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Westaustralien als riesige Open-Air-Kunstgalerie

Westaustralien

In Westaustralien – wie hier in Perth – finden sich beeindruckende Wandbilder in allen Formen und Größen. – Foto Tourism Western Australia

Sie ziert Fassaden und lockt Besucher in kleine Gassen und Hinterhöfe: Street-Art ist in Perth in Westaustralien seit 2014, dem Jahr, in dem zum ersten Mal das Street-Art-Festival PUBLIC stattfand und 180 Wandgemälde in den Straßen der Stadt schuf, nicht mehr wegzudenken. Und auch im Hinterland jenseits der Stadtgrenzen lassen sich entlang des PUBLIC Silo Trails überdimensionale, originelle Kunstwerke auf hoch aufragenden Getreidesilos entdecken. Ein Streifzug durch die größte Open-Air-Galerie der Welt.

Perth: Das bunte Gesicht in Westaustralien

Die mehr als 300 Wanderbilder in perth garantieren Kunstgenuss im Vorbeigehen. – Foto Tourism Western Australia

Seit dem ersten Street-Art-Festival PUBLIC hat sich Perth zu einem internationalen Epizentrum für Straßenkunst aufgeschwungen. Die Zahl der Gemälde ist von 180 im ersten Jahr des Festivals auf heute 300 Kunstwerke angestiegen. Die Facebook-Seite „Streets of Perth“, die vor etwa vier Jahren von Nikki und Duncan Atack ins Leben gerufen wurde, um die aufkeimende Street-Art-Szene in Perth zu dokumentieren, zählt inzwischen mehr als 200.000 Follower. Auf der gleichnamigen Webseite finden Interessierte eine Karte, auf der alle 300 Kunstwerke im Stadtgebiet von Perth verzeichnet sind.

Wie hier in Northbridge sind Begenungen mitd er Kunst überall in Perth vorprogrammiert. – – Foto Tourism Western Australia

„Künstler, die vor vier Jahren absolute Newcomer waren, erhalten nun jede Menge Aufträge und haben ihre eigentlichen Jobs an den Nagel gehängt“, erklärt Nikki. „Künstler aus aller Welt kommen nach Perth und westaustralische Künstler werden nach Amerika, London oder Portugal geflogen, um dort zu malen. Perth hat sich in der Szene einen Namen gemacht; die Straßen sind bunt.“

Street-Art als beliebtes Fotomotiv

Gerne werden bei den Wandbildern auch Tiere in Szene gesetzt. – Foto Tourism Western Australia

Das Aufblühen der Straßenkunst in Perth ist auch der entspannten Haltung des Stadtrats zu verdanken. Selbst wenn ein Graffiti illegal ist, darf es meist bleiben, wenn es schön ist. Die Beziehung von Kunst und gastronomischem Angebot hat sich in Perth ebenfalls als eine sehr fruchtbare erwiesen, erläutert Nikki weiter: „Der neueste Trend, den wir gerade sehen, ist, dass Café- und Restaurantbesitzer auf uns zukommen und sagen: ‚Wir möchten ein Wandgemälde, an wen wenden wir uns?‘ Sie wissen, dass eine hübsche Street-Art-Fassade, die sich gut auf Instagram macht, Leute anlocken wird, die das Kunstwerk gerne mit eigenen Augen sehen möchten.“

Urban Art, wie die Kusntauch genannt wird, ist aus dem öffentlichen Leben in perth nicht mehr wegzudenken. – – Foto Tourism Western Australia

Wer mehr über Street-Art in Perth erfahren möchten, sollten eine Tour mit Oh Hey WA buchen, bei der sich alles um die Straßenkunst und die sogenannte „Small Bar Scene“ in der Stadt dreht. Weitere Informationen unter www.streetsofperthwa.co.

Street-Art auf Getreidesilos im Outback

Westaustralien

Auch zahlreiche Silos in Westaustralien dienen als Untergrund für bemerkenswerte Kunstwerke. – Foto Bewley Shaylor/FORM

Im Hinterland östlich von Perth, dem sogenannten Weizengürtel von westaustralien, ist in den letzten Jahren etwas sehr Unerwartetes und Einzigartiges passiert. Auf sechs 30 Meter hohen Getreidesilo-Komplexen in Northam, Ravensthorpe, Merredin, Albany, Newdegate und Pingrup sowie auf Trafohäuschen und Fassaden in Katanning sind großformatige, farbenfrohe Street-Art-Kunstwerke entstanden. Auch diese Initiative ist dem Street-Art-Festival PUBLIC und der dahinterstehenden Organisation FORM zu verdanken. Ziel war es, wie in Perth auch, den öffentlichen Raum aufzuwerten und einem breiteren, üblicherweise nicht unbedingt kunstinteressierten Publikum Kunst zugänglich zu machen.

Kyle Hughes-Odgers gestaltete die überdimensionalen Motive in Merredin. – Foto Tourism Western Australia

Für die Gemälde auf den Getreidesilos suchten international anerkannte Street-Art-Künstler aus aller Welt Inspiration in der Natur. Mit hunderten Litern Farbe schufen Künstler aus Westaustralien, Großbritannien, den USA, Singapur und Tunesien auf den überdimensionalen „Leinwänden“ Motive wie Seepferdchen in Albany, Eidechsen in Newdegate und Banksia-Blüten in Ravensthorpe.

Silo Trail als Selbstfahrerroute

Der PUBLIC Silo Trail zeigt – wie hier in Katanning – das Gewerbebtriebe nicht langweilig aussehen müssen. – Foto Melissa-Findley

Die Selbstfahrerstrecke PUBLIC Silo Trail, die 2018 offiziell eröffnet wurde, führt nun wie in einer weitläufigen Open-Air-Galerie auf 1.000 Kilometern von Kunstwerk zu Kunstwerk durch das westaustralische Hinterland, von grünen Weiden zu Salzpfannen in staubiger Wüstenlandschaft, von weiten Ebenen zu beeindruckenden Felsformationen. Eine weitere Komponente des Trails ist „Stories from the silo towns“, ein soziales Dokumentationsprojekt. Schon immer hat die Landwirtschaft die Landschaft im westaustralischen Outback geprägt und das Schicksal des Bundesstaats bestimmt. Wenig weiß man jedoch nur über die Bewohner in diesen Outbackstädtchen und ihren Alltag. Die einzigartigen Lebensgeschichten dieser Menschen, die in Interviews, Filmen und Bildern festgehalten wurden, sollen das Gefühl von unvorstellbarer Weite und Abgeschiedenheit, die Kreativität und Hartnäckigkeit, die diese Regionen ausmacht, festhalten.

Die künstlerisch gestalteten Silos erfreuen an vielen Orten in Westaustralien die Vorbeifahrenden. – Foto Bewley Shaylor/FORM

Wer keine Zeit hat dem kompletten Trail zu folgen, kann auch drei kleinere Loops fahren, die jeweils einige Silos miteinander verbinden, die nicht so weit auseinander liegen und leicht zu erreichen sind, dennoch aber die landschaftlichen Unterscheide der einzelnen Regionen erlebbar machen. Kostenlose Landkarten mit Vorschlägen für die schönsten Roadtrips zu den bemalten Getreidesilos lassen sich online unter www.publicsilotrail.com herunterladen.

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