Von 19. Oktober 2017 Mehr →

Ramon Krater wird erster Sternenpark der Levante

Ein besonderes Stück Israel in der Negev-Wüste: der Ramon Krater (Foto Jonathan Elihis)

Die International Dark-Sky Association (IDA) hat den Ramon Krater in Israel zum „International Dark Sky Park“ ernannt. Das Naturreservat in der Negev-Wüste ist damit der erste Ort in der Region, der diese Auszeichnung erhält. Die Anerkennung als Sternenpark dient dem Schutz des Nachthimmels und wurde bisher an 55 Naturschutzgebiete in 15 Ländern verliehen. Ziel der IDA ist es, die weltweite Lichtverschmutzung zu bekämpfen und nächtliche Dunkelheit als wichtige Ressource zu erhalten.

Die Ernennung zum International Dark Sky Park kommt fast einem formellen Ritterschlag gleich. (Foto Jonathan Elihis)

Der wegen seiner natürlichen Dunkelheit und des sternenklaren Himmels zum „International Dark Sky Park“ ernannte Ramon Krater ist der größte Erosionskrater der Welt. Die auf Hebräisch Makhtesh Ramon genannte Senke ist 40 Kilometer lang, zwischen zwei und zehn Kilometern breit und bis zu 500 Meter tief. Seine Entstehung ist die Folge einer Jahrmillionen währenden Erosion. Das Naturreservat im Süden Israels verfügt über ein Besucherzentrum in der Stadt Mitzpe Ramon, das umfangreiche Informationen zum Krater und zu der dortigen Flora und Fauna bereithält.

Der Ramon Krater ist der größte Erosionskrater der Welt. (Foto Amnon Nachmias)

Mit der Auszeichnung „International Dark Sky Park“ will die IDA auf die zunehmende Lichtverschmutzung aufmerksam machen. Lichtsmog, die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliche Lichtquellen, deren Licht in der Atmosphäre gestreut wird, hat weitreichende Folgen: Sterne sind weit weniger gut sichtbar als in totaler Finsternis, was die astronomischen Beobachtungen des Nachthimmels beeinträchtigt.

Der Krater wirkt wie eine riesige Mondlandschaft mitten in der Wüste. (Foto Makhtesh Ramon)

Außerdem hat die Lichtverschmutzung negative Auswirkungen auf die Ökosysteme, da sich viele vor allem nachtaktive Tiere an der Dunkelheit orientieren und in ihrem Tag-Nacht-Rhythmus gestört werden. Tagaktive Organismen wie auch der Mensch leiden unter zu hellen Nächten, weil sie die nächtliche Dunkelheit zur Erholung brauchen.

Ein besonderer Blickfang am Rande des Kraters ist eine Sonnenuhr. (Foto Makhtesh Ramon)

Weitere Informationen zur Auszeichnung „International Dark Sky Park“ gibt es auf www.darksky.org, ausführliche Informationen zum Ramon Krater unter www.parks.org.il. Allgemeine Informationen zum Reiseland Israel finden sich unter www.goisrael.de.

Der Nachthimmel über dem Ramon Krater ist nahezu komplett frei von Lichtverschmutzung. (Foto Jonathan Elihis)

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