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Oslo punktet als Europas „Grüne Hauptstadt 2019“

„Urban Gardening“: Stadtgärtner auf dem Hof Losæter mit den markanten „Barcode“-Gebäuden im Viertel Bjørvika im Hintergrund. – Foto Clare Keogh/Europakommisjonen/Oslo Green Capital

Ihre Lage zwischen dem Oslofjord und den waldreichen Höhenzügen rings um den Holmenkollen ist einzigartig, der Freizeitwert ihrer Natur für Bewohner und Besucher hoch. Doch der wahre Grund, aus dem Norwegens Hauptstadt Oslo in diesem Jahr den Titel „European Green Capital 2019“ tragen darf, liegt im Engagement der Bevölkerung, der Stadtplaner und der Verwaltung für ein grünes Lebensgefühl auch im Zentrum der Stadt.

Klimafreundliche Fortbewegung – Oslo hat sich in den letzten Jahren zu einer echten Fahrradstadt entwickelt.. -Foto Foto: Clare Keogh/Europakommisjonen/Oslo Green Capital

Vier von fünf Europäern leben in Städten, 75 Prozent aller Treibhausgasemissionen werden in Städten produziert. Da Lösungen für die drängendsten ökologischen Fragen der Zukunft in den Städten und für Städte entwickelt werden müssen, hat die Europäische Kommission den Titel „Umwelthauptstadt Europas“ (Green Capital) ins Leben gerufen, mit dem Städte ausgezeichnet werden, die sich vorbildlich für Umweltschutz und Nachhaltigkeit engagieren. Schon seit Anfang Januar zeigt Norwegens Hauptstadt Oslo, womit sie sich den Titel „Green Capital 2019“ verdient hat.

Gelebte Green Capital

Auch Taxis garantieren einen nachhaltigen Transport: Elektro-Taxi in der City der norwegischen Hauptstadt. – Foto Foto: Hampus Lundgren/Oslo Green Capital

Dabei reicht das Spektrum der grünen Schaufenster von der übergeordneten Stadtplanung bis hin zu Details bei Architektur, Naturschutz oder der Förderung von Elektromobilität. Insbesondere letztere gehört zu den auffallendsten Impulsen der Stadt: Maßnahmen wie die freie Nutzung von Busspuren für Elektroautos mit mindestens zwei Insassen oder der Wegfall der Citymaut für Stromer haben einen hohen Anteil an E-Mobilen ermöglicht. In der „Electric Vehicle Capital of the World“ haben schon jetzt 30 Prozent der verkauften Neuwagen einen Elektroantrieb. Der gezielte Ausbau des öffentlichen Nahverkehrssystems, die großflächige Umwandlung öffentlicher Räume in autofreie Zonen und ein umfangreiches Cityrad-Netz tragen ihren Teil zum Plan bei, die Emissionen im Osloer Stadtgebiet bis 2030 um 40 Prozent zu verringern.

Kinder spielen Bauernhof auf dem Stadthof in Losæter mit den markanten „Barcode“-Gebäuden im Viertel Bjørvika im Hintergrund. – Foto Clare Keogh/Europakommisjonen/Oslo Green Capital

Als eine der am schnellsten wachsenden Hauptstädte Europas hat Oslo sein Gesicht in nur wenigen Jahren sichtlich verändert. Insbesondere die umfassende Umwandlung der alten Hafenareale in hochmoderne, energieeffiziente Wohn- und Kulturquartiere bedeutet für die Lebensqualität der Stadt einen Quantensprung.

Beeindruckende Null-Energie-Hotels

Vom Containerhafen zum umweltfreundlichen Stadtteil hat sich Sørenga am Oslofjord gewandelt –Sommerspaß im Hafenbad.. – Foto VisitOSLO/Thomas Johannessen

Ein Vorzeigeprojekt in punkto Nachhaltigkeit liegt aber auch in Oslos zweiter Reihe: Das Vulkan-Quartier am Fluss Akerselva verfügt unter anderem über eine lokale Energiezentrale mit Geothermik-Brunnen, Gebäude mit Fassaden aus Solarpanelen sowie Null-Energie-Hotels. Ähnlich kreativ zeigten sich die Architekten des Osloer Flughafens Gardermoen, dessen neuestes Terminal nicht nur aus umweltfreundlichen Materialien besteht, sondern über avancierte Technik verfügt, die es unter anderem ermöglicht, das Gebäude während der warmen Sommermonate mit im Winter gesammeltem und deponiertem Schnee zu kühlen.

Blick vom Ekeberg Park auf die neuen, nachhaltigen „Barcode“-Gebäude im Viertel Bjørvika. – Foto OBR/Monocle Thomas Ekström/Oslo Green Capital

Ein gelungenes Beispiel für das Miteinander von Stadtplanung und Tierschutz sind künstliche Unterwasserriffe, die beim Bau des am Oslofjord gelegenen Stadtviertels Tjuvholmen gestaltet wurden. Diese dienen seitdem erfolgreich als Schutzräume für Fische und Schalentiere des Meeresarmes. Auf der ersten so genannten Bienenautobahn der Welt, einer gezielt konzipierten „Flugroute“ zwischen blumenreichen Friedhöfen, Dachterrassen, Parks und Balkonen, können die bedrohten Bestäuber weite Teile der Stadt sicher passieren und Blüten und Pflanzen ungestört erreichen.Weitere Informationen unter www.greencapital2019.com.

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