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Das Liechtensteiner Fürstenhaus

Im mittelalterlichen Schloss Vaduz, das hoch über dem Rheintal thront, residiert und lebt seit 1938 die Fürstliche Familie von und zu Liechtenstein. Sie gehört zu den ältesten Adelsfamilien Europas. Um 1136 wurde mit Hugo von Liechtenstein erstmals ein Träger dieses Namens erwähnt. 1699 erwarb Fürst Johann Adam Andreas von Liechtenstein die Herrschaft Schellenberg. 1712 erfolgte der Kauf der Grafschaft Vaduz. 1719 schließlich wurden die beiden Herrschaften durch Kaiser Karl VI. zum Reichsfürstentum erhoben.

Der Fürst als Oberhaupt des Fürstlichen Hauses wacht gemäß des Liechtensteinischen Hausgesetzes über „Ansehen, Ehre und Wohlfahrt“ desselben. Nach dem Tod von Fürst Franz Josef II. am 13. November 1989 übernahm Fürst Hans-Adam II. diese Aufgabe. Er ist der nunmehr 13. Regent des kleinen Alpenstaates und der erste, der in Liechtenstein geboren und aufgewachsen ist. Während seiner Regentschaft setzte er sich besonders für eine eigenständige Außenpolitik Liechtensteins ein. Unter seiner Führung gelang 1990 der UNO-Beitritt Liechtensteins und 1995 der Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR).

Das Interesse seiner Gattin, Fürstin Marie, gilt seit langem den sozialen Institutionen des Landes. Sie ist Präsidentin des Liechtensteinischen Roten Kreuzes und Ehrenpräsidentin des Vereins für Heilpädagogische Hilfe.

Am 15. August 2004 hat Fürst Hans-Adam II. seinen Sohn Erbprinz Alois zur Vorbereitung für die Thronfolge als seinen Stellvertreter mit der Ausübung der ihm zustehenden Hoheitsrechte betraut. Seitdem nimmt der Erbprinz auf nationaler und internationaler Ebene die Aufgaben des Staatsoberhauptes des Fürstentums Liechtenstein wahr. Der Erbprinz ist mit Herzogin Sophie, die in direkter Linie vom letzten bayerischen König abstammt, verheiratet. Gemeinsam mit ihren vier Kindern Prinz Joseph Wenzel (Jahrgang 1995), Prinzessin Marie Caroline (Jahrgang 1996), Prinz Georg (Jahrgang 1999) und Prinz Nikolaus (Jahrgang 2000) leben sie ebenfalls auf Schloss Vaduz.

Der Fürst und sein Sohn sind steuerbefreit, erhalten aber auch umgekehrt keine Steuern vom Land. Im fürstlichen Besitz befindet sich neben der Hofkellerei in Vaduz mit dazugehörigen Weinbergen und umfangreichem Grundbesitz auch das Finanzunternehmen LGT Group mit weltweit 29  Repräsentanzen und gut 1.300 Mitarbeitern.

Weitere Informationen zum Fürstenhaus unter www.fuerstenhaus.li.

Lage: Das Fürstentum Liechtenstein, nach dem Vatikanstaat, San Marino und Monaco das vierkleinste Land Europas, liegt südlich des Bodensees in der Alpenregion. Nach Westen bildet der Rhein eine natürliche Grenze zur Schweiz.

Buchtipp: Ulrike Katrin Peters, Karsten-Thilo Raab: Liechtenstein – Reisehandbuch, Westflügel Verlag, 2009, ISBN 978-3-939408-05-5. Erhältlich ist der Titel im Buchhandel oder direkt beim Verlag.

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