Von 10. März 2014 Mehr →

Wenn der Druck am größten ist: Praktische Toilettenfinder für unterwegs

Wenn der Druck am größten ist, findet sich oft keine Toilette - doch das Internet bietet Abhilfe. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Wenn der Druck am größten ist, findet sich oft keine Toilette – doch das Internet bietet Abhilfe. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Wer kann nicht ein Lied davon singen, wie ein Irrer völlig verzweifelt auf der Suche nach einer Toilette oder wenigstens einer geeigneten Ecke durch eine Stadt gerannt zu sein? Wie oft standen Verzweifelte schon vor einer Tür mit einem handgekritzelten Außer-Betrieb-Schild? Wie oft stehen Toiletten in Restaurants und Kneipen nur zahlenden Gästen zur Verfügung? Und wie oft stand man vor einer dieser Bezahltoiletten und hatte kein passendes Kleingeld? Keine Frage, die Toilettensuche in der Stadt kann weitaus frustrierender sein, als die Suche nach einem geeigneten Plätzchen in der Natur.

Wie so oft hält hier das Internet eine praktische Hilfe parat: Unter  www.lootogo.de wird ein bundesweiter Toilettenführer angeboten. Mit Hilfe dieser leicht zu bedienenden Klosuschmaschine lassen sich unter Angabe des Standortes in einer Suchmaske in Sekundenschnelle über 28.000 Toiletten ausfindig machen. Dabei finden sich hier nicht nur die Anschriften, sondern auch Bewertungen zu Sauberkeit, der Ausstattung, dem Personal, den Preisen und der Zugänglichkeit für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Der Service kann übrigens auch kostenlos als App auf einem Smartphone genutzt werden.

How to shit in the woods CoverEinen etwas anderen, gleichwohl hilfreichen Ansatz verfolgt die von den Amerikanern Max Gaudin und Travis Laurendine entwickelte Internetseite www.airpno.co. Das Portal ist eine Art digitale Toilettenvermittlung. Privatpersonen bieten hier ihre Toiletten zur Nutzung durch Wildfremde an und dürfen im Gegenzug selbst festgelegte Nutzungsgebühren von umgerechnet bis zu 3,60 Euro erheben. Fotos und Bewertungen der privaten Örtchen, die von zahlenden Nutzern erstellt wurden, sollen helfen, ein geeignetes, vor allem sauberes Privat-WC zu finden.

Das Angebot konzentriert sich bislang vornehmlich auf die USA, Kanada und Teile Südamerikas, aber auch rund 250 Privattoiletten in Europa – hier findet sich das Gros in Spanien – sind hier gelistet. Tendenz steigend. Und wer seine eigene Toilette für Fremde öffnen möchte, kann diese ebenfalls mühelos mit ein paar Mausklicks bei AirPnP registrieren.

Buchtipp: Ulrike Katrin Peters, Karsten-Thilo Raab: How to shit in the woods, Conrad Stein Verlag, ISBN 978-3-86686-279-1. Erhältlich ist der Titel im Buchhandel oder unter www.conrad-stein-verlag.de

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