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Von 13. Dezember 2016 Mehr →

Polen feiert 2017 das „Jahr der Weichsel“

Toruń ist eine der vier Städte, in denen das Weichsel-Jahr mit einem Fest begangen wird. (Foto Polnisches Fremdenverkehrsamt)

Toruń ist eine der vier Städte, in denen das Weichsel-Jahr mit einem Fest begangen wird. (Foto Polnisches Fremdenverkehrsamt)

Polen feiert 2017 das „Jahr der Weichsel“. Mit zahlreichen sportlichen und touristischen Veranstaltungen wird die „Königin der polnischen Flüsse“ geehrt. Erinnert wird auch an die Bedeutung der Weichsel für den Handel, der viele Städte entlang des Flusses reich gemacht hatte. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist ein fünftägiges Weichselfest, das im August 2017 in vier Städten entlang des Flusses gefeiert wird.

Offizieller Anlass für das vom polnischen Parlament beschlossene „Jahr der Weichsel“ ist der 550. Jahrestag des Zweiten Thorner Friedens am 19. Oktober 1466, mit dem der 13-jährige Krieg zwischen den deutschen Ordensrittern und Polen-Litauen beendet wurde. Damals musste der Ordensstaat weite Teile seines Territoriums abgeben und so fiel auch der gesamte Flusslauf der Wisła (Weichsel) bis zur Mündung bei Gdańsk (Danzig) an die polnische Krone. Damit wurde der mächtige Strom durchgehend schiffbar und es begann die „goldene Zeit des Weichselhandels“. Zur Erinnerung an den wichtigen Jahrestag wurde das Weichseljahr bereits im Oktober mit einem Festakt in Toruń (Thorn) offiziell eröffnet.

Eisbaden in Krakau und Włocławek

Die Weichsel hat fraglos zu jeder Jahres- und Tageszeit ihren Reiz. (Foto Klaus Klöppel)

Die Weichsel hat fraglos zu jeder Jahres- und Tageszeit ihren Reiz. (Foto Klaus Klöppel)

Nach dem feierlichen Auftakt beginnt das Weichseljahr 2017 eher unterkühlt. Am 8. Januar lädt der örtliche Verein der Morsy (Walrösser) zum Eisbaden in die alte Königsstadt Kraków (Krakau) ein. In Badekleidung müssen die Teilnehmer zu Füßen des Wawels dabei eine zwei Kilometer lange Strecke durch den Fluss schwimmen. Für den sportlichen Jahresabschluss sorgen ebenfalls die Walrösser. Am 4. Dezember veranstalten sie ein Nikolaus-Eisbaden in der nordwestlich von Warszawa (Warschau) gelegenen Stadt Włocławek. Teilnehmer müssen dort eine 500 Meter lange Strecke im kühlen Weichselwasser absolvieren. Zu den sportlichen Aktivitäten gehört schließlich auch die „Bike Wisła“im September. Eine Radtour führt in sieben Tagen von der Quelle der Weichsel in den Schlesischen Beskiden bis zur Mündung bei Gdańsk.

Eine große Rolle spielten bis ins 20. Jahrhundert hinein die Flisacy genannten Flößer. Sie transportierten vor allem Holz aus den Gebirgen im Süden des Landes, aber auch Salz und andere Waren, über das Flusssystem der Weichsel bis zur Ostsee. Der Erinnerung an diese Tradition ist dann unter anderem eine „Königliche Floßfahrt“ vom 29. April bis 30. Mai gewidmet. Die einmonatige Reise mit historischen Flößen und Kostümen beginnt in Kraków und endet schließlich in Gdańsk.

Großes Weichselfest in vier Städten

Auch mit dem Ausflugsboot lässt sich der Charme der Weichsel im wahrsten Sinne des Wortes erfahren. (Foto Klaus Klöppel)

Auch mit dem Ausflugsboot lässt sich der Charme der Weichsel im wahrsten Sinne des Wortes erfahren. (Foto Klaus Klöppel)

Höhepunkt des Jahres ist das Weichselfest vom 11. bis 15. August 2017, das in vier Städten der Woiwodschaft Kujawsko-Pomorskie (Kujawien-Pommern) geplant ist. Veranstaltungen finden in dieser Zeit der Hauptstadt Toruń, dem Kurort Ciechocinek sowie in Nieszawa und Włocławek statt. Besucher können dort verschiedene Schiffe besichtigen, die in früheren Jahrhunderten auf der Weichsel eingesetzt wurden und auch mit ihnen zu Ausflugsfahrten starten. Aus Frankreich werden dann Nachbauten historischer Schiffe von der Loire nebst ihren Besatzungen erwartet. Gemeinsam werden die polnischen und französischen Schiffe zu einer großen Parade über die Weichsel von Włocławek nach Toruń aufbrechen. Besucher erwartet zudem in allen vier Städten ein Markttreiben mit historischem Handwerk rund um die Schifffahrt und lokale Traditionen sowie ein regionales kulinarisches Angebot mit Wettbewerb um den „Besten Weichselleckerbissen“. Dazu gibt es abendlichen Feuerwerksinszenierungen vor der Flusskulisse.

Auch die Museen entlang der Weichsel planen zahlreiche Veranstaltungen im Rahmen des Festjahres. Beteiligt sind Einrichtungen wie das Flößereimuseum in Ulanów am San, das Weichselmuseum in Kazimierz Dolny oder das Nationalmuseum in Gdańsk. Neben wissenschaftlichen Konferenzen, Workshops und Veranstaltungen für Schulklassen stehen zahlreiche thematische Sonderausstellungen zur Weichsel sowie eine gemeinsame Wanderausstellung auf dem Programm. Die Polnische Post hat zudem die Herausgabe einer Reihe von Sondermarken und -postkarten angekündigt.

Wissenswertes zur Weichsel in Kurzform

Die Weichsel ist mit 1.047 Kilometern Polens längster Fluss. (Foto Klaus Klöppel)

Die Weichsel ist mit 1.047 Kilometern Polens längster Fluss. (Foto Klaus Klöppel)

Die Weichsel ist mit 1.047 Kilometern Polens längster Fluss. Von seiner Quelle auf rund 1.100 Metern in den Schlesischen Beskiden bis zur Mündung in die Ostsee verläuft er komplett auf polnischem Territorium. Das Mündungsgebiet besteht als Weichseldelta aus mehreren Haupt- und kleinen Nebenläufen. Das gesamte Einzugsgebiet der Weichsel umfasst knapp 200.000 Quadratkilometer. Die wichtigsten Nebenflüsse sind Dunajec, San und Bug-Narew rechtsseitig sowie Bzura und Brda (Brahe) linksseitig. Entlang des Flusses liegen touristisch interessante Orte wie Kraków, Warszawa, Toruń, Malbork (Marienburg) und Gdańsk. Die nicht regulierte Weichsel gilt als einer der letzten wilden Flüsse Europas. Am Oberlauf sowie den benachbarten Flüssen können Touristen an Floßfahrten teilnehmen, weite Strecken sind für Kajak- und Ruderboote gut erschlossen. Im Gebiet des Weichseldeltas werden auch Hausboottouren angeboten.

Informationen zum Weichseljahr gibt es bisher nur auf Polnisch unter www.rokwisly.pl.  Allgemeine Informationen über Polen unter www.polen.travel.

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