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Von 11. September 2017 Mehr →

Drei-Letter-Code verrät, wohin die Reise geht: Kofferbanderole mit Aussagekraft

Der Drei-Letter-Code am Koffer, zeigt wohin das Gepäck auf die Reise geschickt wird. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Der Drei-Letter-Code am Koffer, zeigt wohin das Gepäck auf die Reise geschickt wird. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Lange bevor der Flieger bestiegen wird, geht das Gepäck bereits auf Reise. Am Check-In-Schalter finden die Koffer wie von Geisterhand beflügelt über ein kilometerlanges Gewirr an unterirdischen Förderbändern den Weg in den Bauch des Flugzeuges, um dann am Zielflughafen genauso dezent wieder aufzutauchen. Ein Vorgang, wie er sich tagtäglich millionenfach an den Flughäfen dieser Welt wiederholt. Und nur wenige Gepäckstücke bleiben dabei auf der Strecke.

Den Weg zum Erfolg, oder besser gesagt zurück zum Fluggast, garantieren dabei drei Buchstaben. Dieser so genannte Drei-Letter-Code befindet sich ausgedruckt auf den Bandarolen, die dem Koffer beim Einchecken angehängt werden. Ein Blick auf den Anhänger genügt, und schon wird klar, wohin die Reise geht. FRA steht beispielsweise für Frankfurt/Main, BRE für Bremen, HAM für Hamburg und DTM für Dortmund.

Festgelegt werden die Buchstabenkombinationen von der International Air Transport Association, der Internationalen Flug-Transport-Vereinigung, kurz IATA. Die Dreibuchstabencodes sollen helfen, Flughäfen eindeutig zuzuordnen und verhindern, dass das Gepäck um den halben Erdball reist, obwohl es nur von München nach Hamburg soll.

Trotz Kennzeichnung warten Fluggäste nach der Ankunft immer mal wieder vergebens auf ihren Koffer. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Trotz Kennzeichnung warten Fluggäste nach der Ankunft immer mal wieder vergebens auf ihren Koffer. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Bei vielen Flughäfen ist die Zuordnung auch für den Laien problemlos. So heißt Nürnberg kurz NUE und Düsseldorf schlicht DUS, was daran liegt, dass die Codes in der Regel aus den englischen Namen der Airports abgeleitet sind und es im Englischen keine Umlaute gibt. Daraus ergibt sich, dass München (English= Munich) mit MUC, Köln (Cologne) mit CGN abgekürzt wird.

Große internationale Flughäfen wie Heathrow in London sind mit Drei-Letter-Codes gekennzeichnet, die dem Eigennamen Rechnung tragen. So wird der größte Flughafen der britischen Kapitale unter LHR geführt, sein benachbarter Konkurrent Gatwick mit LGW. Steht auf dem Aufkleber CDG reist der Koffer zum Flughafen Charles de Gaulle nach Paris, bei JFK zum berühmten John F. Kennedy Airport in New York.

Gleichwohl gibt es auch einige Flughafenkürzel, die sich nicht sofort erschließen und zum heiteren Flughafen-Raten einladen. Beispiel gefällig? TXL – für welchen Flughafen steht dieses Kürzel? Keine Ahnung? Ist doch ganz einfach: Berlin-Tegel. Zugegeben, dieses Kürzel erschließt sich nur bedingt. Auf den ersten Blick würde man die holländische Insel Texel hinter diesen Buchstaben vermuten. Doch die Westfriesische Insel verfügt über keinen internationalen Flughafen.

Nicht immer spuckt das Gepäckband auch die gewünschten Koffer wieder aus. Einige gehen auf den langen Transportwegen verloren oder werden falsch versendet. (Foto Karsten-Thilo Rab)

Nicht immer spuckt das Gepäckband auch die gewünschten Koffer wieder aus. Einige gehen auf den langen Transportwegen verloren oder werden falsch versendet. (Foto Karsten-Thilo Rab)

XL steht in diesem Fall auch nicht für „extra large“. Zwar ist Tegel der am stärksten frequentierte Flughafen der Hauptstadt, doch im internationalen Vergleich nimmt er gemessen an den Start- und Landungen eher eine unbedeutende Rolle ein. Auch das Passagieraufkommen würde mit rund 12 Millionen Fluggästen pro Jahr allenfalls zu einem M wie „medium“ reichen.

Ohnehin trägt der Berlin International Airport seit 1988 den Namen von Flugpionier Lilienthal. Dieser war bekanntlich der erste Mensch, der Gleitflüge mit einem Flugapparat (Hängegleiter) absolvierte. Nur hatten ihn seine Eltern nicht auf Thomas Xaver getauft, sondern auf Karl Wilhelm Otto. Demnach müsste Tegel mit KWOT geführt werden. Doch dies entspricht nicht den IATA-Vorgaben mit nur drei Buchstaben.

Tatsächlich jedoch ist die Lösung, warum der Berliner Flughafen mit TXL abgekürzt wird, weit simpler und hat historische Gründe. Als der ehemalige Raketenschießplatz in Tegel im Jahre 1948 zum internationalen Flughafen ausgebaut wurde, waren alle nahe liegenden Kürzel bereits vergeben. Denn der Flughafen Taluga in Papua-Neuguinea wird unter TGL gelistet, Tenkodogo in Burkina Faso unter TEG und Telupid in Malaysia unter TEL.

Ungeachtet der riesigen Mengen an Gepäck, die am Flughafen sortiert werden, gehen tatsächlich nur wenige Stücke verloren. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Ungeachtet der riesigen Mengen an Gepäck, die am Flughafen sortiert werden, gehen tatsächlich nur wenige Stücke verloren. (Foto Karsten-Thilo Raab)

In solchen Fälle greift die IATA gerne auf Plan B zurück und setzt ein X (oder einen anderen Buchstaben des Alphabets) ein. Damit ist Tegel in guter Gesellschaft. Birmingham in England wird unter BHX geführt, der Flughafen Mailand-Malpensa unter MXP und Los Angeles unter LAX – nur bei Luxemburg ist es anders. Hier macht das LUX auch Sinn…

Informationen: Übersichten über die Drei-Letter-Codes der internationalen Flughäfen finden sich im Internet unter www.worldtour.de/drei-letter-codes.html, www.flighttravel.de/Dreilettercodes und www.flughafenkuerzel.de

Weitere Deutsche Flughäfen und ihre Drei-Letter-Codes: Berlin-Schönefeld (SFX), Berlin-Tempelhof (THF), Dresden (DRS), Friedrichshafen (FDH), Hannover (HAJ), Münster-Osnabrück (FMO), Neubrandenburg (FNB), Paderborn/Lippstadt (PAD), Stuttgart (STR), Weeze Niederrhein Airport (NRN)

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