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Jahresrückblick aus der Welt des Reisens – 2016 (2)

Teil 2 des Jahresrückblicks für 2016 enthält die wichtigsten Entwicklungen von April bis Juni.

Auch 2016 war wieder ein Jahr, in dem in der Welt des Reisens viel Bemerkenswertes, aber auch viel Kurioses und zum Teil Verrücktes geschehen ist. Im zweiten Teil unseres vierteiligen Jahresrückblicks schauen wir auf das zweite Quartal von April bis Juni 2016:

April 2016

Weil Lithium-Ionen-Batterie Brände auslösen könnten, dürfen sie ab April nicht mehr als Gepäck aufgegeben werden. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation Icao erlaubt sie weiter im Handgepäck – etwa in Laptops oder Smartphones.

Kein Aprilscherz: Der Junge hatte es eilig. Die Wehen setzten am 1. April in einem Regionalzug in Brandenburg ein, und schon kurz danach war er auf der Welt. Eine Servicemitarbeiterin und der Lokführer spielten Geburtshelfer in der Toilette und kümmerten sich um Mutter und Baby, bis der Notarzt kam. Die anderen Fahrgäste mussten eine Stunde warten, dann fuhr der Zug RB 46 weiter nach Cottbus.

Wer in der Schlange steht und die Abflugzeit naht, muss sich selbst aktiv um eine bevorzugte Abfertigung bemühen. So die Quintessenz eines Urteils des Amtsgerichts Düsseldorf gegen einen Passagier, der angeblich zwei Stunden warten musste, seinen Flug verpasste und deshalb Entschädigung verlangte.

Jetzt reicht es schon, arabisch zu sprechen, um von Bord zu fliegen. Zumindest in den USA, wo ein junger Mann am 9. April in New York eine Southwest-Maschine verlassen musste, nachdem er sich am Telefon von seinem Onkel mit „Inschallah“ verabschiedet hatte. Eine Frau in der Sitzreihe vor ihm bekam das mit und fühlte sich bedroht. Der Student durfte wieder aussteigen und sich vom FBI befragen lassen. Die Beamten sahen kein Problem, doch da war die Maschine weg.

186 Passagiere, die von der thailändischen Insel nach Südkorea fliegen wollten, mussten eine zusätzliche Nacht im Hotel verbringen. Der 41-jährige Kopilot der Eastarjet-Maschine hatte am 15. April auf dem Rollfeld über Atemprobleme geklagt. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er an einem Herzinfarkt starb.

In Kambodscha fahren seit dem 9. April wieder Züge: Nach 14 Jahren Pause ist die erste Bahn von Phnom Penh zu einer achtstündigen, 264 Kilometer langen Reise nach Sihanoukville an die Südwestküste mit Stopps in den Provinzen Takeo und Kampot gestartet. Wird das Angebot angenommen, soll sie bald regelmäßig verkehren.

Ein Erdbeben in Ecuador fordert am 16. April weit mehr als 400 Menschenleben und mehrere Tausend Verletzte. Das Beben mit der Stärke 7,8 ereignete sich unweit der Pazifik-Küste. Das Epizentrum befand sich 27 Kilometer südsüdöstlich von Muisne.

Mai 2016

Der John-F-Kennedy-Airport in New York hat als erster Flughafen der Welt ein Hundeklo im Sicherheitsbereich eingerichtet. Dabei können sich die Bellos auf einem Kunstrasen im Terminal erleichtern. Ganz freiwillig hat JFK die Hundetoilette aber nicht gebaut, denn ab August sind sie auf allen größeren US-Flughäfen Pflicht.

Ein Airbus der Egyptair ist am 19. Mai auf dem Weg von Paris nach Kairo ins Mittelmeer gestürzt. An Bord es Fluges MS804 waren 66 Personen. Die Unglücksursache ist noch unklar, ein Terroranschlag wird nicht ausgeschlossen.

Gemäß Angaben von Thomas Hesse, dem Manager des Berliner Hauptbahnhofs, verursachen Krähen erhebliche Schäden an der Glasdach-Konstruktion des Bahnhofs, in dem sie Gegenstände aus der Luft auf die Scheiben krachen lassen. Hunderte Scheiben seien so bereits beschädigt oder zerstört worden.

Dass an Stränden Touristen beklaut werden, ist keine Seltenheit. Dass – wie auf der Krim – der Sand am Strand selbst das Objekt der Begierde ist, hingegen schon. Die Behörden am Schwarzen Meer drohen den Räubern mit Gefängnis. Sie zu erwischen, scheint aber nicht so einfach zu sein, denn es sind wohl Profis vom Bau, die das lose Gut gleich per Lkw von dannen schaffen.

Ein Spanier versucht am 39. Mai am Flughafen Köln/Bonn schnell zum Abflug-Gate kommen und mogelte sich  an der Sicherheitskontrolle vorbei. Damit löste der 62-Jährige Großalarm aus und legte das gesamte Terminal stundenlang lahm. 2.500 Passagiere mussten warten. Der Iberer wurde schließlich vorläufig festgenommen.

Vier Jahre nach dem Unglück des Kreuzfahrtschiffs Concordia, bei dem 32 Menschen ums Leben kamen, hat ein Gericht in Florenz in zweiter Instanz den Schuldspruch gegen Francesco Schettino bestätigt. Der Kapitän muss 16 Jahre in Haft.

Juni 2016

Singapur verlangt Fingerabdrücke von Besuchern ab Juni: Diese werden bei der Einreise gescannt und aufgezeichnet. Der Stadtstaat will dadurch die Sicherheit erhöhen.

Auch Malta führt eine Touristensteuer ein: Die Umweltabgabe wird vom 1. Juni an erhoben. Dann zahlen Urlauber pro Person und Nacht 50 Cent, jedoch maximal fünf Euro pro Aufenthalt.

Norwegen führt zum 1. Juni ein Flugsteuer  in Höhe von 8.50 Euro pro Passagier und Abflug ein.

Abu Dhabi erhebt ab 1. Juni einen Übernachtungssteuer in Höhe von vier Prozent der jeweiligen Hotelrechnung plus umgerechnet rund 3,60 Euro pro Nacht.

In der türkischen Millionenmetropole Istanbul werden bei einem neuerlichen Sprengstoffanschlag unweit des Großen Basars am 7. Juni elf Menschen getötet und 36 weitere zum Teil schwer verletzt.

Eine holländische Frau erstattete im März bei der Polizei im Emirat Katar Anzeige wegen Vergewaltigung und wurde daraufhin selbst festgenommen. Im Juni hat sie ein Gericht daraufhin wegen außerehelichem Geschlechtsverkehr zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt und ihre Ausweisung angeordnet.

Bei verstelltem Blick auf das Meer haben Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes keinen Anspruch auf Schadensersatz, so ein Urteil des Bonner Amtsgerichts. Rettungsringe an der Reling, die Kreuzfahrern von ihrer Kabine teilweise den versprochenen freien Blick aufs Meer nehmen, seien kein Reisemangel. Hätten Gäste ein Hotel mit Meerblick gebucht, und eine Palme stünde vor dem Fenster, hätten sie auch keinen freien Blick – so die Argumentation der Richter.

Sehr großen Durst auf Alkohol müssen die drei Briten verspürt haben. Sie schlichen in der Nacht vom 21. auf den 22. Juni an die Rezeption ihres Hotels im schweizerischen Pfäffikon und nahmen Zimmerschlüssel an sich. Mit deren Hilfe verschafften sie sich Zugang zu mehr als einem Dutzend Zimmern und räumten dort die Minibars leer.

Sardinien hat ein Verbot für das Sammeln von Muscheln erlassen. Auch der Sand an den Stränden steht unter Naturschutz. Es drohen hohe Geldstrafen zwischen 1.500 und 9.300 Euro. Die Umweltbehörde will in den Meeresbuchten der süditalienischen Insel sogar Überwachungskameras aufstellen, um Souvenirjägern auf frischer Tat zu ertappen.

Syrische Flüchtlinge haben am 25. Juni ihr Zelt in einem Lager bei Athen auf Airbnb angeboten. Sie freuten sich auf Besuch, schrieben sie. In dem Camp könne man authentische Erfahrungen sammeln – Kochen am offenen Feuer, 41 Grad Hitze und freundliche Skorpione. Wer länger bleiben wolle, erhalte großzügigen Rabatt. Das Parken neben dem Zelt sei im Preis enthalten. Ebenso das Benutzen der mobilen Toilette. Diese müsse man sich aber mit 600 anderen teilen.

Eine Hyäne hat am 26. Juni im Krüger-Nationalpark einen Jungen im Schlaf angefallen. Der 15-Jährige zeltete mit seiner Familie auf einem offiziellen Campingplatz des südafrikanischen Wildschutzgebietes. Das Tier in sein Zelt ein, biss ihn ins Gesicht und zerrte ihn am Schlafanzug nach draußen. Durch die Schreie wurden die Eltern wach, die Hyäne flüchtete. Der Junge wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Drei Selbstmordattentäter sprengen sich am 28. Juni im internationalen Terminal des Flughafens Istanbul und in einem Parkhaus in die Luft gesprengt. Zuvor hatten sie um sich geschossen und ein Blutbad angerichtet. Rund 150 Menschen wurden verletzt. Der Atatürk-Airport wurde nach dem Anschlag vorübergehend geschlossen.

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