Von 2. März 2017 Mehr →

Blutsbande – das famose Familiendrama mit Suchtfaktor geht weiter

Lasse, Jonna und Oskar stürzen in der zweiten Staffel von Blutsbande wieder von einer Katastrophe in die nächste.

Gut, besser, am besten, Blutsbande (Originaltitel: Tjockare än vatten). Obschon mit Superlativen sehr vorsichtig umgegangen werden sollte, verdient die schwedische TV-Serie fraglos einen solchen verbalen Ritterschlag. Die Serie hatte schon in der ersten Staffel Suchtfaktor. Ein Phänomen, dass auch in Staffel 2, die  nun in einer Box mit vier DVDs und einer Gesamtspielzeit von 434 Minuten bei Edel:Motion erschienen ist, nicht nachzulassen scheint.

Nach einem wenig spektakulären Auftakt mit einem überaus niedergeschlagen wirkenden Oskar nimmt das Familiendrama mächtig Fahrt auf. Sogar so sehr, dass es schwer fällt, den Filmgenuss zwischenzeitlich überhaupt zu unterbrechen, nur weil so profane Dinge wie die eigene Nachtruhe oder die Arbeit anstehen.

Dreh- und Angelpunkt der kurzweiligen wie immer wieder verblüffenden Staffel ist einmal mehr das Familienjhotel Waldemars im schwedischen Åland. Liv, die Ehefrau von Oskar (Joel Spira) ist seit Monaten verschwunden, das Hotel ist in einen Dornröschenschlaf verfallen und im desolaten Zustand – ebenso wie Oskar.

Sein Bruder (Björn Bengtsson) wird beim Versuch, Geld für einen Neustart zu leihen, von seiner kriminellen Vergangenheit eingeholt, und Jonna (Alette Opheim) träumt weiter von einer großen Filmkarriere, als sie in London nach einer Party stark bedrängt wird.

Während Oskar von Selbstmordgedanken gepackt wird, kehren Jonna und Lasse nach Åland zurück. Teils als Flucht vor den jüngsten Ereignissen, teils, um das Hotel für das Weihnachtsgeschäft fit zu machen. Doch ein heftiger Sturm fügt dem Holzhaus massive Schäden zu, so dass eine Reparatur unausweichlich wird. Allein es fehlt an den finanziellen Mittel.

Doch Lasse ist während des Sturms, als er hinaus aufs Meer fährt, um ein havariertes Boot zu retten, überraschend auf große Geldmengen gestoßen. Kurzerhand setzt er das havarierte Boot in Brand und verschwindet mit dem Geld. Mit Hilfe eines Handwerkers wird die Instandsetzung des Hotels angegangen, während Oskar eine Liebschaft mit der befreundeten Pastorin auslebt.

Auch für Lasses Tochter wird die Situation auf einmal bedrohlich.

Doch plötzlich taucht Liv wieder im Waldemars auf. Doch damit nicht genug der Komplikationen. Lasses Tochter wird in Kambodscha ausgeraubt und im Eis der zugefrorenen Bucht, findet Onkel Konrad die mumifizierte Leiche seines Bruders. Und immer, wenn es nicht schlimmer kommen könnte, passiert der nächste Schicksalsschlag.

Die Lage im Waldemars ist selbst an Weihnachten mehr als angespannt.

Die dunklen Familiengeheimnisse der Vergangenheit und die Geschehnisse der Gegenwart stellen die drei ach so unterschiedlichen Geschwister vor eine Zerreißprobe der besonderen Art. Immer begleitet von der Frage, ob Blut tatsächlich dicker ist als Wasser? Ein packendes Drama, das sich kaum besser hätten in Szene setzen lassen können. Ein Meisterwerk der Filmkunst mit stimmungsvollen Bildern aus Schweden garniert.

Nicht nur Oskar gerät in der neuen Blutsbande-Staffel immer wieder an den Rande der Verzweifelung. (Fotos Edel:Motion)

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