Das UNESCO-Welterbe Wartburg – ein 1000 Jahre altes Symbol der Geschichte

Eine der berühmtesten Landmarken Thüringens: Die Wartburg in Eisenach.
Eine der berühmtesten Landmarken Thüringens: Die Wartburg in Eisenach.

Majestätisch thront sie über dem thüringischen Eisenach – die Wartburg.  Sie ist eine der bekanntesten und beliebtesten Burgen Deutschlands und zählt seit 1999 zum UNESCO-Welterbe der Menschheit.

Beim Betreten der Wartburg öffnet sich dem Besucher ein beinahe tausendjähriges Geschichtsbuch: Der Sage nach im Jahre 1067 gegründet, zeugt von der einstigen Blüte noch heute der aus dem 12. Jahrhundert erhaltene Palas als eine Kostbarkeit spätromanischer Baukunst. Der landgräfliche Hauptsitz erstrahlte als weitgerühmter Musenhof, an dem alle schönen Künste gepflegt wurden, wo Lieder Walthers von der Vogelweide erklangen und Dichtungen Wolframs von Eschenbach entstanden. Der sagenhafte Sängerkrieg weiß davon zu berichten und gelangte durch Richard Wagners Oper „Tannhäuser“ zu wahrem Weltruhm.

Die Wartburg war aber ebenso Wohn- und Wirkungsstätte der bis heute verehrten heiligen Elisabeth, bot dem geächteten Martin Luther Exil, der hier das Neue Testament übersetzte und sah 1817 mit dem Wartburgfest der deutschen Burschenschaften den Morgen einer freiheitlich-demokratischen Nation heraufdämmern. Für alle diese Höhepunkte deutscher Kultur war die Wartburg Schauplatz – sie war wehrhafte Festung, prächtige Residenz, Herberge, Stätte der Geborgenheit und Einkehr für ihre Bewohner aus vergangenen Jahrhunderten.

Die imposante Wartburg ist als Symbol einer 1000-jährigen Geschichte heute Weltkulturerbe der UNESCO. (Foto: Lencer)
Die imposante Wartburg ist als Symbol einer 1000-jährigen Geschichte heute Weltkulturerbe der UNESCO. (Foto: Lencer)

Verfallen wohl, doch niemals in Vergessenheit geraten, erfuhr sie im 19. Jahrhundert eine Erneuerung und dekorative Ausgestaltung – mittelalterliche Bausubstanz wurde restauriert und durch historisierende Neubauten ergänzt. Herausragendes Beispiel romantischen Historismus ist zweifellos der Festsaal im Palas der Burg, einzigartige Kulisse für die bekannten Wartburgkonzerte im Sommerhalbjahr und zahlreiche Veranstaltungen.

Kaum weniger imposant erscheinen dem Besucher sicher auch die Fresken des Malers Moritz von Schwind, der nicht nur den sagenhaften Sängerkrieg in Szene setzte. Die Kunstsammlung der Wartburg mit ihren Schätzen aus acht Jahrhunderten wurde auf Empfehlung Goethes vor nunmehr fast 200 Jahren ins Leben gerufen.

Die Wartburg hat sich aber auch ihre freundliche Gastlichkeit bewahrt, seit Pilger einst an ihre Pforten klopften. Heut Willkommen ist sowohl der eilige Besucher zur kleinen Rast in der Burgschänke, als auch der Gast, der sich in den geschmackvollen Restaurants oder in den individuell gestalteten 37 Zimmern des „Hotel auf der Wartburg“ verwöhnen lassen möchte. Weitere Informationen unter www.wartburg.de.