Jungfraujoch: Wo Eis Geschichte schreibt

Jungfraujoch
Ein Mythos in den Schweizer Alpen ist bis heute das Jungfraujoch. – Foto: Jungfraubahnen

Mit der Jungfraubahn geht’s hoch hinaus – und zwar richtig hoch: auf stolze3.454 Meter. Dort, wo Licht und Schatten eine Bühne aus Eis und Schnee zaubern, wartet nicht nur der höchste Bahnhof Europas, sondern ein Ort, an dem sich Natur, Geschichte und Forschung seit über 100 Jahren die Hand geben. Willkommen am Jungfraujoch, wo Schönheit und Wandel sich begegnen – ganz ohne künstliche Inszenierung.

Pioniergeist mit Höhenluft

Mühsam wurde das Bergmassiv – hier im Jahre 1903 – bearbeitet. – Foto: Jungfraubahnen

Die Story beginnt im Jahre 1912: Nach 16 Jahren Bauzeit schnaubte die Jungfraubahn erstmals durchs ewige Eis. Ein Projekt, das damals als waghalsig galt – initiiert vom Zürcher Industriellen Adolf Guyer-Zeller. Sprengungen im Fels, extreme Bedingungen und clevere Ingenieurskunst machten den Bau zur alpinen Meisterleistung. Von Anfang an war das Jungfraujoch mehr als ein Touristenmagnet: Meteorologen, Gletscherforscher und Wissenschaftler nutzten den Ort als Labor unter freiem Himmel.

Zwischen Himmel und Gletscher

Ein historischer Moment am Jungfraujoch: Die letzten zehn Meter beim Durchstich im Jahre 1912. – Foto: Jungfraubahnen

Während unten das idyllische Grindelwald ruht, öffnet sich oben der Blick auf das UNESCO-Weltnaturerbe mit dem mächtigen Aletschgletscher. Ob Sphinx-Aussichtsplattform, Gletscherplateau oder der geheimnisvolle Eispalast – hier zeigt sich die Kraft der Natur in ihrer ganzen archaischen Schönheit. Der Eispalast, in den 1930ern von Bergführern ins Eis geschlagen, beherbergt bis heute kunstvolle Skulpturen, die regelmäßig erneuert werden. Ein stilles Sinnbild dafür, dass Eis lebt – und sich ständig verändert.

Wenn das Eis Geschichten erzählt

Ein Blick in den Bahnhof in den 1960er Jahren. – Foto: Jungfraubahnen

Das Jungfraujoch ist kein reiner Aussichtspunkt, sondern ein **Klassenzimmer der Alpen**. Die „Alpine Sensation“-Tour führt durch Sphinx, Eispalast und Gletscherplateau und erklärt, warum Gletscher als Archive der Natur gelten. Ihr Rückzug erzählt von Vergangenheit und Zukunft unseres Klimas – Wissen zum Anfassen, besonders für Schulklassen und Gruppen. Wer die Spuren des Gletschers weiterverfolgen möchte, besucht die Gletscherschlucht Grindelwald. Einst vom Unteren Grindelwaldgletscher geformt, zeigt sie eindrucksvoll, wie Wasser und Zeit das Gebirge modellieren.

Wandel erleben – Verantwortung übernehmen

Der Eispalast weiß bis heute zu faszinieren. – Foto: Jungfraubahnen / David Birri

Gerade im Sommer wird der Rückzug des Eises sichtbar. Felsen treten hervor, Wege müssen neu gedacht werden. Für die Jungfraubahnen und Grindelwald Tourismus heißt das: Verantwortung übernehmen. Sicherheitsrouten werden angepasst, Besucherströme gelenkt und sensible Zonen geschützt. Statt Rückzug steht Bewusstmachung im Fokus – Gäste werden informiert und sensibilisiert für einen respektvollen Umgang mit der alpinen Natur.

Ein Ort, der bleibt

Auch an Pionier Adolf Guyer-Zeller wird anschaulich erinnert. – Foto: Jungfraubahnen / David Birri

Wenn das Winterlicht über den Aletschgletscher fällt und das Eis in tausend Nuancen schimmert, versteht man, warum dieser Ort seit Generationen Menschen bewegt. Der Blick aus dem Tunnel, der Gang durch den Eispalast, der Wind auf dem Plateau – all das verbindet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Alpen. Weitere Informationen unter www.jungfrau.ch.

Beeindruckende Skulpturen hält der Eispalast vor. – Foto: Jungfraubahnen / David Birri

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Der eisige bis frostige Buchtipp

Schon kurz nach Fynns Ankunft im Forschungscamp seines Vaters in der frostigen Arktis passieren unglaubliche Dinge. Nur gut, dass Fynns neue Freundin Maja sich weder vor der Blauen Hexe der Tiefe, den Geschehnissen im Land der Koingz, noch vor der Verbrecherbande in der bizarren Unterwasserstadt einschüchtern lässt.

Und mit ein bisschen Glück gelingt es den beiden sogar, die Waldriesen aus ihrem steinernen Gefängnis zu erlösen. Doch werden sie es auch schaffen, das geheimnisvolle Amulett des Meisters der Finsternis zu aktivieren und ihre Eltern aus den Klauen des ewigen Eises zu befreien?

Ohne Frage, hat Meister der Finsternis schon jetzt das Potential zum Jugendbuch des Jahres, auch wenn der Abenteuerroman von Mortimer Reisemagazin Redakteurin Susanne Timmann ganz sicher nicht nur Kinder und Jugendliche in seinen Bann ziehen dürfte.

Erhältlich ist das Meister der Finsternis (ISBN 978-3-939408-65-9) von Susanne Timmann für 17,99 Euro im Buchhandel oder versandkostenfrei beim Westflügel Verlag.

Mortimer

Seit dem Jahr 2011 berichtet das Mortimer Reisemagazin tagtäglich in Wort, Bild und teilweise mit Videos aus der Welt des Reisens. Mehr als 8.000 Beiträge über Destinationen aus allen Teilen der Erde stehen für Interessierte mittlerweile kostenfei bereit.