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Farbenrausch beim Indian Summer in Québec

Herbsttraum auf kanadisch: Mit dem Rabaska-Kanu durch den Parc National de la Jacques-Cartier in Québec. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Herbsttraum auf kanadisch: Mit dem Rabaska-Kanu durch den Parc National de la Jacques-Cartier in Québec. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Die warme Jahreszeit neigt sich mit riesigen Schritten dem Ende und die Natur macht sich bereit für den Winterschlaf. Doch bevor es soweit ist, explodiert die Natur noch einmal in gewaltigen Gelb-, Rot- und Brauntönen – der Indian Summer ist da! Farblich gehört der Indian Summer wohl zu den schönsten Jahreszeiten in der Provinz Québec in Kanadas Osten.

Dabei ist die Farbenvielfalt und -pracht schier überwältigend, denn allein in Québec gibt es rund 20 verschiedenen Ahorn- und neun Eichenarten und jede von ihnen prunkt im Herbst mit unterschiedlichen Farbnuancen.

Traumlandschaften finden sich vor allem in und um den Parc National de la Jacques-Cartier in Québec. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Traumlandschaften finden sich vor allem in und um den Parc National de la Jacques-Cartier in Québec. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Auch die Weite der Wälder und der Kontrast zwischen bunten Blättern und dem strahlend blauen Himmel ziehen die Besucher in ihren Bann. Überall in der Provinz stehen die Bäume wie flammende Fackeln am Straßenrand. Im „Parc National de la Jacques-Cartier“ lässt sich das Farbspektakel beispielsweise vom Boot aus bestaunen. Der rund 40 Kilometer nördlich von Québec City gelegene Nationalpark liegt am Flusstal des Rivière Jacques-Cartier und eignet sich deshalb hervorragend für Kanu, Kajak und Schlauchboot-Touren. Im Park können aber auch Fahrräder für eine ausgedehnte Tour durch die Wälder gemietet werden.

Eine Fahrt entlang des St. Lorenz Stroms zur Gaspésie-Halbinsel ist im Herbst besonders lohnenswert. Dort erwarten den Besucher steile Klippen an der Mündung des Stromes in den Atlantik, altertümlich anmutende malerische Dörfer und einsame, farbenprächtige Wälder im Landesinneren. Von Québec City führt die Route 132 durch alte Bauerndörfer am St. Lorenz ostwärts zur Gaspésie. Bis in den Oktober hinein können im mehr als 30 Kilometer breiten Strom noch Grau- und Belugawale und sogar seltene Blauwale gesichtet werden.

Die Blätter der Bäume im Osten Kanadas zeigen sich während des Indian Summers in den knalligsten Farben. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Die Blätter der Bäume im Osten Kanadas zeigen sich während des Indian Summers in den knalligsten Farben. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Einsame Leuchttürme, traditionelle Dörfer und lange Strände säumen den Weg nach Osten. Ab Matane wird die Küste rauer und die von rotem Herbstlaub überzogenen Bergzüge der ChicChoc Mountains rücken näher an den Strom heran. Das gebirgige Hochland, eine der ältesten Bergketten Nordamerikas, ist Lebensraum für Elche, Bären und Karibous – und herrliches Wandergebiet. Im Forillon-Nationalpark an der Ostspitze der Gaspésie-Halbinsel tauchen die Berge schließlich ins Meer. Fast 200 Meter hohe Kalksteinklippen türmen sich über den Brechern des Atlantiks.

Der Herbst bedeutet auch feiern: In den ländlichen Regionen der Provinz Québec starten überall die lebendigen Herbstfeste; in den großen Obstanbaugebieten südlich von Montréal werden Äpfel geerntet und süßer Most gekeltert – „Cidre“ heißt er hier in guter französischer Tradition. Auch das Erntedankfest der Kanadier fällt in diese bunten Blättertage. Am zweiten Montag im Oktober treffen sich traditionell die Großfamilien zum Truthahnessen und zu Familienausflügen in die herbstlichen Wälder. Mehr Informationen über Québec unter www.quebecoriginal.com.


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