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Von 22. November 2018 Mehr →

Der Hotelcheck: V8 Hotel – Nachtlager zwischen Motorhaube und Zapfsäule

Prunkstücke des V8 Hotels in Böblingen sind die insgesamt 26 Themenzimmer. - Foto Karsten-Thilo Raab

Prunkstücke des V8 Hotels in Böblingen sind die insgesamt 26 Themenzimmer. – Foto Karsten-Thilo Raab

Eigentlich müsste es nach Benzin und Motoröl riechen. Auch Motorengeräusche im sanften Schnurren eines Kätzchens und quietschende Reifen lässt der Name V8 vermuten. Doch weit gefehlt, auch wenn sich in dem Vier-Sterne-Superior-Hotel in Böblingen alles rund um das Thema Auto dreht – und dies an einem historischen Ort. Denn dort, wo einst der erste Verkehrsflughafen Baden-Württembergs zu finden war, liegt heute die Motorworld.

Unter deren Dach haben sich alle Nobelmarken der Welt angesiedelt und präsentieren ihre neuesten Fahrzeug-Modelle, aber auch chromblitzende Oldtimer und Youngtimer. Und mittendrin das V8, das aus zwei unterschiedlichen Häusern besteht – dem V8 Classic im ehemaligen Airport-Terminal sowie dem ultramodernen Komplex, der im Frühjahr 2018 seine Pforten öffnete.

26 kunstvolle Themenzimmer

Die Waschanlage gehört zu den populärsten Themenzimmern. - Foto Karsten-Thilo Raab

Die Waschanlage gehört zu den populärsten Themenzimmern. – Foto Karsten-Thilo Raab

Eines haben die gegenüberliegenden Hotel-Bereiche gemeinsam: die Liebe zum Automobil. Besonderer Clou sind die insgesamt 26 Themen-Zimmer, die in Zusammenarbeit mit namhaften Designer und Künstlern erstellt wurden. Da wurde ein alter VW-Käfer als Bett in einem Tankstellen-Setting mit Zapfsäule und Ölfass als Tisch platziert oder ein alter Mercedes kunstvoll mit dem Heck in die Bürsten einer Waschstraße verbaut. In einem anderen Zimmer dient ein Mini-Cooper als Schlafstätte, während Sportrennsitze als Sessel bereitstehen.

Auch ein umfunktionierter Mini Cooper steht als Nachtlager bereit. - Foto Karsten-Thilo Raab

Auch ein umfunktionierter Mini Cooper steht als Nachtlager bereit. – Foto Karsten-Thilo Raab

„Bei uns kann jeder entspannt im Auto schlafen, ohne frieren zu müssen“, flachst Hoteldirektor Simeon Schad, der im Gegensatz zu den Kollegen aus seiner Branche ein ganz andere Optik an den Tag legt. Statt eines schnicken Anzugs trägt der 50-jährige ganz passend ein historische Rennfahrer-Outfit. Schon als kleiner Junge hatte Schad Benzin im Blut, vermochte Automarken und -modelle am Klang des Motors zu erkennen.

Benzin im Blut

Im Route 66 Zimmer lässt sich auch unter einem Zeltdach schlafen. - Foto Karsten-Thilo Raab

Im Route 66 Zimmer lässt sich auch unter einem Zeltdach schlafen. – Foto Karsten-Thilo Raab

„Mit den modernen Maschinen ist das leider nicht mehr möglich“, beteuert der im benachbarten Stuttgart aufgewachsene Schad mit ein wenig Wehmut. Gleichzeitig freut er sich, mit dem V8 den Traum vieler Autofahrer und -fans realisiert haben zu können.

Die thematische Ausrichtung der Zimmer spiegelt sich auch in den Badezimmern wieder. - Foto Karsten-Thilo Raab

Die thematische Ausrichtung der Zimmer spiegelt sich auch in den Badezimmern wieder. – Foto Karsten-Thilo Raab

„Unsere ursprüngliche Idee war es, reine Markenzimmer einzurichten, doch dies scheiterte an den komplizierten Auflagen und Lizenzen der Hersteller“, zeigt sich der engagierte Hotelbetreiber dennoch begeistert von den insgesamt 187 V8-Zimmer mit ihren zusammen 370 Betten in fünf Kategorien.

187 Zimmer als Unikate

Selbst in den Sitzmöbeln werden automobile Träume wahr. - Foto Karsten-Thilo Raab

Selbst in den Sitzmöbeln werden automobile Träume wahr. – Foto Karsten-Thilo Raab

Dabei gleicht kein Zimmer dem anderen. Jedes der 24 bis 50 Quadratmeter großen Gästerefugien ist individuell gestaltet und mit zahlreichen Unikaten ausgestattet. Illustrationen und historische Fotos an den Wänden sowie Möbel und Betten aus echten Fahrzeugteilen fügen sich zu einem Gesamtkunstwerk zusammen. Gemeinsam sind den Zimmern aber einige Ausstattungsmerkmale wie USB-Steckdosen oder ein Toplader-Safe.

Das Treppenhaus des V8 Hotel habhen Graffitti-Künster gestaltet. - Foto Karsten-Thilo Raab

Das Treppenhaus des V8 Hotel habhen Graffitti-Künster gestaltet. – Foto Karsten-Thilo Raab

Und so kann sich, wer mag, im schnittigen Jaguar oder Porsche, einem rassigen BMW, einem originalgetreuen Cadillac Coupé oder einem knallig orangefarbenen Geländewagen im wahrsten Sinne des Wortes zumindest für die eine oder andere Nacht seinen ganz persönlichen Autotraum verwirklichen.

Nachtlager im Oldtimer

Vive la France - ein historischer Citroen als Schlafstatt. - Foto Karsten-Thilo Raab

Vive la France – ein historischer Citroen als Schlafstatt. – Foto Karsten-Thilo Raab

Oldtimerfreunde dürften eher im historischen Morris Minor oder einem Alfa Romeo aus den 1970er Jahren nächtigen wollen, während Anhänger französischer Lebensart stilecht ihr Nachtlager im Citroen DS unter dem gallischen Hahn beziehen können. Wem dies alles zu perfekt anmutet, dem steht sogar ein echtes Schrottzimmer zur Verfügung. Natürlich mit hochwertigem Schrott. Nostalgie und Patina wurden hier geschickt vereint.

In allen Zimmer des Vier-Sterne-Superior-Hauses ist das Thema Automobil allgegenwärtig. - Foto Karsten-Thilo Raab

In allen Zimmer des Vier-Sterne-Superior-Hauses ist das Thema Automobil allgegenwärtig. – Foto Karsten-Thilo Raab

„Für den einen oder anderen ist der Schrott Teil einer Automobil-Geschichte, die noch nicht zu Ende ist“, freut sich Schad den Autoliebhabern eine derart große Bandbreite an Möglichkeiten bis hin zum Route 66 Setting und einem nachgebauten Autokino bieten zu können. Nicht weniger als 27 Millionen Euro hat allein der Neubau verschlungen. Insgesamt sechs Jahre lange wurde das neue V8 entwickelt.

Hohe Qualitätsansprüche

Ein umgebautes Motorrad trennt den Bar- vom Restaurant-Bereich. - Foto Karsten-Thilo Raab

Ein umgebautes Motorrad trennt den Bar- vom Restaurant-Bereich. – Foto Karsten-Thilo Raab

„Das klingt nach einer langen Zeit, aber wir haben wirklich jeden noch so kleinen Prozess genau durchdacht“, wertet Schad die extrem hohe Gästezufriedenheit als nachträgliche Bestätigung und Anerkennung.

Selbst beim Blick in den Spiegel wird das Oberthema deutlich. - Foto Karsten-Thilo Raab

Selbst beim Blick in den Spiegel wird das Oberthema deutlich. – Foto Karsten-Thilo Raab

„Wir verstehen uns als Topadresse und müssen auch entsprechend liefern, wenn wir als solche wahrgenommen werden möchten“, nimmt Schad, der auch Vorsitzender des Stuttgarter Hotel- und Gaststättenverbandes ist, die insgesamt 58 Mitarbeiter des V8 in die Pflicht. Mit Blick auf die eigenen Ansprüche und die gebotene Qualität schiebt er direkt hinterher: „Wir holen uns nicht die billigsten Brötchen ins Haus, sondern den besten Bäcker.“

Viel Liebe zum Detail

Der alte Pick-up gehört zu den Blickfängen im Restaurant. - Foto Karsten-Thilo Raab

Der alte Pick-up gehört zu den Blickfängen im Restaurant. – Foto Karsten-Thilo Raab

In der Tat hat das Konzept des V8 Hand und Fuß und zieht sich durch alle Bereiche durch. Im Foyer bilden rassige Sportwagen und chromblitzende Oldtimer Blickfänge, die nicht nur Autoliebhaberherzen höher schlagen lassen. Auch der kombinierte Bar- und Speiseraum besticht durch viel Liebe zum Detail. Ein zu einem ungewöhnlichen Regal umgebauter Motorroller dient hier als Raumteiler, während ein alter Pick-up-Truck gleichermaßen als Deko-Element und Büffettisch genutzt wird. Von der Decke erstrahlen Lichter aus einer Reihe von hochwertigen Felgen, die zu einer dekorativen Lampe umfunktioniert wurden.

Renngahr-Nostalgie über dem Kopfkissen. - Foto Karsten-Thilo Raab

Renngahr-Nostalgie über dem Kopfkissen. – Foto Karsten-Thilo Raab

Selbst im Fitnessbereich, durch dessen bodenhohen Fenster sich ein toller Rundumblick auf Böblingen, die Motorworld und das ehemalige Flugfeld eröffnet, wird das Automotiv in Form von historischen Fotos, aber auch mit Mülleimern aus gestapelten Reifen aufgenommen. Müßig zu erwähnen, dass in den 15 Tagesräumen mit einer Kapazität von bis zu 600 Personen die Stehtische kunstvoll mit Autoreifen aufgewertet wurden.

Gern genommene Werbeträger

Die Kugelschreiber des V8 Hotels sind beliebte "Bute" bei den Gästen. - Foto Karsten-Thilo Raab

Die Kugelschreiber des V8 Hotels sind beliebte „Bute“ bei den Gästen. – Foto Karsten-Thilo Raab

In jedem Bad liegt ein Seifenstück in Form eines VW-Käfers. Selbst die in den Zimmern bereit liegenden Stifte sind in Autoform und längst begehrte Trophäe der Gäste. „Für uns ist dies ein toller Werbeträger“, nimmt Schad es sportlich, dass pro Jahr rund 5.000 dieser Designstifte ungefragt den Besitzer wechseln.

V8 Classic ist im histirschen Flughafen-Gebäude untergebracht. - Foto Karsten-Thilo Raab

V8 Classic ist im histirschen Flughafen-Gebäude untergebracht. – Foto Karsten-Thilo Raab

Und wer seine Begeisterung für das Automobil nach einer Nacht im V8 und dem obligatorischen Besuch in der Motorworld noch verstärken möchte, der düst einfach noch schnell ins benachbarte Stuttgart in das nahe gelegene Porsche- oder Mercedes-Museum.

In jedem Zimmer zu finden: eine VW-Käfer-Seife. - Foto Karsten-Thilo Raab

In jedem Zimmer zu finden: eine VW-Käfer-Seife. – Foto Karsten-Thilo Raab

Informationen und Buchungen: V8 Hotel, Charles-Lindbergh-Platz 1, 71034 Böblingen, 07031-3069880, info@v8hotel.de, Stuttgart. Die Doppelzimmer werden ab 129 Euro pro Nacht angeboten.

Bewertung des Mortimer Reisemagazins

Automobiles Badezimmer im Böblinger V8 Hotel. - Foto Karsten-Thilo Raab

Automobiles Badezimmer im Böblinger V8 Hotel. – Foto Karsten-Thilo Raab

In jeder Kategorie werden maximal fünf Sterne vergeben:

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  • Sauberkeit ∗∗∗∗
  • Essen & Trinken ∗∗∗∗
  • Service ∗∗∗∗

Fazit: Ein absoluter Traum für alle Automobil-Liebhaber und alle, die einmal in ungewöhnlichem Ambiente übernachten wollen.  

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