
Wer an Inselparadiese denkt, landet gedanklich oft in der Ägäis oder im indonesischen Archipel. Doch ausgerechnet Schweden hält den Weltrekord: Mehr Inseln als jedes andere Land – und ein Großteil davon liegt wie verstreute Perlen entlang der Westküste. Direkt vor Göteborg entfaltet sich ein Schärengarten, der nur eine kurze Fahrt mit der Straßenbahn und anschließend mit der öffentlichen Fähre entfernt beginnt. Kaum hat man die Stadt hinter sich gelassen, öffnet sich eine Landschaft aus glattgeschliffenem Granit, hellen Sandbuchten, roten Fischerhäuschen und einem Horizont, der scheinbar nie endet. Ein Reiseziel, das sich mühelos für spontane Tagesausflüge eignet, aber ebenso gut für längere Auszeiten vom Alltag.
Inseln im Rhythmus der Jahreszeiten
Fast alle Eilande sind autofrei, viele bewohnt – und jede Jahreszeit verleiht ihnen eine eigene Stimmung. Im Sommer pulsiert das Leben an den Badestellen, im Herbst fegt der Wind über die Felsen, im Winter liegt eine fast meditative Stille über den Dörfern, und im Frühling wirkt die Luft so klar, als hätte jemand die Farben neu gemischt.
Vrångö – südliches Tor zur Natur

Auf Vrångö, der südlichsten bewohnten Insel, scheint die Zeit ein wenig langsamer zu laufen. Die Fähre braucht nicht einmal eine Stunde, und schon steht man in einer Welt aus Dünen, Sandstränden und naturbelassenen Pfaden. Rund 350 Menschen leben hier, Autos sind tabu, und die Wege führen vorbei an kleinen Häusern, die sich wie ein Band über die Insel ziehen. Die Naturreservate im Norden und Süden wirken wie zwei schützende Arme, die Vrångö umschließen. Vom alten Lotsenausguck schweift der Blick weit über das Meer – bis hinüber zu Vinga, Fotö und Hönö.
Herz des südlichen Schärengartens
Styrsö ist das lebendige Zentrum der südlichen Inselwelt. Cafés, kleine Läden, Restaurants und Pensionen verleihen der Insel eine fast dörfliche Betriebsamkeit. Wer den Stora Rös erklimmt, wird mit einem Panorama belohnt, das sich über die gesamte Inselgruppe spannt. Vier Dörfer formen Styrsö – jedes mit eigenem Charakter, von historisch bis maritim. Und wer Lust auf ein ungewöhnliches Naturerlebnis hat, taucht bei einer Algensafari in die Unterwasserwelt ein.
Insel der Tänze und Traditionen

Brännö ist ein Ort, an dem Geschichten in der Luft liegen. Die schmalen Wege, die Holzhäuser und die Nähe zum Meer verleihen der Insel einen besonderen Charme. Legendär sind die Sommertänze auf dem Steg, bei denen sich Einheimische und Besucher treffen. Familienfreundliche Strände, weite Ausblicke und die Verbindung zur naturbelassenen Nachbarinsel Galterö machen Brännö zu einem idealen Ziel für alle, die Ruhe und maritimes Flair suchen.
Wo Schifffahrt und Natur zusammenfinden
Donsö wirkt wie ein lebendiges Kapitel schwedischer Seefahrtsgeschichte. Die Insel ist geprägt von Fischerei, Reedereien und einer Gemeinschaft, die eng mit dem Meer verbunden ist. Spazierwege führen durch abwechslungsreiche Küstenlandschaften, vorbei an Cafés, einer Räucherei und kleinen Geschäften. Der Dorfladen Hamnaffären ist eine Institution – ein Ort, an dem man alles findet, was man nicht gesucht hat, aber unbedingt braucht.
Insel der Horizonte

Vinga liegt wie ein Außenposten am Rand des Meeres. Der ikonische Leuchtturm, die Heimat des berühmten Künstlers Evert Taube, erhebt sich über eine Landschaft, die rau und zugleich poetisch wirkt. Die Insel ist nur per Ausflugsboot erreichbar, doch gerade diese Abgeschiedenheit macht ihren Reiz aus.
Stille, Felsen und Sauna mit Aussicht
Fotö ist eine Insel für alle, die Ruhe suchen. Wanderwege führen über Felsen und entlang des Meeres, und im Sommer pulsiert das Leben rund um den kleinen Hafen. Ein Saunagang mit Blick auf die Schärenlandschaft gehört zu den Momenten, die man nicht vergisst.
Der lebendige Norden

Hönö ist das pulsierende Zentrum des nördlichen Schärengartens. Der Yachthafen von Klåva ist Treffpunkt für Segler, Genießer und Abenteurer. Wanderwege durch das Naturschutzgebiet Ersdalen führen über Felsen, die aussehen, als hätte das Meer sie poliert. Wer es ruhiger mag, findet stille Buchten und kleine Strände, die wie versteckte Rückzugsorte wirken.
Kleine Insel, große Geschichte
Källö-Knippla ist ein Ort, an dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Historische Häuser, ein geschützter Hafen und die Nähe zur Schifffahrtsroute verleihen der Insel ihren besonderen Charakter. Am Kai Matjes zu essen gehört zu den Ritualen, die man einmal erlebt haben sollte.
Weißes Holz auf blankem Fels

Åstol wirkt wie ein Gemälde: weiße Holzhäuser, die sich eng an Felsen schmiegen, ein natürlicher Salzwasserpool und kleine Cafés, die zum Verweilen einladen. Die Insel ist klein, autofrei und perfekt für einen Tagesausflug.
Wo das Meer die Stille schreibt
Hamneskär liegt wie ein Punkt am Horizont, bewacht vom legendären Leuchtturm Pater Noster. Einst ein Ort, an dem Seeleute für eine sichere Passage beteten, ist die Insel heute ein Rückzugsort für alle, die Einsamkeit und Natur intensiv erleben möchten. Das ehemalige Leuchtturmwärterhaus wurde zu einem preisgekrönten Hotel umgebaut – ein Platz, an dem man die Weite des Meeres fast körperlich spürt.
Bühne der Segelwelt

Marstrand ist ein Klassiker unter Schwedens Seebädern. Die autofreie Insel, die mächtige Carlsten-Festung und der lebendige Hafen schaffen eine Atmosphäre, die gleichzeitig mondän und entspannt wirkt. Im Sommer wird Marstrand zum Zentrum internationaler Segelregatten, doch auch in der Nebensaison lohnt sich ein Besuch – nicht zuletzt wegen der spektakulären Küstenwege. Weitere Informationen unter www.goteborg.com.
Mortimer
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