Von 12. November 2011 Mehr →

Kalimantan – die Zweidrittelinsel

Kalimantan, der indonesische Teil Borneos, nimmt rund zwei Drittel der drittgrößten Insel der Welt ein. Äquatoriale Regenwälder, dampfenden Sumpflandschaften sowie bis zu 2.000 Meter hoch aufragende Gebirge prägen das Landschaftsbild. Ein dichtes Netz an mächtigen Strömen und Flüssen durchzieht den Urwald. Die unzähligen Wasserwege sind hier sozusagen die Straßen, die Boote ersetzen die Autos. Und so lässt sich die Ursprünglichkeit der Insel am besten mit dem Flussbus erkunden. Ein guter Startpunkt für eine faszinierende Reise auf dem größten Fluss der Provinz, dem Mahakam, ist die Großstadt Samarinda mit ihren 700.000 Einwohnern.

Fast 50 Kilometer stromaufwärts vermittelt das Mulawarman Museum in Tenggarong einen Eindruck vom traditionellen Leben, den Handwerkskünsten und der Kultur der Ureinwohner, der Dayaks. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein galten die Dayaks, deren Markenzeichen auffällig große Ohrringe und markante Tätowierungen sind, als gefürchtete Kopfjäger. Heute erinnern zumeist nur noch kunstvolle Schnitzereien und der ein oder andere rauchgeschwärzte Schädel, der an den Decken der typischen Langhäuser baumelt, an diese grausame Zeit. Die Behausungen der Dayaks lassen sich in Tanjung Isuy und Mancong besonders gut in Augenschein nehmen. Wer mag, kann hier sogar übernachten. Und während ein paar Flusskilometer weiter der Orchideenwald bei Melak mit einer grandiosen Blütenpracht aufwartet, sind im Seengebiet um Muara Muntai seltene Fluss-Delfine anzutreffen.

Fast schon obligatorisch ist auch ein Abstecher zum Tanjung Puting Naturreservat südwestlich von Palangkaraya in Zentralkalimantan. Der von ausgedehnten Sumpfgebieten durchzogene Nationalpark beheimatet unter anderem Orang Utans, Nasenaffen, Gibbons, Flugdrachen, Zwerghirsche und Krokodile, aber auch eine Vielzahl an seltenen Wasservögeln. Die wohl faszinierendste Stadt in Kalimantan ist das quirlige Banjarmasin im Süden der Insel. Durchzogen wird das Stadtgebiet der 625.000-Einwohner-Metropole durch ein dichtes Netz an Flüssen und Kanälen, das gleichzeitig als Verkehrsader, Transportweg, Einkaufsstraße, Waschgelegenheit und Toilette genutzt wird. Im Rahmen einer Flusstour lohnt vor allem der Besuch der schwimmenden Märkte von Kuin, wo Fisch, Obst und Gemüse lautstark feilgeboten werden. Weitere Informationen unter www.tourismus-indonesien.de.

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