Von 1. Mai 2018 Mehr →

Himmlischer Traum: Sex über den Wolken

Leere Sitzreihen sind in den meisten Flugzeugen eine Seltenheit.

Des Menschen Wille ist bekanntlich sein Himmelreich. Und genau dort möchte das Gros der Erdenbürger gerne mal irdischen Gelüsten nachkommen. Oder besser gesagt, den Arterhaltungstrieb auf himmlische Art und Weise ausleben. Denn gemäß einer aktuellen Studie des Dating-Portals Saucy Dates mit 11.179 Teilnehmern träumen nicht weniger als 78 Prozent davon, einmal Sex über den Wolken zu haben. 17 Prozent räumten ein, keinerlei Interesse an dieser speziellen Art des Höhenflügs zu haben, während fünf Prozent sogar vorgaben, dass für sie der Traum bereits mindestens einmal Wirklichkeit geworden ist.

Ob hier eher der Wunsch der Vater des Gedankens gewesen ist oder ob die Luftikusse auf Freiersfüßen tatsächlich an Bord eines Flugzeuges ihre sexuellen Phantasien ausleben konnten, darüber lässt sich nur spekulieren. Wohl auch, weil es den meisten schlicht das Vorstellungsvermögen fehlt, wie dies technisch gesehen in einem Flieger von statten gehen soll.

Räumliche Enge im Flugzeug

Die Sitzreihen sind in der Regel so eng, dass man (und frau) darin kaum Platz findet, geschweige denn noch wilde Verrenkungen mit einem ebenfalls leibestollen Partner erlauben. Und dann wäre da ja noch die Tatsache, dass nur höchst selten ganze Sitzreihen frei bleiben, so dass die Turteltäubchen, die Sitzreihe wahrscheinlich mit anderen Passagieren teilen müssten und sich daher wohl kaum der verwunderten bis entsetzten Blicke von Sitznachbarn entziehen könnten.

Unabhängig davon scheidet die Bordküche wohl ebenfalls als geeignete „Spielwiese“ aus, zumal sich hier nahezu permanent Mitglieder der Crew tummeln oder andere Passagiere auf dem Weg zur Bordtoilette durchhuschen. Bliebe allein Letztere. Doch das stille Örtchen geht in den meisten Flugzeugen wohl auch nicht unbedingt als Raumwunder durch – vom Komfort der mit Plastik ausgestatteten WC-Räume einmal ganz abgesehen. Da bedarf es schon einer gewissen Origami-Falttechnik, um den Liebesakt über den Wolken überhaupt in Gang zu bringen.

Clubzugang mit Sex über den Wolken

Derart leere Sitzreihen sind für Liebestolle nahezu perfekt. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Gleichwohl rühmen sich nicht wenige, am Himmel schon einmal beim Liebesspiel aktiv gewesen zu sein. Es gibt bekanntlich sogar einen eigenen Club für alle, die schon einmal Sex im Flugzeug hatten – oder besser gesagt, gehabt haben wollen. Diese besondere Interessensvereinigung, der Mile High Club, besteht allein virtuell. Die einzigen Belege für sexuelle Aktivität während eines Fluges sind das, was die selbst ernannten Mitglieder dort posten.

„Gründungspate“ des Mile High Club war ein gewisser Lawrence Sperry. Der Konstrukteur soll im Jahre 1916 bei einem Flug über New York in einem Wasserflugzeug den von ihm selbst entwickelten Autopiloten getestet haben. Vermutlich um sich die Langeweile während des Testflugs zu vertreiben und weil er nicht nur die Hände frei hatte, soll er mit einer gewissen Waldo Polk ein luftiges Schäferstündchen genossen haben.

Larence Sperry als Vorreiter gefeiert

Nicht alle wollen offenbar an Bord nur die Aussicht genießen. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Dabei sind Sperry und seine Geschmusin samt Flugboot im wahrsten Sinne des Wortes aus allen Wolken gefallen und in die Great South Bay vor Long Island gestürzt. Da Pärchen konnte von den Rettungskräften geborgen werden. Das einzige, was ihnen fehlte, war angeblich die Kleidung. Sperry selbst soll dann auf dem Weg ins Krankenhaus, die Erklärung geleifert haben, warum er und Waldo im Adamskostüm in dem Wrack steckten.

Diese „Pionierleistung“ führte angeblich zur Gründung des Mile High Clubs. Gemäß der ursprünglichen Regularien fand die sexuelle Aktivität nur Anerkennung, wenn zwischen den Liebenden und dem Erdboden mindestens eine Meile, also gut 1.600 Meter, Luft lagen. Wie viele Passagiere bis dato die Kriterien für eine Mitgliedschaft erfüllten, bleibt unklar. Denn der Zusammenschluss verfügt weder über einen Vorstand, noch über Mitgliederausweise oder irgendwelche diesbezügliche Statistiken. Auch verleiht er keine Urkunden oder andere Zertifikate.

Wahl der richtigen Bekleidung

Die Profis unter den liebestollen Fluggästen meiden allzu viele Knöpfe.

Zu erfahren ist aber, dass die „professionellen“ Clubmitglieder die Vorbereitung auf das amouröse Luftabenteuer schon am Boden mit der Wahl der richtigen Kleidung beginnen. Die sollten ohne großen Aufwand schnell und leicht abgestreift oder beiseite geschoben werden können. Gürtel, viele Knöpfe oder gar Hosenträger sind da nur hinderlich. Schließlich muss es schnell gehen und es besteht immer die Gefahr, erwischt zu werden. Daher dauert der Liebesakt am Himmel gemäß der Saucy Dates Studie selten länger als zehn Minuten.

Besonders beliebt bei 68 Prozent der Liebesjünger sind demnach Nachtflüge. Denn dann können sich liebestolle Pärchen zumindest ein wenig mit Hilfe einer Decke tarnen. Erstaunlich ist, dass nur 37 Prozent dabei Sex mit dem eigenen Partner bevorzugen. 30 Prozent liebäugeln da eher mit völlig Fremden, während 18 Prozent insbesondere das fliegende Personal im Auge haben. 15 Prozent setzen diesbezüglich mehr auf Freunde.

Nicht alle Flugzeugtypen gleich beliebt

Bei langen Flügen nutzen Pärchen gerne die Nachtstunden zum Liebesspiel. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Das Verlangen scheint scheinbar auch vom Flugzeugtyp abhängig zu sein. Besonders hoch in der Gunst der stehen die Boeing-Modelle 747, 777 und 787 sowie der Airbus A380.

Fakt ist, von denjenigen, die vorgeben, ihre Gelüste im Flug ausgelebt zu haben, wollen 58 Prozent dabei die charmante Atmosphäre der Bordtoilette genutzt haben. Dabei werden einige nicht müde, darauf hinzuweisen, dass es unterschiedlich große und ausgestattete WCs in Großraumflugzeugen gäbe. In der Business oder First Class gäbe es in den Toiletten schlicht mehr Platz und damit mehr Möglichkeiten. Leider können sich jedoch nicht alle Liebestollen die Erste Klasse oder die Business Class leisten.

Man wird doch wohl noch träumen dürfen…

Lesen und das Gucken von Filmen auf den kleinen Monitoren gehören zu den beliebtesten Beschäftigungen bei Flugreisen. (Foto Karsten-Thilo Raab)

31 Prozent nutzten die eigenen Sitzplätze als Liebesnest, neun Prozent wollen tatsächlich dafür gesorgt haben, dass es zumindest zeitweilig in der Bordküche überaus heiß herging, während ein Prozent die Abgeschiedenheit des Cockpits für das Schäferstündchen genutzt haben wollen. Wie sie dort rein gekommen sind und/oder ob hier das fliegende Personal direkt beteiligt war, blieb offen. Ebenso die Frage, was derweil der Pilot beziehungsweise der Co-Pilot gemacht haben mag. Die Antworten darauf kennen wollen nur die selbsternannten Mitglieder des Mile High Clubs. Und für alle anderen heißt es, man wird doch wohl noch träumen dürfen…

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