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Von 3. November 2013 Mehr →

Operativer Zickzackkurs – Irrflug bei Germania

Aus Gründen der Diskretion wird natürlich an dieser Stelle nicht verraten, welche Airline sich die interessanten Zickzackrouten gönnt. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Aus Gründen der Diskretion wird natürlich an dieser Stelle nicht verraten, welche Airline sich die interessanten Zickzackrouten gönnt. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Was für ein Wiedersehen. Nach Jahren war ich endlich mal wieder in Istanbul. Zwar nur kurz, aber immerhin. Istanbul, die türkische Millionenmetropole, die früher Konstantinopel und Byzanz hieß. Hagia Sofia, Galatabrücke, Großer Basar, der Bosporus – all dies habe ich nicht gesehen. Aber nicht weil das Wetter schlecht war, was es tatsächlich aber war, sondern aus operativen Gründen. Nein, nicht was Sie denken. Ich wollte weder meine nicht vorhandene Hakennase richten, noch mir die Kauleiste verschönern lassen. Auch habe ich mir nicht, wie ich schon seit längerem überlegt habe, Fett unterspritzen lassen, da ich sicher gehen will, dass sich holde Schönheiten nicht nur für meinen Körper begeistern. Es lag auch nicht an der Frau schräg vor mir, die binnen 30 Minuten drei kleine Weinflaschen erst auf- und dann in sich reinschraubte, bevor sie sich das Ganze noch mal durch den Kopf gehen ließ und prompt die griffbereite Papiertüte üppig füllte.

Nein, der Pilot meines Flugzeuges lieferte via Mikrofon den entscheidenden Hinweis: „Meine Damen und Herren, das Wetter in Istanbul ist schlecht, 12 Grad und Regen – aber das dürfte sie ja nicht weiter interessieren, da sie nicht aussteigen, Wir wechseln die Crew, dann wird ihr Flug fortgesetzt!“ Ende der Durchsage. Aha, dies ist also die Logik einer Fluggesellschaft, deren Name hier nicht genannt werden soll, der aber so lautet, wie das englische Wort für „Deutsch“ gefolgt vom Ausruf des Esels. Und diese Airline leistet sich scheinbar eine planmäßige Eselei.

Ich war auf dem Weg zurück von der Seidenstraße nach Deutschland. Auf dem Hinweg hatte der Flug nach Usbekistan von Köln/Bonn aus wenig mehr als fünf Stunden in Anspruch genommen. Nun waren es allein fast fünfeinhalb Stunden von Usbekistan nach Istanbul. Das ist quasi so, als ob jemand von Berlin nach Warschau via Brüssel fliegt oder von München via Paris nach Prag. Tatsächlich stieg in Istanbul mit Ausnahme der Crew niemand ein oder aus. Und so konnte ich auf dem Rückflug gemeinsam mit den anderen Passagieren nicht nur diesen sensationellen, 25-minütigen Aufenthalt in Istanbul genießen, sondern bekam auch noch mehr als doppelt so viel Flugzeit geschenkt.

Denn die Maschine flog von Istanbul aus noch kurz nach Hannover, bevor sie sich weiter auf den Weg Richtung Köln/Bonn machte.   Für passionierte Vielflieger war das sicher ein famoses Geschenk: drei Starts, drei Landungen zum Preis von nur einem Flug – und dies alles aus operativen Gründen. Da schaut man vor lauter Dankbarkeit auch großzügig über die Schmerzen in den Beinen und Rücken hinweg. Denn dass der Flieger derart eng bestuhlt ist, hat sicher auch operative Gründe. Schließlich rechnet sich der operative Zickzackkurs nur, wenn das Flugzeug richtig voll ist.

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