Von 21. August 2014 Mehr →

Kenia gedenkt dem Grauen des Ersten Weltkriegs

Die Kriegsschauplätze des Ersten Weltkriegs verliefen unweit des heute für seinen Elefanten-Reichtum bekannten Gebietes um die Elefant in den Taita Hills. (Foto: Muriuki Muriithi)

Die Kriegsschauplätze des Ersten Weltkriegs verliefen unweit des heute für seinen Elefanten-Reichtum bekannten Gebietes um die Elefant in den Taita Hills. (Foto: Muriuki Muriithi)

100 Jahre nach Beginn des 1. Weltkriegs gedenkt auch Kenia an die Kämpfe zwischen britischen und deutschen Truppen auf seinem heutigen Staatsgebiet. In diesem Zusammenhang hat der Bezirk Taita Taveta mit Unterstützung des Kenya Tourism Board die Website 100.taitataveta.go.ke lanciert, welche über die Spuren und Schauplätze des Ersten Weltkriegs im Süden Kenias informiert.

Auf dem Maktau Indian Cemetery fanden zahlreiche Opfer des Ersten Weltkrieges ihre letzte Ruhestätte. (Foto: Muriuki Muriithi)

Auf dem Maktau Indian Cemetery fanden zahlreiche Opfer des Ersten Weltkrieges ihre letzte Ruhestätte. (Foto: Muriuki Muriithi)

Nachdem am 28. Juni 1914 der österreich-ungarische Thronfolger in Sarajevo einem Attentat zum Opfer fiel und sich die europäischen Mächte kurz darauf in eine Gewaltspirale verstrickten, fielen am 15. August 1914 sogar in Ostafrika die ersten Schüsse zwischen Deutschen und Briten. Schauplatz der Kämpfe war das heutige Taita Taveta County im Süden Kenias, damals Teil der Kolonie Britisch- Ostafrika an der Grenze zu Tansania, dem damaligen Deutsch- Ostafrika.

Viele Gefallene auf deutscher Seite wurden auf dem Taita Taveta War Cemetery beigesetzt. (Foto: Muriuki Muriithi)

Viele Gefallene auf deutscher Seite wurden auf dem Taita Taveta War Cemetery beigesetzt. (Foto: Muriuki Muriithi)

Orte, wie die Commonwealth- Kriegsfriedhöfe von Maktau und Taveta, die alte Polizeistation in Taveta, aus dem der erste Schuss des Ersten Weltkriegs in Ostafrika abgeben wurde, oder die Überreste von Schützengräben und Befestigungsanlagen am Salaita Hill zeugen noch heute von den Kämpfen des Ersten Weltkrieges. Auch der Sniper Tree, ein riesiger, hohler Affenbrotbaum, aus dessen Inneren der Überlieferung nach eine deutsche Schützin auf britische Soldaten zielte, welche die deutsche Festung am Salaita Hill einzunehmen versuchten, hat die letzten hundert Jahre schadlos überdauert.

Vom Salaita Hill lässt sich ein guter Überblick über die einstigen Kriegsschauplätze gewinnen. (Foto: Muriuki Muriithi)

Vom Salaita Hill lässt sich ein guter Überblick über die einstigen Kriegsschauplätze gewinnen. (Foto: Muriuki Muriithi)

Die Schauplätze liegen heute in oder in direkter Nähe des Taita Hills Wildschutzgebietes. Aufgrund des Blicks auf den Kilimanjaro, der Nähe zu den beiden Seen Chala und Jipe sowie zu Kenias größten Nationalparks Tsavo West und Tsavo East, gehören die Taita Hills zu den attraktivsten Urlaubszielen in Kenia. Berühmt ist das gesamte Tsavo- Ökosystem, zu dem die Taita Hills gehören, durch seine riesigen Herden von Elefanten, denen der rote Staub der Region ihre charakteristische Färbung verleiht.

Roter Staub und Elefantenherden sind das Markenzeichen der Taita Hills. (Foto Muriuki Muriithi)

Roter Staub und Elefantenherden sind das Markenzeichen der Taita Hills. (Foto Muriuki Muriithi)

Die Verbindung von Safarierlebnissen mit einem Rückblick in die Geschichte des Ersten Weltkriegs verleiht einer Reise durch Kenia ganz neue Facetten. Eine der beiden Lodges in den Taita Hills, die Sarova Taita Hills Game Lodge hat anlässlich des Gedenkens an den Ersten Weltkrieg auch eine kleine Ausstellung mit Originalfundstücken eingerichtet. Weitere Informationen unter http://100.taitataveta.go.ke.

Archiviert unter Afrika, Kenia