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Von 13. Mai 2019 Mehr →

Andorra – ein Zwergstaat mit großer Vielfalt

Einer der Prachtbauten von Andorra und Sitz des Parlaments: Das Casa de la Vall.

Einer der Prachtbauten von Andorra und Sitz des Parlaments: Das Casa de la Vall. (Foto Maria Rosa Ferre )

Unter den Zwergstaaten dieser Welt kann Andorra für sich reklamieren, einer der größten zu sein. Und dies, obwohl selbst der Bodensee mit 536 Quadratkilometern deutlich mehr Platz einnimmt, als das knapp 467 Quadratkilometer große Fürstentum in den Pyrenäen. Zudem ist der Bodensee verkehrlich besser erschlossen. Denn das Principat d`Andorra, so der offizielle Name des überschaubaren Gebirgslandes, verfügt weder über einen Verkehrsflughafen noch über ein Eisenbahnnetz. Lediglich gut 200 der 270 Straßenkilometer des Landes sind asphaltiert.

Markantes Bauwerk in der Haupstadt Andorra la Vella: Die Kirche Sant Esteve.

Markantes Bauwerk in der Haupstadt Andorra la Vella: Die Kirche Sant Esteve. (Foto JQMJ)

Zudem verfügt Andorra über keine eigene Währung. Früher dienten der französische Franc und die spanische Peseta als Zahlungsmittel. Seit 2002 ist es der Euro, obwohl das Fürstentum nicht Teil der Europäischen Union ist. Außerdem ist Andorra das einzige Land der Welt, in dem zwei ausländische Amtsträger zusammen die Funktion des Staatsoberhauptes wahrnehmen – dies sind der Bischof von Urgell und der Präsident von Frankreich.

Zugegeben, dies alles klingt ein wenig so, als würden die 76.000 Einwohner des Zwergstaates irgendwie hinter dem Mond leben. Doch weit gefehlt. Über Jahrzehnte galt Andorra, das dreimal größer als Liechtenstein und fast achtmal so groß wie San Marino ist, als Steueroase und Einkaufsparadies. Die geringen Steuersätze für Luxusartikel und Genusswaren locken insbesondere einige Millionen Tagestouristen pro Jahr aus dem benachbarten Frankreich und aus Spanien in die Pyrenäen.

Vor allem die Kapitale Andorra la Vella mutet wie ein einziges Einkaufsparadies an. Neben Hotels und gastronomischen Einrichtungen bestimmen hier Einkaufspaläste, Boutiquen, Shopping Malls und Outlet Stores das Straßenbild. Und in der Tat lässt sich hier noch immer so manches Schnäppchen machen.

Abseits der Konsumtempel gibt es in Andorra la Vella noch einiges zu entdecken. Etwa das Casa de la Vall. Der Sitz des Generalrates der Täler, wie das Parlament des Ministaates offiziell heißt, gilt als vermeintlich kleinstes Parlamentsgebäude des Kontinents. Im Jahre 1580 wurde das Bruchsteingemäuer im Stile eines katalanischen Herrenhauses errichtet. Interessierten stehen neben dem Gerichtssaal der Sitzungssaal des Generalrates, der Vornehme Saal und die mit traditionellen Möbeln eingerichtete Küche offen.

Der wichtigste Wellness-Tempel des Landes, das Caldea Spa in Escaldes-Engordany, weiß auch architektonisch Akzente zu setzen.

Der wichtigste Wellness-Tempel des Landes, das Caldea Spa in Escaldes-Engordany, weiß auch architektonisch Akzente zu setzen. (Foto LynxIV)

Nur einen Steinwurf vom Casa de la Vall erhebt sich die romanische Sant Esteve Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Überaus sehenswert sind auch das Gotteshaus Sant Climent (11. Jahrhundert) in der Kleinstadt Pal und die im Tal des Riu Valira del Nord gelegene Kirche Sant Martí von La Cortinada.

Die größten Pfunde, mit denen das gerade einmal 31 Kilometer in Ost-West-Richtung und 26 Kilometer in Nord-Süd-Richtung messende Land wuchern kann, sind die herrlichen Gebirgslandschaften. Mehr als ein Drittel Andorras liegt oberhalb der Waldgrenze. Allein 65 Berggipfel übersteigen die 2.000-Meter-Grenze. Größte Erhebung ist der Coma Pedrosa mit 2.942 Metern. Entsprechend gilt das Land in der warmen Jahreszeit als Wander- und Bergsteig-Paradies sowie in der kalten Jahreszeit als schneesicheres Wintersportareal zwischen Frankreich und Spanien, wobei Grandvalira und Vallnord zu den beliebtesten und größten Skigebieten avancieren.

Eine der vielen prächtigen Kirchen in Andorra: Sant Joan de Caselles.

Eine der vielen prächtigen Kirchen in Andorra: Sant Joan de Caselles in Canillo. (Foto Ferran Llorens)

Gut zehn Prozent der Landesfläche nimmt das von Heidenlandschaften und Torfmoren durchzogene Vall del Madriu-Perafita-Claror ein, das seit dem Jahre 2004 als Welterbe unter dem Schutz der UNESCO steht. Kaum minder beeindruckend ist der Naturpark Coma Pedrosa rund um den gleichnamigen Gipfel. Hier tummeln sich Gämse, Mufflons, Murmeltiere sowie Auerhühner, aber auch der Steinadler, Gänse-, Schmutz- und Bartgeier sind hier zu finden. Derweil kann sich der Sorteny-Naturpark rühmen, mehr als 700 Pflanzenarten zu beheimaten.

Erholung finden Wanderer, Bergsteiger und Skifahrer übrigens im 13.000-Seelen-Nest Escaldes-Engordany das Caldea, eines der größten europäischen Spa-Komplexe, das mit dem Wasser von mehreren heißen und schwefelhaltigen Thermalquellen gespeist wird. Weitere Informationen unter http://visitandorra.com.

Archiviert unter Topthema, Europa, Andorra
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