Von 21. September 2013 Mehr →

Las Vegas – legendärer Wüstentreff der Glücksritter und Möchte-Gern-Millionäre

Mit einem Rutsch durch das Glücksspielparadies hoch über der Fremont Street von Las Vegas. (Foto: Dieter Shane)

Mit einem Rutsch durch das Glücksspielparadies hoch über der Fremont Street von Las Vegas. (Foto: Dieter Shane)

Die Wüste lebt. Und wie. Der Eiffelturm ragt einen Steinwurf vom römischen Kolosseum in den Himmel. Die Sphinx bildet einen ungewöhnlichen Kontrast zum Empire State Building. Nein, dies ist keine Halluzination. Die markanten Bauwerke stehen hier wirklich – und dies mitten in der Wüste von Nevada. Sie bilden die Kulisse für eine Traumwelt, in der viele Träume auf Sand gebaut sind. Vor allem die vom Glück und großen Geld. Beides kann in Vegas erlangt werden – theoretisch. Hier wurde mancher über Nacht zum Millionär, hier wurden aber mehr Millionenträume begraben.

Die Wüste lebt, wie der rollende Rubel im Glückspielparadies belegt.

Die Wüste lebt, wie der rollende Rubel im Glückspielparadies belegt.

Am südlichen Ende des „Strip“, wie die 7,2 Kilometer lange Prachtstraße Las Vegas Boulevard genannt wird, stechen die Pyramide des Luxor Hotels sowie die Sphinx ins Auge. Der Laserstrahl aus der Spitze der Pyramide ist sogar vom Weltall aus zu erkennen. Und im Venetian kann sich der Gast mit einer Gondel durch künstliche Kanäle schippern lassen und auf dem nachgebauten Markusplatz italienischen Espresso genießen. Nur die Tauben fehlen hier. Denen ist es in der Wüste wohl zu heiß.

Gut 300 Hotels und Motels haben in der Wüstenstadt die Lizenz zum Gelddrucken. Sie alle verfügen über Casinos, in denen einarmige Banditen zu Groschengräbern werden, in denen aufgeregte Spieler aus allen Ländern der Erde beim Black Jack oder Poker auf ein Ass im Ärmel hoffen, während andere in Erwartung der richtigen Zahl beim Roulette fast am Rad drehen. Die Casinos in Vegas haben rund um die Uhr geöffnet. Die meisten bieten „gaming classes“ an, um die Besucher mit Glücksspielen, deren Regeln und Besonderheiten vertraut zu machen. So etwa montags bis freitags um 11 Uhr (Roulette) beziehungsweise um 11.30 Uhr (Black Jack) im Excalibur oder mittwochs bis samstags um 10 Uhr (Black Jack) beziehungsweise 11.15 Uhr (Roulette) im Tropicana,. Doch Vorsicht: Trotz des theoretischen Spielwissens verprasst jeder Vegas-Besucher im Schnitt 556 Dollar. Denn in Las Vegas gilt die alte Spielerweisheit: Die Bank gewinnt immer.

Alles auf die 13: In Vegas wurden Millionäre gemacht und noch mehr Millionenträume begraben. (Foto: Main Street Station)

Alles auf die 13: In Vegas wurden Millionäre gemacht und noch mehr Millionenträume begraben. (Foto: Main Street Station)

Wem die Wüstentemperatur und das Glücksspiel zu heiß werden, kann in Vegas im wahrsten Sinne des Wortes einfach mal abtauchen. Ob tropisches Strandvergnügen, schwimmen zwischen Marmorstatuen wie im Garden of the Gods im Ceasars Palace, wo auch in den Bacchus Pools ein privater Butlerservice angeboten wird –Vegas lässt kaum Wünsche offen.

Im Pool des Golden Nugget können, nur durch eine Glasscheibe getrennt, entspannt Bahnen direkt neben Haien in dem fast eine Million Liter fassenden Pool The Tank gezogen werden. Zudem führt eine Wasserrutsche direkt durch das Haifischbecken. Derweil sorgen im Mandalay Bay Resort ein künstlicher Strand und künstliche Wellen für Strandatmosphäre am Pool. Natürlich lässt sich auch in Badehose das Glück am Spieltisch probieren. Die angesagteste Poolparty von Vegas steigt sonntags ab 11 Uhr bis zum Sonnenuntergang im Hard Rock Hotel & Casino wenn namhafte Discjockeys hier auflegen. Der Eintritt beträgt 30 Dollar für Frauen und 50 Dollar für Männer.

Ein Hauch von Paris in der Wüste von Nevada.

Ein Hauch von Paris in der Wüste von Nevada.

Für die einen geht es beim Glücksspiel bergab, wenn auch unfreiwillig. Für die anderen ist es das Begehr, möglichst schnell bergab zu rutschen – und zwar beim Zap-Lining, dem Seilrutschen. An der Fremont Street ermöglicht die Rutschpartie an einem Seil ganz ungewöhnliche Blicke auf die Wüstenmetropole. In einem speziellen Geschirr aus Gurten geht es mit bis zu 45 Stundenkilometern eine 243 Meter lange Strecke nach unten. Wer es länger mag, kann auch einen organisierten Abstecher zum 30 Minuten entfernten Bootleg Canyon unternehmen, wo das Zip-Lining gleich über vier Distanzen mit Längen von bis zu 568 Metern möglich ist.

Ein Nervenkitzel der besonderen Art wartet auch im 359 Meter hohen Stratosphere Tower. Im größten freistehenden Aussichtsturm der USA befindet sich ein Vergnügungspark, dessen Achterbahn X-Scream die Fahrgäste in 350 Metern Höhe über den Rand des Turms befördert oder sie beim Big Shot bis zu 50 Meter hoch in die Luft katapultiert.

Die besten Blicke auf Vegas bieten sich im Rahmen eines 20-minütigen Hubschrauber-Rundflugs zum Hoover Dam an. Neben dem 221 Metern Stauwerk und der spektakulären Colorado River Bridge werden Lake Mead, Amerikas größtes künstliches Wasserreservoir, zahlreiche Nebenflüsse des Colorado, der malerische Black Canyon sowie der Las Vegas Strip überflogen.

Funkelnde Glitzerwelt: The Strip. (Foto Bob Brye)

Funkelnde Glitzerwelt: The Strip. (Foto Bob Brye)

Nicht fehlen darf in Vegas ein ausgiebiges Einkaufserlebnis. Nahezu alle großen Hotels verfügen über eigene Shoppingtempel der Superlative. Im Caesars Palace, 3570 South Las Vegas, locken auf 95.000 Quadratmetern Verkaufsfläche die Angebote der Forum Shops. Luxusgüter werden auch in der Wynn Esplanade feilgeboten.  Derweil besticht die Fashion Show Mall mit ihren 200 Boutiquen und Modegeschäften nicht nur mit einer schier unglaublichen Auswahl, sondern weiß auch mit täglichen Modeshows Appetit auf ein Stück feiner Kleidung zu machen. Ob noch genug Geld für den neusten Vegas-Chic da ist, darüber entscheidet allerdings häufig schon am Vortage die Roulettekugel. Auf www.VisitLasVegas.com kann übrigens unter der Rubrik „Shopping“ der „Shop Las Vegas Passport“ herunter geladen werden. Dieses Coupon Heft gewährt Preisnachlässe und kleine Geschenke in fast allen Vegas Shopping Centern.

Eine der besten Adresse in Vegas für kulinarische Hochgenüsse ist Joël Robuchon im MGM Grand. Die ausgefallenen Menüs des Drei-Sterne-Restaurants beginnen bei 120 Dollar. Im 23. Stockwerk des Mandarin Oriental betreibt der ebenfalls mit drei Michelin Sternen ausgezeichnete Koch Pierre Gagnaire das Restaurant Twist. Die Menüs, die bei 105 Dollar für drei Gänge beziehungsweise 189 Dollar für sechs Gänge liegen, bestehen aus klassisch französischen Gerichten mit modernen Einflüssen.

Drahtseilakt: Zip-Lining über dem Bootleg Canyon. (Foto Dieter Shane)

Drahtseilakt: Zip-Lining über dem Bootleg Canyon. (Foto Dieter Shane)

Wer es lieber preiswerter mag, kommt bei den All-you-can-eat-Angeboten der großen Hotels auf seine Kosten. Die reichhaltigen Buffets im MGM beispielsweise kosten je nach Wochentag zwischen 29.99 Dollar und 35.99 Dollar. Donnerstags wird ein Fisch-Buffet für 32.99 Dollar angeboten. Ebenso üppig und reichhaltig sind auch die Buffets im Wicked Spoon im Cosmopolitan, die sonntags bis donnerstags von 17 bis 21 Uhr sowie freitags und samstags bis 22 Uhr für 35 Dollar vorgehalten werden.

Recht unbekannt ist die „tierische Seite“ von Las Vegas. Die Magier Siegfried & Roy haben nach ihrer Showkarriere ihre weißen Königstiger im Secret Garden and Dolphin Habit im Mirage Hotel, beheimatet, wo es außerdem weiße Löwen, Panther, Schneeleoparden und Delphine zu bestaunen gibt. Von chilenischen Flamingos über exotischen Kois, Schildkröten und Schwäne sind im Flamingo Wildlife Habit im Flamingo Hotel diverse Arten vertreten. Ein wahres Luxusleben führen die Löwen des Lion Habit im MGM Grand Hotel, die sich die Besucher aus nächster Nähe anschauen können. Die Haie der Mandaly Bay’s Shark Reefs durchkreuzen antiken Tempel, versunkene Ruinen und Schiffe in ihrem riesigen Aquarium.


 Informationen: www.visitlasvegas.de, www.visitlasvegas.com

Klima: Las Vegas zählt durchschnittlich 320 Sonnentage pro Jahr. Die Temperaturen liegen zwischen November und Februar zwischen 15 bis 20 Grad Celsius. Im Frühling und Herbst steigen die Temperaturen auf 20 bis 25 Grad Celsius und im Juli und August gerne mal über 40 Grad Celsius.

Zap-Lining: Für 15 Dollar (vor 18 Uhr) beziehungsweise 20 Dollar nach 18 Uhr) ein unvergessliches Erlebnis, das bei Flightlinez, 425 Fremont St – Suite 160, Telefon 01-702-4107999, www.flightlinezfremont.com, gebucht werden kann.

Buchungen und Infos bei Flightlinez Bootleg Canyon, 1512 Industrial Boulevard, Boulder City, NV 89005, Telefon 001-702-2936885, www.flightlinezbootleg.com. Die Kosten liegen hier bei 159 Dollar.

Hubschrauber-Rundflug: Papillon, 3900 Paradise Road, Suite 233, Telefon 001-702-7366322, www.papillon.com. 169 Dollar kostet die Tour inklusive Transfer vom und zum Hotel.

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