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Asisi-Panorama lässt die Titanic in Leipzig versinken

Das Wrack der Titanic ist im neuen 360°-Panorama von Yadegar Asisi zu sehen. (Foto Andreas Schmidt)

Der untergegangene Mythos erlebt in Leipzig seine Wiederentdeckun. Denn das Panometer in der sächsischen Landeshauptstadt zeigt nun unter dem Titel „Titanic – die Versprechen der Moderne“ von Yadegar Asisi das weltgrößte 360-Grad-Panorama des berühmten Schiffs aus Belfast. Das neueste Werk des mehrfach ausgezeichneten Panoramakünstlers entführt die Besucher in die Unterwasserwelt des Nordatlantik und zeigt das Wrack der Welt zu einem Zeitpunkt, an dem die Natur dieses Wunderwerk der Technik schon zurückerobert hat.

Vor dem Wrack der Titanic liegt eine „Meduse“, ein U-Boot, das Licht auf den Meeresgrund bringt. (Foto Andreas Schmidt)

Mit dem Projekt „Titanic“ fokussiert Asisi nicht das eigentliche Schiffsunglück aus dem Jahr 1912, sondern er thematisiert die uralte Frage nach der Beherrschung der Natur. Der Untergang des Luxusdampfers steht dabei als Musterbeispiel für die menschliche Überheblichkeit gegenüber den Naturgewalten. Yadegar Asisi zu seiner Motivation: „Die Titanic steht für mich einerseits für eine außergewöhnliche Ingenieursleistung, andererseits ist ihr Schicksal ein Sinnbild für die Hybris des Menschen.“ Zugleich verweist der Künstler mit der Darstellung des zerborstenen Wracks in 4.000 Metern Tiefe auf die Endlichkeit menschlichen Seins und Handelns.

Künstler Yadegar Asisi bei der Veröffentlichung seines neuen 360°-Panoramas im Panometer Leipzig. (Foto Anna Knabe)

Der Ausstellungsbesucher befindet sich beim Betrachten etwa 3.800 Meter unter Wasser in Höhe des Schiffswracks. Ein künstliches Lichtszenario ermöglicht es, das tragische Ausmaß des Unglücks in einem Riesenrundbild zu entdecken. Zu erkennen sind das in zwei Teile auseinandergebrochene Wrack sowie eine unüberschaubare Menge an Mobiliar, Einrichtungsgegenständen und Gepäckstücken, die rund um die Titanic verteilt sind.

Das Panomter stellt das Wrack fast realisitisch dar. (Foto Andreas Schmidt)

Für sein neuestes Werk arbeitete Yadegar Asisi eng mit Museen, Archiven und Experten zusammen, um den Mythos authentisch aufleben zu lassen. Doch es geht bei dem neuen Panorama nicht nur um das Schiffswrack. Asisi macht mit seiner Schau außerdem auf die grandiose Ingenieursleistung des britischen Luxusliners aufmerksam. Eine begleitende Ausstellung führt in die Thematik ein. Mit einer emotional-intuitiven Besucherführung präsentieren großvolumige Installationsräume um das Panorama herum faszinierende technische Errungenschaften des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, aber auch waghalsige Ansätze im Stahlbau. Weitere Informationen unter www.asisi.de

Wissenswertes über die legendäre Titanic

Das 360-Grad-Panorama wird durch eine begleitende Ausstellung ergänzt. (Foto Anna Knabe)

Die Titanic wurde im nordirischen Belfast auf der Werft von Harland & Wolff gebaut. Sie war bei der Inbetriebnahme am 2. April 1912 das größte Schiff der Welt. Auf ihrer Jungfernfahrt kollidierte der Luxusdampfer am 14. April 1912 gegen 23:40 Uhr etwa 300 Seemeilen südöstlich von Neufundland mit einem Eisberg und versank knapp drei Stunden später im Nordatlantik. Von den über 2.200 Personen an Bord starben rund 1.500 in den eiskalten Fluten, vor allem deshalb, weil es zu wenig Rettungsboote gab und die Mannschaft im Umgang mit der Evakuierung unerfahren war. Der Untergang der TITANIC zählt zu den größten Katastrophen der Seefahrt.

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