweil der Miracle Garden. In der weitläufigen Freiluftanlage werden jährlich Millionen von Blumen zu geometrischen Formen, Figuren und begehbaren Installationen arrangiert werden. Der liebevoll angelegte und gepflegte Garten besteht aus thematisch gestalteten Bereichen mit Blumentoren und blühenden Skulpturen, die regelmäßig überarbeitet und saisonal angepasst werden. Blumige Herzen, überdimensionale Tiere, ganze Häuser aus Petunien und Ringelblumen wandeln die Wüstenlandschaft in ein Farbenmeer.

Die Stadt, die niemals klein denkt

Auch das traditionelle Dubai ist in Teilen noch zu finden. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Dubai ist ein Emirat, das sich weigert, Grenzen zu akzeptieren, und stattdessen neue Horizonte schafft. Die Ölvorkommen haben aus dem einstigen Armenhaus am Persischen Golf einen Ort des Luxus und des Überflusses gemacht, einen Ort, der sich permanent im Wettbewerb mit sich selbst befindet. Die Luft trägt den Duft von Oud, Meeresbrise und Gewürzen, während die Skyline im Tagesrhythmus ihr Aussehen zu verändern scheint. Der nächste Superlativ lässt bestimmt nicht lange auf sich warten…

Die Skyline des Emirats verändert sich ständig durch neue Wolkenkratzer. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Karsten-Thilo Raab

berichtet seit mehr als drei Jahrzehnten für eine Vielzahl von Zeitungen und Magazinen über Reiseziele weltweit. Zudem hat er sich einen Namen als Autor von mehr als 120 Reise-, Wander- und Radführern sowie Bildbänden gemacht.