Von 6. August 2018 Mehr →

„Strandhuisje“ für sorglosen Familienurlaub

Sonnenuntergangsstimmung am Nordseestrand in Julianadorp. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Sonnenuntergangsstimmung am Nordseestrand in Julianadorp. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Das Urlaubsvergnügen an der niederländischen Nordseeküste beginnt für Thommy direkt nach der Ankunft. Während Mama und Papa den kurzen Check-In an der Rezeption regeln, belädt der zehnjährige eifrig den Bollerwagen mit dem Familiengepäck. Oben drauf den Fußball, zuletzt die Vorräte für das verlängerte Wochenende verladen – und los kann es gehen. Mit roten Wangen zieht der kleine Urlauber den beladenen Bollerwagen den Dünenweg hinauf und lässt fast los, als nach dem steilen Anstieg und ein paar Kurven das Meer in den Blick fällt.

„Boah! Ist der Strand breit“, ruft er, drückt seinem Vater die Deichsel in die Hand und rennt mit dem Ball unterm Arm hinab zum gut 150 Meter breiten Sandstrand von Julianadorp. „Der Sand quietscht unter den Füßen- Bestimmt, weil er so sauber ist, genau wie bei frisch gewaschenen Haaren, stimmt`s Mama?“

Weite, Freiheit, Sorglosigkeit

Ein Hauch von Karibik liegt über der niederländische n Nordsee. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Ein Hauch von Karibik liegt über der niederländische n Nordsee. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Lachend stimmt seine Mutter zu und lässt die Schultern sinken. Das ist schon toll. Grad erst aus dem Auto gestiegen und schon richtig in Urlaubsstimmung. Ein kleiner Fußmarsch auf dem Holzsteg, immer parallel zur Wasserlinie auf dem Strand und schon ist das Strandhaus, das Strandhuisje, mit der Nummer 422 erreicht. Schick sieht es aus. Wie aus einer Architekturzeitschrift, mit seinem Stahlrahmen, den bodentiefen Fenstern und der maritimen Einrichtung.

Die gigantische „Sandkiste“ lädt auch zu Turnübungen ein. (Foto Tedda Roosen)

Die größte Sandkiste, die man sich wünschen kann, liegt dabei direkt vor der Haustür. Für Kinder ein Traum, wenn das Abendessen in der selbstgebauten Strandburg verzehrt werden kann – immer in Mamas Sichtweite.

Gefühlter Privatstrand

Die Strandhuisje von Landal ducken sich an den Dünenrand des weitläufigen Starndes. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Die Strandhuisje von Landal ducken sich an den Dünenrand des weitläufigen Starndes. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Schnell entsteht ein netter Nachbarschaftskontakt. Man wohnt hier zwar dicht an dicht, aber ohne einander zu stören. Die geschickte Anordnung der Landal-Strandhäuser macht es möglich. Da sie schräg nebeneinander stehen, schaut man sich nicht gegenseitig auf den Essenstisch, sondern auf Strand, Meer und Sonnenuntergang.
So haben Groß und Klein gleich ein VIP-Feeling inklusive, fühlt sich der Strand vor einem doch an wie ein Privatstrand.

Die weitläufigen Dünen trennen den Strand von Julianadorp. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Die weitläufigen Dünen trennen den Strand von Julianadorp. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Zum Aufwachen erklingen Möwengeschrei und Meeresrauschen, wer clever war hat vorbestellt und findet eine Tüte mit frischen Brötchen an der Türklinke. Die Unterschiede zwischen drinnen und draußen verschmelzen. Die Terrasse bildet dabei die Übergangszone. Hier sitzt man wunderbar erhöht und hat alles im Blick.

Holzsteg als Flaniermeile

Mit dem Bollerwagen voller Gepäck geht es vom Parkplatz an den Strand. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Mit dem Bollerwagen voller Gepäck geht es vom Parkplatz an den Strand. (Foto Karsten-Thilo Raab)

„Der Holzsteg erinnert mich an einen Laufsteg.“ schmunzelt Thorben, ein entspannt wirkender Familienvater aus dem Ruhrgebiet. Und recht hat er: Kleine Knirpse düsen auf dem Laufrad vorbei, Frauenpaare wandeln in wehenden Sommerkleidern vorüber, Hundebesitzer schlendern Hand in Hand vorbei und ab und an radelt ein relaxter Holländer mit Einkaufskörbchen auf dem Gepäckträgern vorüber.

Die Strandhuijse sind schräg zum Strand angeordnet. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Die Strandhuijse sind schräg zum Strand angeordnet. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Was machen wir heute? Mama Rieke entscheidet sich für eine Runde Yoga nach dem Frühstück. Mit den Füßen im Sand den Sonnengruß machen, mit Blick auf das glitzernde Wasser und mit dem Meeresduft in der Nase – das ist eine ganz neue Erfahrung, freut sich die zweifache Mutter.

Ruhe ist das Credo hier

Der Holzsteg vor den Strandhäusern dient als eine Art Flaniermeile für alle, die keinen Sand in den Schuhen haben möchten. (Foto Karsten-Thilo raab)

Der Holzsteg vor den Strandhäusern dient als eine Art Flaniermeile für alle, die keinen Sand in den Schuhen haben möchten. (Foto Karsten-Thilo raab)

Thorben streift die Laufschuhe über und bricht zu einer kleinen Joggingtour an der Wasserlinie auf. Als er nach einer halben Stunde zurück kehrt, hat er die Schuhe zusammengebunden und geschultert. „Barfuss macht es noch mehr Spaß. Außerdem konnte ich so durch einen schmalen Pril zu einer kleinen Sandbank waten und da eine Runde Liegestützen machen.“

Vor allem Kinder nutzen die riesige Sandfläche gerne zum Burgenbau. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Vor allem Kinder nutzen die riesige Sandfläche gerne zum Burgenbau. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Thommys erstes Projekt ist es, eine Sandburg zu bauen, die der Flut trotzen soll. „Ich mache noch einen Burggraben drum herum und dann bleibt es in der Mitte trocken!“ Im Anschluss lässt sich der zehnjährige Lockenkopf noch von seinem am Strand kennen gelernten neuen Freund von den Schultern bis zu den Zehenspitzen im Sand verbuddeln.

Pannekoken in der Strandhütte

Der Nordseestrand in Julianadorp bietet Platz für vielfältige Aktivitäten. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Der Nordseestrand in Julianadorp bietet Platz für vielfältige Aktivitäten. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Ein kurzer Mittags-Stopp in der Strandhütte, eine Portion „Pannekoken“ zum Auffüllen der Energiespeicher und schon geht es wieder raus in den Sand. „Wir wollen ein Fußballturnier durchziehen“, erzählt er begeistert. Dann heißt es noch buddeln, graben, schaufeln, plitschen, platschen, rennen, sich in den Sand schmeißen, eine Murmelbahn bauen, Muscheln sammeln und die Freiheit genießen.

Ein entspanntes Sonnenbad gehört für viele zum Strandbesuch. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Ein entspanntes Sonnenbad gehört für viele zum Strandbesuch. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Als die Sonne im Meer versinkt, lädt die Terrasse des mondänen Strandrestaurant „Paal“ zu einem Sundowner ein. „Toes in the sand, wine in our hand – life is good“ – diese weisen Worte zieren die Getränkekarten. Und als die junge Familie mit Cola, Aperol Spritz und einem frisch gezapften Glas Grolsch anstößt, liest Thorben von einem Schild an der Rückenlehne vor: „Outside is our favourite place!“ – „Das stimmt, aber im Strandhaus drin ist es auch ziemlich favourite..“, lacht seine Frau.

Mehr Meer geht doch noch

Auch für Strand-Yoga bieten sich vielfältige Möglichkeiten. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Auch für Strand-Yoga bieten sich vielfältige Möglichkeiten. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Noch nicht genug vom Meer? Dann ist das Marine Museum in Den Helder ein empfehlenswertes Ausflugsziel. Hier können Groß und Klein auf eine Entdeckungsreise durch die Vergangenheit und Gegenwart der niederländischen Marine unternehmen. Die umfangreiche Sammlung umfasst unter anderem Schiffsmodelle, Gemälde, Uniformen und Waffen. Wer danach selbst in See stechen möchte, der kann eine Bootstour ins Wattenmeer buchen und vom Boot aus Seehunde und Vögel beobachten.

Um die Küstes sowie deren Flora und fauna zu schützen, ist das betreten der Dünen untersagt. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Um die Küstes sowie deren Flora und fauna zu schützen, ist das betreten der Dünen untersagt. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Für das richtige Holland-Feeling sorgt ein Ausflug zum rund 35 Kilometer entfernt gelegenen Käsemarkt in Alkmaar. Hier heißt das Motto: Sehen, riechen und probieren. Schließlich wird hier die größte Auswahl an Käsesorten in den Niederlanden feilgeboten.

Bummel- und Rutschvergnügen

Auch Hunde sind an Teilen des Strandes erlaubt. (Foto Karsten-Thiulo Raab)

Auch Hunde sind an Teilen des Strandes erlaubt. (Foto Karsten-Thiulo Raab)

Wer Lust auf Bummeln hat, der findet in malerischen Städtchen wie Alkmaar, Hoorn, Medemblik und Enkhuizen ausreichend Gelegenheit dazu. Und sollte das Wetter mal nicht mitspielen, kann man schnell im angegliederten Landal Beach Resort Ooghduyne ins Hallenbad mitsamt langer Rutsche springen. Auch Gelegenheit für Radtouren bieten sich in der Umgebung. Dabei geht es auf gut ausgebauten Radwegen durch Dünen, Polder, endlose, bunte Blumenfelder und grüne Viehweiden: Ein schönes Etappenziel bildet der Leuchtturm ‚Grote Kaap‘.

Viele nutzen das exzellente Radwegenetz, um bis an den Strand zu rollen. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Viele nutzen das exzellente Radwegenetz, um bis an den Strand zu rollen. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Das schönste an den Touren ist aber eindeutig die Rückkehr ins Strandhuisje – denn was braucht man als Ferienfamilie mehr als Meer, Strand und ein hübsches Dach über dem Kopf?

Mitbringsel in der Flasche

Der Strandpaviiljoen Zee van Tijd ist eine der Einkehrmöglichkeiten direkt an der Nordsee. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Der Strandpaviiljoen Zee van Tijd ist eine der Einkehrmöglichkeiten direkt an der Nordsee. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Der Abschied davon fällt entsprechend schwer. Und um ein wenig von der Sorglosigkeit, dem maritimen Spirit und der freudigen Urlaubsstimmung des Wochenendes mitzunehmen, füllen Mutter und Sohn eine leere Glasflasche mit Sand, Muscheln „…und ein bisschen Meeresbrise“….

Im Bollerwagen findet nicht nur das Gepäck Platz. (Foto Ulrike Katrin Peters)

Im Bollerwagen findet nicht nur das Gepäck Platz. (Foto Ulrike Katrin Peters)

„Mama, sei doch nicht so schwermütig, wir kommen einfach noch mal her“, ruft Thommy und macht sich voller Eifer wieder mit dem Bollerwagen auf Richtung Auto. Kaum eingestiegen, entfährt dem Strand-Abenteurer noch ein zufriedener Seufzer, bevor er in einen tiefen Schlaf auf der Rückbank versinkt.

Wissenswertes zu den Landal Strandhäusern in Julianadorp

Landal hält insgesamt 90 Strandhuijse Julianadorp vor. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Landal hält insgesamt 90 Strandhuijse Julianadorp vor. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Informationen: Landal Strandhuisjes Julianadorp, Strandslag 6, 1787 PP Julianadorp aan Zee, Niederlande, Tel. 0031- (0)223-200007, www.landal.de/parks/strandhuisjes-julianadorp

Preise: Die Strandhäuser, die bis zu sechs Personen Platz bieten, können wochenweise ab 849 Euro gebucht werden. Alternativ gibt es auch Wochenendangebot von freitags bis montags ab 498 Euro oder Varianten von montags bis freitags.

Von nder Terrasse des Paal lässt sich abends die Sonnenuntergangsstimmung über der Nordsee genießen. (Karsten-Thilo Raab)

Lage: Julianadorp befindet sich rund fünf Kilometer südlich von Den Helder und 80 Kilometer nördlich von Amsterdam im äußersten Nordwesten von Holland.

Anreise: Zu erreichen ist Julianadorp ab Alkmaar über die N9 Richtung Den Helder.

Essgenuss mit Strandblick

Niederländische Gemütlichkeit im Paal. (Foto Karsten.Thilo Raab)

Niederländische Gemütlichkeit im Paal. (Foto Karsten.Thilo Raab)

Essen und Trinken: Paal 6, Zanddijk 200, Julianadorp aan Zee, Telefon 0031-(0)223-644099, www.paal6.nl.  Gehobenere Küche direkt am Strand.

Strandpaviiljoen Zee van Tijd,  Zanddijk 30, Julianadorp aan Zee , Telefon 0031-(0)223-641474,  www.zeevantijd.com. Ebenfalls direkt am Strand. Typisch niederländische Gerichte.

Archiviert unter Topthema, Europa, Niederlande
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