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Kulturelles Erbe am nördlichen Gardasee

Der Apponale Wachturm mitten im Zentrum von Riva del Garda weist auf die Bedeutung der Stadt als Handels- und Marktzentrum hin. (Foto: Patrizia Matteotti)

Der Apponale Wachturm mitten im Zentrum von Riva del Garda weist auf die Bedeutung der Stadt als Handels- und Marktzentrum hin. (Foto: Patrizia Matteotti)

Mittelalterliche Dörfer und Kirchen, zahlreiche Schlösser und Burgen sowie archäologische Ausgrabungsstätten und Denkmäler – am Gardasee finden sich eine Vielzahl geschichtsträchtiger Sehenswürdigkeiten aus vergangenen Zeiten. Oberhalb des Gardasees liegt das mittelalterliche Bergdorf Canale di Tenno, das erst vor kurzem in die Liste der schönsten Ortschaften Italiens gewählt wurde. In den Nachkriegsjahren verlassen, kehren heute vor allem Künstler zurück und beleben die engen, gepflasterten Gassen mit unterschiedlichen kulturellen Initiativen wieder. Am bekanntesten ist das Künstlerhaus Casa degli Artisti. Die Pinacoteca Europa zeigt in ihren Ausstellungen moderne und zeitgenössische Werke.

Imposant: Die Ruine von Schloss Drena. (Foto: Patrizia Matteotti)

Imposant: Die Ruine von Schloss Drena. (Foto: Patrizia Matteotti)

Neben Canale zählt Calvola zu den besterhaltenen Dörfern der Umgebung. Die Kirche San Giovanni Battista wurde erstmals 1537 erwähnt, stammt aber aus früheren Zeiten, wie die Fresken im Kircheninneren erkennen lassen. Eine Madonnenfigur aus dem 16. Jahrhundert schmückt die Kirchenfassade von außen.

Nicht weit von Arco thronen die Ruinen des Schlosses Drena, welches im Mittelalter als Vorposten zum Norden diente, bevor es später von französischen Truppen zerstört wurde. Heute umschließt eine Ringmauer die aufwändig restaurierte historische Anlage. Der 25 Meter hohe Turm aus dem 12. Jahrhundert bietet einen herrlichen Ausblick auf die unter Naturschutz stehende Felsformation der Marocche.

Nur zehn Kilometer entfernt bietet Riva del Garda am Ufer des Sees mit der Rocca eine weitere historische Sehenswürdigkeit. Seit dem Baubeginn in 1124 wurde das anfänglich als Festung genutzte Bauwerk im 16. Jahrhundert Residenz der Fürstbischöfe, um Mitte des 19. Jahrhunderts in eine österreichisch-ungarische Kaserne umfunktioniert zu werden. Heute befindet sich in den alten Mauern das Museo Alto Garda – ein städtisches Museum mit den kulturellen Gütern aus Riva und dem oberen Gardasee-Gebiet.

Besonders sehenswert ist die archäologische Dauerausstellung, die die sechs Stelen von Arco zeigt: Hierbei handelt es sich um monumentale Skulpturen aus dem 3. Jahrtausend vor Christus, die ausschließlich im nördlich gelegenen Südtirol zu finden waren. Der Apponale Wachturm mitten im Zentrum der Hauptstadt des Garda Trentino weist auf die Bedeutung der Stadt als Handels- und Marktzentrum hin. 165 Stufen führen zur Turmspitze hinauf.

Am Hang des Monte Rocchetta im Schwarzkiefernwald gelegen, erstreckt sich die Festung Il Bastione, eines der Symbole der Stadt. Im 16. Jahrhundert bot sie den Einwohnern Schutz und ist vom Hafen in Riva in wenigen Minuten zu erreichen. Weitere Infos unter www.gardatrentino.it/de.

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