Kabelsalat, Karten & kleine Lebensretter

Kabelsalat
Kabelsalat und Chaos lassen sich auf Reisen mit ein paar einfachen Kniffen vermeiden. – Foto: Mortimer Reisemagazin

Wer auf Reisen nicht nur die Welt, sondern auch die eigenen Nerven schonen möchte, braucht vor allem eines: Improvisationstalent und gute Vorbereitung. Mit ein paar einfachen Kniffen lassen sich Kabelsalat, Hotel-Marotten und Gepäckfallen elegant austricksen – und plötzlich wird jede Reise ein kleines Meisterwerk entspannter Gelassenheit.

Reisen ist die schönste Nebensache der Welt, zumindest solange man den kleinen Stolperfallen mit einem Augenzwinkern begegnet. Wer schon einmal versucht hat, Handy, Laptop und Kamera gleichzeitig im Hotelzimmer zu laden, kennt das Drama des Kabelsalats – ein Gewirr aus Leitungen und nur eine Steckdose.

Besonders im Ausland, wo Steckdosen gerne mal aussehen, als wären sie in einem Paralleluniversum entworfen worden, lohnt sich ein kleiner Trick: Eine mitgebrachte Verlängerungsschnur mit mehreren Steckplätzen sorgt dafür, dass ein einziger Adapter genügt, um sämtliche Geräte gleichzeitig mit Strom zu versorgen. Während die Technik brav vor sich hin lädt, kann man selbst entspannt die Stadt erkunden, ohne sich zu fragen, ob die Kamera später noch genug Saft für den Sonnenuntergang hat.

Marotten moderner Hotelzimmer

Immer mehr Hotels setzen auf Schlüsselkarten, mit denen auch der Strom im Zimmer angeschaltet wird. – Foto: Mortimer Reisemagazin

Doch auch sonst haben Hotels nicht selten ihre Eigenheiten. Immer häufiger regeln Schlüsselkarten den Strom im Zimmer, was zwar modern klingt, aber für Reisende bedeutet, dass Minibar, Klimaanlage und Ladegeräte in den Tiefschlaf fallen, sobald man die Karte aus dem Schlitz neben der Tür mitnimmt. Wer nach einem langen Tag zurückkehrt und feststellt, dass das Zimmer wieder die Temperatur einer finnischen Sauna angenommen hat, weiß, wovon die Rede ist.

Die Lösung ist herrlich unspektakulär: Eine alte Scheckkarte, eine Kundenkarte oder ein paar Visitenkarten im Schlitz ersetzen die digitale Zimmerkarte und sorgen dafür, dass Kühlschrank und Ladegeräte weiterarbeiten, während man unterwegs ist. So bleibt die Minibar kühl, das Handy voll und die Klimaanlage in friedlicher Dauerschleife.

Improvisation als Superkraft des Reisenden

Wer gerne improvisiert, hat oft kleine Alltagshelden im Gepäck, die sich als wahre Multitalente entpuppen. Kabelbinder oder Gaffer-Tape retten nicht nur den Kabelsalat, sondern auch kaputte Rucksackschnallen, lose Sohlen oder dienen als spontane Kleiderhaken, wenn der Schrank mal wieder nur zwei Bügel hat.Ein Multifunktionstuch wiederum glänzt als Schal, Kopfkissen, Sonnenschutz oder sogar als Notfalldecke im Zug, wenn die Klimaanlage auf arktische Temperaturen eingestellt ist.

Eine Powerbank gehört zu den nützlichen Helfern auf Reisen. – Foto: Mortimer Reisemagazin

Derweil sorgt eine mitgebrachte Reisewäscheleine aus Gummiband oder Paracord für trockene Kleidung ohne Hotelservice, während Ohrstöpsel oder Noise-Cancelling-Kopfhörer den Schlaf im Flieger oder neben der Partymeile retten und einem das Gefühl geben, in einer eigenen kleinen Ruhezone zu schweben.

Garantierte Orientierung

Offline-Karten auf dem Smartphone, die man vorher bei Diensten wie Google Maps kostenfrei herunterladen kann und die ein Jahr lang nutzbar bleiben, machen unabhängig vom Netz und retten einen zuverlässig, wenn man in einer Altstadt mit verwinkelten Gassen plötzlich merkt, dass das Roaming-Datenvolumen sich verabschiedet hat.

Und eine Powerbank mit Solarfunktion ist gerade bei Outdoor-Abenteuern ein echter Lebensretter – besonders dann, wenn man irgendwo zwischen Berggipfel und Waldlichtung feststellt, dass das Handy nur noch fünf Prozent hat und der Rückweg länger ist als gedacht.

Nummern, die man lieber vorher kennt

Die wichtigsten Telefonnummern sollte man auf Reisen stets parat haben.

Mindestens genauso wichtig wie Strom sind Telefonnummern, die man besser schon vor der Reise ins Handy tippt oder auf einem Zettel notiert. Der EU-weite Notruf ist unter 112 erreichbar, das Auswärtige Amt unter +49-3018-170, und wer seine Bank- oder Kreditkarte sperren lassen muss, wählt +49-116116 oder +49-30-40504050. Bei Unfällen im Ausland hilft der Zentralruf der Autoversicherer unter +49-40-300330300, während der ADAC-Auslandskontakt unter +49-89-222222 erreichbar ist. Wer vorbereitet ist, spart im Ernstfall Nerven und wertvolle Zeit – und hat das beruhigende Gefühl, im Notfall nicht erst lange suchen zu müssen.

Die kleinen Tricks des großen Packens

Doch die kleinen Geheimnisse des Reisens gehen noch weiter. Kleidung lässt sich rollen statt falten, was nicht nur Platz spart, sondern auch dafür sorgt, dass die Klamotten erstaunlich knitterfrei bleiben. Schuhe verschwinden in einer Duschhaube und bleiben so vom Rest des Gepäcks getrennt – ein Trick, der besonders dann Gold wert ist, wenn man nach einem Regenschauer durch Pfützen gestapft ist.

Eine Mini-Waage verhindert böse Überraschungen am Check-in-Schalter, wenn der Koffer plötzlich schwerer ist als gedacht, weil man unterwegs doch noch ein paar Souvenirs eingesammelt hat.
Digitale Kopien von Reisepass und Tickets in der Cloud sind ebenso hilfreich wie ein kleiner Notfall-Geldschein im Handycover, der schon so manche Reise gerettet hat, wenn der Geldautomat streikt oder die Kreditkarte plötzlich eine Pause einlegt.

Abenteuer mit Stil und Gelassenheit

Ein Stück Wäscheleine gehört ebenfalls zu den praktischen Helfern auf Reisen.

Kurzum: Reisen ist Abenteuer, und Abenteuer bedeutet Improvisation. Mit ein paar kleinen Tricks wird aus dem Abenteuer kein Drama, sondern eine charmante Sammlung kleiner Siege über den Alltag. Wer clever packt, vorbereitet ist und sich nicht aus der Ruhe bringen lässt, reist entspannter und hat am Ende mehr Zeit für das, worum es wirklich geht – die Welt mit offenen Augen und einem Lächeln zu genießen, egal ob in der Großstadt, am Strand oder irgendwo zwischen Bergpfad und Marktplatz.

Buchtipp: Ein praktischer Helfer für unterwegs …

Shit happens – im echten Leben und auch in freier Wildbahn daher die Frage How to shit in the woods? Und früher oder später wird jeder Outdoorer erkennen, dass es weit komplizierter sein kann als vermutet, sein kleines oder großes Geschäft an der frischen Luft zu erledigen. Dieser Ratgeber nähert sich dem Thema mit viel Humor und ohne Berührungsängste.

How to shit in the woods Copyright Karsten-Thilo RaabKurze Ausflüge zur Toilettenkultur in verschiedenen Ländern leiten unterhaltsam zum eigentlichen Thema des Buches über: praxistauglichen Tipps zur Verrichtung des Geschäfts in freier Wildbahn. Erhöht wird der Nutzwert des handlichen und trotz allen Humors ernst gemeinten Ratgebers durch zahlreiche Produkttipps für praktische Hilfsmittel – vom Klappspaten bis zur faltbaren Papptoilette. Auch der perfekte Geschenktipp …

Pressestimmen
„Das handliche Buch hält neben allerlei Historischem und Kuriosem vor allem Unmengen an Tipps rund ums Defäkieren und Urinieren außerhalb des geschützten Rahmens der heimischen Toilette bereit – eine echte Leseempfehlung für alle, die tiefer ins Thema einsteigen wollen“, urteilte die Saarbrücker Zeitung

„Der ultimative Klo-Ratgeber für Natur-Liebhaber“, befand die Hamburger Morgenpost. „How to shit in the woods (…) erklärt auf 96 Seiten viel Einleuchtendes zur Theorie des Sich-Erleichterns“, schrieb Die ZEIT; „eine gleichermaßen nützliche wie vergnügliche Lektüre“ lautete das Fazit der Wanderlust und „allerhand Tipps für das dringende Bedürfnis in der Wildnis“, wertete die Bild-Zeitung.

Karsten-Thilo Raab berichtet seit mehr als drei Jahrzehnten für eine Vielzahl von Zeitungen und Magazinen über Reiseziele weltweit. Zudem hat er sich einen Namen gemacht als Autor von mehr als 120 Reise-, Wander- und Radführer sowie Bildbänden.

Erhältlich ist How to shit in the woods (ISBN: 978-3-86686-824-3,  7. Auflage) von Karsten-Thilo Raab und Ulrike Peters für 9,90 Euro im Buchhandel oder online bei allen gängigen Versandbuchhändlern wie www.conrad-stein-verlag.de

Karsten-Thilo Raab

berichtet seit mehr als drei Jahrzehnten für eine Vielzahl von Zeitungen und Magazinen über Reiseziele weltweit. Zudem hat er sich einen Namen als Autor von mehr als 120 Reise-, Wander- und Radführern sowie Bildbänden gemacht.