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Von 15. Dezember 2016 Mehr →

Weihnachten im Lungau: Romantischer gehts nicht

Ein Wintertraum im Lungau: der schneebedeckte Adventsweg. (Foto TV Katschberg)

Auf der Fahrt zur Adria haben viele Urlauber diesen Geheimtipp in den Alpen schon von unten gesehen: Hinter den Tauerntunnel und über dem Katschbergtunnel liegt Österreichs sonnenreichste Region – der Lungau. Ein Hochtal auf 1.000 Metern Höhe, umringt von mächtigen Bergen. Ein wenig abgeschieden, aber dafür nicht überlaufen und noch sehr ursprünglich. Im Advent und zu Weihnachten bietet der Lungau deshalb genau die romantische Winteridylle, die weltweit mit Plastik und Pappmaché nachgemacht wird. Auf den zahlreichen Weihnachtsmärkte in den verwinkelten Dorfgassen treffen sich die Einheimischen. Die Jugend hat ihren Spaß bei Krampusläufen mit furchterregenden Masken. Und in den Kirchen steht an den Wochenenden das Adventssingen auf dem Programm. Vor genau 200 Jahre schrieb hier im Lungau übrigens der junge Geistliche Joseph Mohr aus Mariapfarr die Verse für das weltweit bekannteste Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“.

Heimat von „Stille Nacht, heilige Nacht“

Mehr Winterromantik geht kaum – wie hier rund um die Pritzhütte im Lungau. (Foto Tourismusregion Katschberg-Rennweg)

Seit diesem Jahr gibt es im Lungau ein zusätzliches Romantik-Ziel, das absolut einzigartig ist. Im Gontal neben dem Katschberg wurden alte Almhütten und Heustadel auf recht schneesicheren 1.700 Metern Höhe aufpoliert und wiederbelebt. Ohne Strom und Lautsprecher, ohne Glühwein aus Zapfanlagen. In die Hütten wurden einfach Einheimische hineingesetzt, die alte Geschichten erzählen, basteln und handwerken, singen oder Kinder bespaßen. Das alles entlang eines knapp einen Kilometer langen Fußwegs, an dem meist nur offene Feuer für Licht sorgen. Die Besucher bekommen Sturmlaternen in die Hand gedrückt und auf geht es.

Auf den Hütten des Adventswegs wird stimmungsvoll musiziert. (Foto Tourismusverband Katschberg)

Da gibt es eine Teddybären- und eine Christkindlwerkstatt. Es wird Gefilzt und Gesponnen. In der „Klanghütte“ und der „Hütte der Musik“ singen einheimische Chöre, Musikgruppen inklusive Alphornbläsern spielen in und vor den Hütten. Draußen gibt es wärmenden Tee und Punsch. Und auch ein Unterstand mit Ziegen, Schafen und Ponys darf nicht fehlen. Das Schöne ist, dass die Sänger, Musiker, Geschichtenerzähler und Handwerker auch wirklich Spaß dabei haben und mit den Besuchern munter plaudern.

Ohne Besucheransturm die Idylle geniessen

Selbst wahre Engel lassen sich entlang des Adventsweges blicken. (Foto Gunther Schnatmann)

Ein Grund dafür, dass hier so eine gemütliche Atmosphäre herrscht und dieses Kleinod nicht überlaufen ist: Man kommt nicht leicht hin. Zuerst muss der Besucher mit Auto (oder Bus) auf die Katschberg-Paßhöhe hinauf und dort parken. Dann geht es nur zu Fuß weiter – nach gut 500 Metern Marsch erreicht man Shuttle-Kleinbusse, die einen knapp einen Kilometer hinauf zum Gasthof Bacher bringen. Von dort geht ein Weg zweieinhalb Kilometer in das Seitental hinein. Einziges Verkehrsmittel – außer den eigenen Füßen – sind Pferdekutschen (hin und zurück 20 Euro pro Person), die im 15-Minuten-Takt zum Beginn des eigentlichen Adventsweges an der bewirtschafteten Pritzhütte fahren, wo man sich erst einmal mit Käseknödeln oder Bratwürsten stärken kann. Natürlich ist die Fahrt in der Kutsche durch den verschneiten Bergwald schon ein Erlebnis für sich. Wem es dann beim Anblick der mit Laternen zu den Hütten stapfenden Besucher nicht warm ums Herz wird, dem ist nicht zu helfen…

Stimmungsgewaltig lädt der Adventsweg zu einem winterlichen Spaziergang ein. (Foto Tourismusverband Katschberg)

Bis zum ersten Weihnachtsfeiertag am 25. Dezember öffnet der Adventsweg viermal pro Woche seine Pforten. Öffnungszeiten sind jeweils am Mittwoch und von Freitag bis Sonntag von 15 bis 22 Uhr.

Klingender Weihnachtsmarkt

Klein, beschaulich und stimmungsvoll: der Adventsmarkt in St, Michael. (Foto TVB St. Michael)

Wer erst nach Weihnachten Urlaub im Lungau machen kann, braucht auf die romantische Atmosphäre nicht ganz verzichten. In St. Michael, dem Hauptort des Lungau, bleibt der „Weihnachtswald“ in der Ortsmitte mit einer aufgebauten Hütte bis Ende Februar stehen. Dort gibt es bis 8. Januar täglich Kulturprogramm mit Sängern und Musikanten. Und danach immer Freitags, Samstags und Sonntags.

Der kleinste Brauereiausschank der Welt

Florian Mandl hat ein besonders schmackhaftes Bier entwickelt. (Foto Gunther Schnatmann)

Keine 100 Meter vom „Weihnachtswald“ gibt es den wohl weltweit kleinsten „Brauereiausschank“. Im „Café Mandl“ seiner Eltern (Marktstraße 10) zapft der 30-jährige Hobbybrauer Florian Mandl hinter einer Theke mit vier Sitzplätzen, um die sich gerne auch ein Dutzend fröhliche Einheimische stehend scharren, sein eigenes Bier – das Mandlbräu. Das produziert er erst seit knapp drei Jahren in einer mit neuesten Geräten ausgestatteten Kleinbrauerei in einer ehemaligen Garage mit Inbrunst. Pro Woche maximal 300 Liter, die im Ort raschen Absatz finden. Das Resultat ist erstaunlich schmackhaft: Untergäriges naturtrübes Lagerbier, pikant hopfig und gleichzeitig erfrischend.

Wohlschmeckendes Mandelbräu

Frisch gezapft, noch dazu vom Chef persönlich, schmeckt das Mandlbräu am besten. (Foto Gunther Schnatmann)

Florian Mandl hat Lebensmittel-Technologie gelernt, hat viele Brauarten und Zutaten ausprobiert und produziert nun helles herberes „Mandl-Bier“ für Männer („Mandl“ steht im südlichen deutschsprachigen Raum für „Männlein“) und für die Damen das „Weibl-Bier“, ein malziges – also eher süßeres – dunkles Bier. Inzwischen braut er auch gelegentlich ein bernsteinfarbenes ebenso köstliches Zwischenprodukt, das allerdings nicht „Zwitter-Bier“ heißt, sondern noch namenlos ist. Und zu Weihnachten und Ostern gibt es auch Bockbier.

Nach dem leckeren Bier lohnt ein Abstecher zum Adventsmarkt. (Foto TVB St. Michael)

Gemeinsame Zutat für alle Mandlbräu-Biere ist das aus den Bergen kommende Wasser. Außerdem verzichtet Florian Mandl auf die Zugabe von Kohlensäure. Die „Nanobrauerei“ beliefert inzwischen auch schon Bierkenner in ganz Österreich und Teilen Deutschlands. Bestellungen werden gerne per Telefon angenommen (dann kann sich der Besteller gleich erkundigen, welches Bier aktuell gebraut wurde und ausgeliefert werden kann): 0043/650 65 11 288. Oder per Mail: mandlbraeu@gmx.at. Unter diesen Kontaktmöglichkeiten können Gruppen mit Florian Mandl auch eine Besichtigung seiner Kleinbrauerei vereinbaren und ab dem Frühjahr gibt es dann nach der Führung noch auf der Terrasse vor der Brauerei die Bierprobe mit Panoramablick.

500 Jahre altes Wirtshaus-Gewölbe

Die offene Küche ist eine der Besonderheiten im Romantikhotel. (Foto Gunther Schnatmann)

Wieder keine 100 Meter von Mandls Mini-Tresen entfernt liegt die Symbiose aus Romantik und Biergenuss, der Wastlwirt in der Poststraße 13. Im 500 Jahre alten Wirtshaus mit urigem Gewölbe, offener Küche und angeschlossenem Vier-Sterne-„Romantikhotel“ wird das „Wastlbräu“-Bier ausgeschenkt, das Wirt Rudi Baier nach altem Rezept extern brauen lässt. Hier geht die Biertradition bis zum Jahr 1887 zurück. Der naturtrübe Gerstensaft im Wastl steht dem hellen Bier bei Mandl kaum nach. Wer im Bier-Mikrokosmos von St. Michael die Nase vorne hat, bleibt damit dem individuellen Geschmack überlassen.

Keine Nebensache: Wintersport im Lungau ist der Hit

Auch für Wintersportler sind die Aussichten im Lungau exzellent. (Foto Gunther Schnatmann)

Natürlich ist der hoch gelegene und von mächtigen Bergen umgebene Lungau im Winter nicht nur ein Ziel für Romantiker und Biertrinker. Skifahrer haben hier entscheidende Vorteile: Die Gegend ist sehr schneesicher. Selbst in warmen Wintern und bis in den April können im Skigebiet Grosseck-Speiereck (bis 2400 Meter Höhe) von St. Michael aufgrund der meist schon im Oktober einsetzenden Schneefälle die meisten Pisten so präpariert werden, dass man dann ab Dezember zumindest zwischen grünen Hängen auf weißen Bändern herunterwedeln kann. Und auf dem gegenüber liegenden weniger sonnenbeschienenen Katschberg hält sich der Schnee meist noch besser. Dort gibt es als Highlight eine sechs Kilometer lange Abfahrt.

Herrliche Abfahrten locken am Katschberg. (Foto Katschbergbahnen)

Außerdem sind es von St. Michael nur knapp 30 Kilometer – auch mit dem Skibus – zu einem der schneesichersten Wintersportorte der Alpen, nach Obertauern (das auf knapp 1700 Metern Höhe liegt). Insgesamt stehen so bis zu 300 Kilometer Pisten zur Verfügung. Wer allerdings im Lungau und nicht im sehr gefragten Obertauern sein Quartier aufschlägt, hat weniger Trubel und mehr Ruhe inklusive der romantischen Angebote. Und im Lungau sind die Preise bei Unterkünften und Gastronomie nicht auf dem Niveau von Obertauern, das sich eher an St. Anton und Ischgl orientiert.

Viele Gute Gründe für den Abstecher ins Lungau

Am Adventsweg können Wintersportler den Tag ausklingen nlassen. (Foto TVB Katschberg-Rennweg)

Weiterer Vorteil: Im Lungau sind die Pisten – die für Anfänger als auch Könner alle Schwierigkeitsgrade bieten – weniger überlaufen. Außerhalb der Ferienzeiten hat man auf den Hängen herrlich freie Fahrt. Wartezeiten an den Liften gibt es so gut wie nicht.

Da gehts lang zum Skivergnügen am Katschberg. (Foto Gunther Schnatmann)

Es gibt also einige Gründe, sich den Lungau nicht nur bei der Durchfahrt der großen österreichischen Alpentunnels von unten und von der Seite anzuschauen. Hier ist die Welt noch, wie man so schön sagt, in Ordnung. Kein Stress, kein Massentourismus. Stattdessen gibt es im Lungau viele schöne Dinge zu entdecken. Und gerade im Winter ist die Region für Familien, Paare auf Romantik-Tripp und Sportler eine Alternative zu den überlaufenen Hot-Spots der Alpen.

Weitere Informationen

Auf den Hütten am Adventsweg wird fröhlich musiziert. (Foto Gunther Schnatmann)

Ferienregion Salzburger Lungau, Rotkreuzgasse 100, A-5582 St. Michael, Telefon 0043-6477-898820, info@lungau.at, www.lungau.at

Tourismusverband St. Michael im Lungau, Raikaplatz 242, A-5582 St. Michael, Telefon 0043-6477-89130, info@sanktmichael.at, www.sanktmichael.at

Tourismusbüro Katschberg, Katschberghöhe 30, A-9863 Rennweg am Katschberg, Telefon 0043-4734-630, urlaub@katschberg.at

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