Von 4. November 2015 Mehr →

Ein Museum für den Walzerkönig von Wien

Goldiges Kerlchen im Wiener Stadtpark: Der geigende Johann Strauss. (Foto Willfried Gredler-Oxenbauer)

Goldiges Kerlchen im Wiener Stadtpark: Der geigende Johann Strauss. (Foto Willfried Gredler-Oxenbauer)

Wo sonst als in Wien sollte es so ein Museum geben? Das 2015 eröffnete Museum der Johann Strauss-Dynastie in der Müllnergasse 3 im 9. Bezirk ist das weltweit erste Museum, das sich mit der Geschichte und dem künstlerischen Schaffen der gesamten Strauss-Familie auseinandersetzt: mit Johann Strauss Vater, „Walzerkönig“ Johann Strauss Sohn sowie seinen Brüdern Josef und Eduard Strauss.

Eine reiche Fülle an Bildern und Dokumenten aus der Epoche des Wiener Biedermeier bis zur Ringstraßen-Ära erwartet die BesucherInnen. Audio-Stationen ermöglichen es zudem, bekannte und auch nicht so prominente Werke aus dem Schaffen der Strauss-Dynastie mit Kopfhörern beliebig oft und ungestört zu genießen.

Johann Strauss (1825-1899), von Familie und Freunden „Schani“ genannt, sein gleichnamiger Vater und seine Brüder Josef und Eduard eroberten mit ihrer Musik die Welt. Ihre mehr als 1.500 Werke repräsentieren auch heute noch die Wiener Musik wie keine andere, von der „Fledermaus“ über den „Radetzkymarsch“ bis zu „An der schönen blauen Donau“. Ihre Walzer- und Operettenmelodien erklingen in Konzerthäusern und beim traditionsreichen Neujahrskonzert, das aus dem Goldenen Saal des Musikvereins in die ganze Welt übertragen wird.

Karrikatur von Josef Strauss und seinen Brüdern. (Foto Kulturverein Wiener Blut)

Karrikatur von Josef Strauss und seinen Brüdern. (Foto Kulturverein Wiener Blut)

Natürlich gibt es in Wien neben dem Museum auch ein Johann-Strauss-Denkmal, und zwar ein goldenes. Es befindet sich im Wiener Stadtpark in der Nähe des Kursalons Wien und zeigt den geigenden Walzerkönig. Bei der Enthüllung 1921 spielten die Wiener Philharmoniker, heute ist der „Goldene Schani“ eines der meistfotografierten Denkmäler Wiens.

In seiner Wohnung in der Praterstraße 54 im 2. Bezirk schrieb Johann Strauss Sohn 1867 seinen berühmtesten Walzer: An der schönen blauen Donau, die inoffizielle Hymne Wiens. Er bewohnte diese Räume mit seiner ersten Frau Jetty von 1863 bis 1870.

Blick in die Strauss-Wohnung an der Praterstraße in Wien. (Foto Hertha Hurnaus)

Blick in die Strauss-Wohnung an der Praterstraße in Wien. (Foto Hertha Hurnaus)

Neben Originalmöbeln und Originalinstrumenten sind Gebrauchsgegenstände aus dem Besitz des großen Musikers sowie Bildnisse, Fotografien und Dokumente zu Leben und Werk zu sehen. Das Ehrengrab des Walzerkönigs befindet sich – wie könnte es anders sein – auf dem Wiener Zentralfriedhof an der Simmeringer Hauptstraße 234, in der Nähe von Beethoven, Schubert, Brahms und Strauss Vater.


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