Riffretter – Korallen pflanzen im Paradies

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Im Rahmen des „Adopt a Coral“ Programms pflanzen Gäste im Sheraton Maldives unter Anleitung einer Meeresbiologin Korallenfragmente. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Zwischen türkisblauen Lagunen und weißen Sandstränden wartet auf den Malediven ein Erlebnis, das weit über das klassische Inselparadies hinausgeht: Gäste des Sheraton Maldives Full Moon Resort & Spa können selbst zum Riffretter werden. Beim Projekt „Adopt a Coral“ pflanzen sie unter Anleitung einer Meeresbiologin Korallenfragmente.

Das Sheraton Maldives Full Moon Resort ist bemüht, die Meeresvielfalt zu bewahren. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Die Malediven gelten häufig als ein Synonym für Traumstrände mit weißem Sand, türkisblaues Wasser und Luxusresorts. Doch wer hier Urlaub macht, kann mehr erleben als Müßiggang zwischen Palmen und traumhafte Sonnenuntergänge. Im Sheraton Maldives Full Moon Resort & Spa im Nord-Malé-Atoll wartet ein Projekt, das Gäste mitten ins Herz der marinen Biodiversität führt: „Adopt a Coral“.

Korallen pflanzen

Cailin Roberts ist Meeresbiologin aus Leidenschaft. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

„Korallen sind nicht nur wunderschön anzusehen, sie sind überlebenswichtig für unzählige Fischarten“, bringt Cailin Roberts es kurz und prägnant auf den Punkt. Gleichzeitig betont die ausgebildete Meeresbiologin mit ernster Miene: „Wenn wir die Korallen verlieren, verlieren wir einen großen Teil der marinen Biodiversität.“

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Kleine Korallenfragmente werden an spezielle Rahmen befestigt. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Die 23-jährige Südafrikanerin ist trotz ihres jungen Alters in Sachen Korallenschutz so etwas wie ein „alter Hase“. Schon von Kindheitstagen an begeisterte sich die Blondine für die Vielfalt der Unterwasserwelt. Und so ist es für sie eine Herzensangelegenheit, sich für den Erhalt der marinen Vielfalt mit Nachdruck zu engagieren.

Gelebter Kindheitstraum

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Die Korallenfragmente müssen sorgfältig befestigt werden. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

„Hier auf den Malediven habe ich die großartige Gelegenheit, meiner Leidenschaft auch beruflich nachzugehen“, schwärmt Roberts für ihre ungewöhnliche und überaus spannende Aufgabe auf der Resort-Insel Furanafushi in Sichtweite von Malé, der Hauptstadt des gut 1.200 Eilands zählenden Inselstaats im Indischen Ozean.

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Mit Kabelbindern werden die Korallenfragmente festgezurrt. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Seit mittlerweile gut einem Jahr ist Roberts einer der unermüdlichen Triebfeder für das Korallenprojekt des Sheraton Maldives. Obschon ihr Vertrag noch ein Jahr läuft, hofft sie schon jetzt, ihre Aufgabe auch danach weiter fortsetzen zu können.

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Die gesandeten Rahmen werden komplett von Korallen überwachsen. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Gemeinsam mit der Meeresschutzorganisation Reefscapers und mit tatkräftiger Unterstützung der Gäste setzt sie sich tagein, tagaus mit Hingabe für die Wiederherstellung der Korallenriffe ein. Unter ihrer Anleitung befestigen umweltbewusste Urlauber kleine Korallenfragmente an rostfreien, gesandeten Rahmen, die eigens auf einer Insel im Baa-Atoll gefertigt werden. Anschließend werden die Rahmen in den flachen Lagunen oder direkt am Riff vor dem Resort platziert.

Wachstum mitverfolgen

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Meeresbiologin Cailin Roberts überprüft die angebrachten Korallenfragmente. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Befestigt werden die Korallenfragmente sehr zur Verwunderung der Gäste mit Kabelbinder aus Plastik. „Dies ist leider aktuell ein Stück weit alternativlos“, erläutert Cailin, dass die Halterung binnen kurzer Zeit komplett von den nachwachsenden Korallen umschlossen und überwachsen werden und dass keine Plastikpartikeln im Meer umhertreiben würden.

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Die fertig bestückten Gestelle werden schließlich am Riff versenkt. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Bereits nach sechs Monaten zeigen sich erste Erfolge einer jeden Pflanzaktion am Hausriff vor dem Sheraton Maldives Full Moon Resort: Neue Äste sprießen, Fische kehren zurück. Nach vier Jahren sind die Rahmen dann in der Regel vollständig überwachsen – ein kleines Wunder der Natur.

Win-win-Situation

Auf den unterschiedlich großen Gestellen gedeihen die Korallen prächtig. – Foto: Marriott International / Judith Anne Cruz

„Jeder Rahmen trägt eine eigene Seriennummer, so dass interessierte Gäste das Wachstum ihrer Korallen online verfolgen können und so zuhause ein Stück Urlaub erleben, das bleibt“, verrät Roberts, dass die Gäste im Nachgang zu ihrer Pflanzaktion neben einem Zertifikat halbjährlich digital aktuelle Bilder von ihrem Rahmen erhalten und den Erfolg online unter http://reefscapers.com/sheraton-maldives/ mitverfolgen können.

Die Unterwasserwelt vor Furanafushi weißt Korallen in vielen Formen und Farben auf. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

„Bislang konnten an zwei Stellen vor Furanafushi mehr als 850 Korallenrahmen erfolgreich verpflanzt werden“, berichtet Roberts nicht ohne Stolz. „Dadurch sind schon nach kurzer Zeit Fisch- und Rochenarten zurückgekehrt, die seit vielen Jahren nicht mehr gesehen wurden.“

Regelmäßig kontrollieren die Meeresbiologen den Zustand der Korallen. – Foto: Marriott International / Judith Anne Cruz

Dabei schafft das Umweltprojekt nicht nur neuen Lebensraum für bedrohte Arten, sondern auch besondere Arbeitsplätze auf den ansonsten vornehmlich vom Tourismus geprägten Malediven: Die Herstellung der speziellen Rahmen bietet einigen Einheimischen im Baa-Atoll eine nachhaltige Alternative zur Fischerei und zu den Jobs in der Hotellerie.

Wissen schaffen, Arten schützen

Bei Schnorcheln vor Furanafushi erfeuen sich die Gäste an der Korallenpracht. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Die Begeisterung von Cailin Roberts für das Meer begann schon früh: „Ich hatte meinen ersten Tauchgang bereits im Teenager-Alter – mit Fischen und Haien. Das hat mein Leben nachhaltig verändert.“

Meeresbiologin Cailin Roberts freut sich über jeden ferigstellten Rahmen. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Heute vermittelt sie ihr großes, im Rahmen des Meeresbiologiestudiums erweitertes Wissen abseits des Korallenprojekts in Vorträgen, begleitet Schnorchelsafaris und Delfinbeobachtungstouren. Gäste erfahren dabei nicht nur Spannendes über die fragile Unterwasserwelt, sondern tragen auch aktiv zur Datensammlung über die umliegenden Riffe und ihre Bewohner bei.

Spektakuläre Rettungsaktionen

Viele Sheraton-Gäste engagieren sich im Urlaub mit Hingabe für den Gewässerschutz. – Foto: Marriott International / Judith Anne Cruz

„Leider sind auch wir trotz aller Sorgfalt nicht vor Rückschlägen gefeit, lassen uns aber davon nicht entmutigen“, berichtet Roberts von Problemen aufgrund der langsam steigenden Wassertemperatur in diesem Teil der Welt. Auch Stürme stellen das Bemühen um die Wiederherstellung und Ausweitung des Korallenriffs immer mal wieder vor besondere Herausforderungen.

Korallenfragmente bilden die Basis für neues Wachstum. – Foto: Marriott International / Judith Anne Cruz

So mussten Roberts und ihre Kollegen erst Anfang 2025 wetterbedingt eine spektakuläre Rettungsaktion für die noch nicht fest verwachsenen Rahmen starten, um diese im Sturm nicht zu verlieren. Und so wurden die gefährdeten Korallen kurzerhand sicherheitshalber temporär in eine Restaurationszone des Resorts gebracht – ein Einsatz, der zeigt, wie wichtig dem Resort und den Reefscapers das Vorhaben ist.

Nachhaltigkeit mit System

Das Korallenprojekt trägt dazu bei, die paradiesische Wasserwelt am Sheraton Maldives Full Moon Resort zu erhalten. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Übrigens ist das Korallenprojekt Teil der umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie des Resorts und unterstützt die selbst aufgelegte „Serve 360“-Verpflichtung der Marriott-Gruppe zu verantwortungsvollen Geschäftspraktiken. Forschung, Aufklärung und die Befähigung zukünftiger Generationen stehen dabei im Mittelpunkt.

Das Unterwasserkaleidoskop weiß zu begeistern. – Foto: Mortimer Reisemagazin

Als nicht unerheblicher Teil dieses Projektvorhabens ist Cailin Roberts überzeugt: „Das Projekt wächst auch dank der Unterstützung unserer Gäste langsam, aber kontinuierlich weiter. Ich freue mich jeder Tag darauf, jede gepflanzte Koralle in ein, zwei Jahren in ihrer vollen Pracht sehen zu können – mit all den bunten Fischen, die sie hoffentlich anziehen.“

Abenteuer über und unter Wasser

Bei den Delfin-Safaris lassen sich die verspielten Meeressäuger hautnah beobachten. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Neben dem Korallenprojekt lockt das Sheraton Maldives mit weiteren Naturerlebnissen: Abends starten die bei Klein und Groß beliebten Delfintouren in einem Dhoni, dem traditionellen Boot auf den Malediven. Nicht selten tauchen die gräulichen Flipper wie bestellt vor dem Bug auf und hüpfen verspielt über die Wasseroberfläche, während mit der Dämmerung kleine Schwarzspitzen-Riffhaie in der Kakuni-Bucht vor dem Resort entspannt ihre Runden drehen.

Fische in allen Größen und Farben sind vor Furanafushi anzutreffen. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Natürlich gehören die Schnorcheltouren in der Lagune und zum Riff zu den Höhepunkten für alle, die sich der Faszination diese bunten Unterwasserkaleidoskops nicht entziehen können. Da tummeln sich Papageien-, Doktor-, Clown- und Schmetterlingsfische, aber auch Muränen und Kugelfische sowie größere Arten wie Napoleon-Lippfische, Barrakudas, Thunfische, Schnapper, Riesenmakrelen und majestätische Mantarochen. Hinzu kommen seltene Meeresschildkröten.

Die Flughunde hängen nicht selten entspannt ab. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Neben zahlreichen Vogelarten wartet auf Furanafushi noch eine Besonderheit: die Insel-Flughunde. Die imposanten Tiere, die den Fledermäusen ähneln, aber deutlich größer und auch teilweise tagaktiv sind, gehören zur heimischen Fauna und lassen sich bei ihrer Jagd nach Insekten auf dem üppig grün bewachsenen Eiland hautnah beobachten.

Ein Urlaub, der bleibt

Traumhaft schön: Wasservillen auf Furanafushi im Sheraton Maldives Full Moon Resort. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Wer in diesem Teil der Malediven Urlaub macht, nimmt – sofern er sich für das Projekt „Adopt a coral“ interssiert – mehr mit als bloße Erinnerungen an Palmen und Strände. Er wird Teil eines Projekts, das die Zukunft der Malediven sichert. Gäste pflanzen Korallen, erleben Delfine, lernen von Meeresbiologen – und tragen dazu bei, dass die fragile Unterwasserwelt überlebt.

Das Sheraton verbindet Urlaubsgenuss mit Umweltschutz. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

„Setzen Sie sich mit uns für unsere Korallen ein – als gemeinsames Engagement für unsere Meere und ihre unverzichtbare Flora und Fauna“, lautet dann auch die gemeinsame Botschaft des Sheratons und der Reefscapers. Ein Aufruf, der bleibt.

Wissenswertes in Kurzform

Das Sheraton Maldives Full Moon Resort hält sowohl Strand- als auch Wasservillen vor. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin

Informationen: Das Sheraton Maldives Full Moon Resort & Spa liegt im Nord-Malé-Atoll nur einen Steinwurf entfernt von Malé und dem benachbarten Hulhumalé auf der Insel Furanafushi. Die Überfahrt mit dem Speedboot dauert knapp 15 Minuten. Informationen unter www.SheratonMaldives.com

Adopt a coral: Über das Korallenpflanzprogramm auf Furanafushi informiert die Webseite http://reefscapers.com/sheraton-maldives/. Hier kann auch das Wachstum einzelner Rahmen verfolgt werden.


Die Recherche fand – ohne Einfluss auf die journalistische Ausarbeitung – auf Einladung / mit Unterstützung von Sheraton in Zusammenarbeit mit uschi liebl pr statt.

Karsten-Thilo Raab

berichtet seit mehr als drei Jahrzehnten für eine Vielzahl von Zeitungen und Magazinen über Reiseziele weltweit. Zudem hat er sich einen Namen als Autor von mehr als 120 Reise-, Wander- und Radführern sowie Bildbänden gemacht.