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Von 12. Juni 2012 Mehr →

Völklinger Hütte im Herzen der Route der Industriekultur

Das UNESCO Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist weltweit das einzige Eisenwerk aus der Blütezeit der Industrialisierung, das vollständig erhalten ist. Und es ist Teil einer faszinierenden, grenzüberschreitenden Industrieregion im Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und Luxemburg. Touristen, aber auch die Bewohner der Großregion selbst können diese Industrie-Kultur auf Ausflügen zu den Industriedenkmälern im Saarland, Lothringen und Luxemburg erfahren. Orientierung dabei gibt ein touristisches Projekt, das vom Weltkulturerbe Völklinger Hütte konzipiert wurde: die „Regionalroute SaarLorLux“ der „Europäischen Route der Industriekultur“ (ERIH). Die Route führt zu den interessantesten Industriedenkmälern im Saarland, in Lothringen und Luxemburg. Die Broschüre mit 23 Standorten aus verschiedenen Industriesparten kann über das Weltkulturerbe Völklinger Hütte kostenlos bestellt und auch online gelesen werden.

„Ziel der ‚Route der Industriekultur‘ ist es, den Bürgern der Großregion die eigene Geschichte vor Augen zu führen. Auch für Touristen soll die bedeutende, aber oft unterschätzte Kultur der Industrieregion SaarLorLux durch das touristische Projekt ‚sichtbar‘ gemacht werden“, sagt Meinrad Maria Grewenig, Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte.

Ankerpunkte der „Regionalroute SaarLorLux“ sind das Weltkulturerbe Völklinger Hütte, das Bergbaumuseum „La Mine Musée Carreau Wendel“ im lothringischen Petite Rosselle sowie der Industrie- und Eisenbahnpark Fond-de-Gras im luxemburgischen Differdange. Die deutsche Völklinger Hütte, die französische Kohlegrube Carreau Wendel und das Luxemburger Erzbergwerk Fond-de-Gras stehen beispielhaft für eine Industrieregion, die im 20. Jahrhundert in voller Blüte stand und eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung besaß.

Diese Industrieregion war durch nationale Grenzen getrennt und daher Anlass für Konflikte. Und doch galt: Ohne lothringisches Eisenerz gab es auch keinen Stahl an der Saar. Die Regionalroute SaarLorLux macht diese Zusammenhänge erlebbar. Sie zeigt das gemeinsame industriekulturelle Erbe einer europäischen Kernregion. Von einem Ort nationaler Konflikte hat sie sich zu einer Großregion entwickelt, die trotz Sprachgrenzen immer mehr ihre Gemeinsamkeiten entdeckt. Die gemeinsamen Erfahrungen der Industriekultur und die damit verbundene Ähnlichkeiten der Mentalität bilden hierfür die emotionale Basis.

Die Museen und Erlebnisorte der Großregion erzählen die Geschichten von Kohle, Eisenerz und Stahl, aber auch von Glas und Keramik. Durch die „Regionalroute SaarLorLux“ werden sie miteinander vernetzt und machen so ein Stück europäischer Industriegeschichte erlebbar.

Im Saarland geben verschiedene Bergwerke Zeugnis von der industriellen Vergangenheit. Hierzu zählen das Erlebnisbergwerk Velsen, das Besucherbergwerk Rischbachstollen, das Bergwerk Göttelborn und das Historische Kupferbergwerk Düppenweiler. Aber auch die Glas- und Keramikproduktion hat im Saarland Tradition. Weltbekannt ist die Firma „Villeroy & Boch“, deren Erlebniszentrum in Mettlach für Besucher offen ist.

Auch in Lothringen wurden Keramik und Glas produziert. Das Keramikmuseum in Saargemünd, das Glaszentrum Meisenthal und das Kristallmuseum von Saint Louis zeugen von dieser Geschichte. Basis für die Stahlerzeugung in der Region waren die lothringischen Eisenerzgruben. Die Museen der Eisenerzgruben Neufchef und Aumetz stehen heute Besuchern offen und informieren über die Arbeit unter Tage.

In Luxemburg wurden Ende des 19. Jahrhunderts riesige Eisenerzvorkommen entdeckt. Dass die Minette nur cica 30 Prozent Eisenanteil enthält, störte zu dieser Zeit wenig – die riesige Menge machte den Abbau rentabel. Erzbergwerke, Eisen- und Stahlwerke entstanden in rascher Folge. Wie an der Saar leitete auch im Großherzogtum die Stahlkrise Mitte der siebziger Jahre das Ende der Eisenerzgruben und Eisenhütten ein.

Die luxemburgische Industriekultur ist in verschiedenen Museen zu besichtigen. Der Industrie- und Eisenbahnpark Fond-de-Gras ist ein Freilichtmuseum, das der luxemburgischen Geschichte des Eisenerzabbaus gewidmet ist. Im Nationalen Grubenmuseum Rumelange sind Werkzeuge und Maschinen aus der Zeit der Eisenerzförderung zu sehen. Der Großteil der Sammlung befindet sich in den unterirdischen Stollen, zu denen die Besucher auf einer etwa zwanzigminütigen Fahrt mit der Grubenbahn gelangen. Anschließend können die Stollen zu Fuß besichtigt werden.

Der Flyer der Regionalroute SaarLorLux kann kostenlos über den Besucherservice des Weltkulturerbes Völklinger Hütte (06898/9100-100) bestellt werden. Unter www.erih.net ist er als Download verfügbar und kann dort auch online gelesen werden.