Herz-Jesu-Feuer als Zeichen der Dankbarkeit im Tannheimer Tal

Bei den Herz-Jesu-Feuern werden die Berge im Tannheimer Tal mit religiösen Motiven erleuchtet. (Foto: TV Tannheimer Tal)
Bei den Herz-Jesu-Feuern werden die Berge im Tannheimer Tal mit religiösen Motiven erleuchtet. (Fotos: TV Tannheimer Tal)

Brennende Herzen, Tauben, Kreuze und betende Hände erleuchten am 28. und 29. Juni die Bergrücken im Tannheimer Tal. In Gedenken an die napoleonische Bedrohung Tirols und den 1796 erstmals geleisteten Herz-Jesu-Schwur werden die Feuer alljährlich in Form von religiösen Motiven entzündet. Für einige Stunden können Urlauber und Einheimische das Lichtermeer bewundern und an dem Brauch in nächtlicher Stille teilhaben.

Ursprünglich geht das Herz-Jesu-Fest auf das 18. Jahrhundert zurück. Es war 1796, als das Land Tirol nur knapp dem Einmarsch der feindlichen napoleonischen Truppen entging. Das damals geleistete Gelübde hat seine Gültigkeit bis heute nicht verloren: In der Hoffnung auf göttlichen Beistand vertrauten die Landstände das Gebiet dem „Heiligsten Herzen Jesu“ an und gelobten im Fall eines Siegs, ihre Dankbarkeit alljährlich mit einem Fest zu bezeugen. Zeitgleich entfachten sie auf den Bergrücken Feuer, die als weithin sichtbares Zeichen des Widerstands die Nacht erhellten.

Betende Hände: nur ein Motiv beim Herz-Jesu-Feuer im Tannheimer Tal.
Betende Hände: nur ein Motiv beim Herz-Jesu-Feuer im Tannheimer Tal.

Bis heute ist der Brauch in der Tiroler Tradition fest verankert – so auch im Tannheimer Tal. Jedes Jahr am zweiten Wochenende nach Fronleichnam machen sich die Einheimischen auf den Weg zu den umliegenden Gipfeln, um aus Sägemehlsäckchen sakrale Bilder zu formen. Diese werden nach Einbruch der Dunkelheit entzündet und das Gelöbnis so symbolisch erneuert. Feriengäste können die lodernden Feuer am 28. Juni in Nesselwängle und Haldensee sowie am 29. Juni in Grän, Tannheim, Zöblen, Schattwald und Jungholz bestaunen. Weitere Informationen zum Tannheimer Tal unter www.tannheimertal.com.

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G. Schröder

ist seit Kindestagen mit dem Reisevirus infiziert und bringt sich seit Jahr und Tag mit großem Engagement als gute Seele hinter den Kulissen in das Mortimer Reisemagazin ein.