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Area 47 – menschliche Kanonenkugeln im Ötztal

Nur fliegen sit scjöner: ein Blobber wird durch die Luft katapultiert. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Nur fliegen sit scjöner: ein Blobber wird durch die Luft katapultiert. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Die Luft ist deutlich kühler als das Wasser, obwohl Letzteres auch nicht gerade einer muckelig warmen Badewanne gleichkommt. Doch der Adrenalinausstoß lässt die Temperaturen für einen Moment völlig vergessen. Unweigerlich stockt der Atem für einen Augenblick, bevor das Aufatmen und die Erleichterung in ein breites Grinsen, bei manchen sogar in ein fettes Lachen übergehen.

Ritt auf dem Wasserstrahl

Auslöser ist das Münchhausen-Gefühl. Denn in der Area 47 im österreichischen Ötztal können Wagemutige wie der legendäre Lügenbaron durch die Luft fliegen – und dies sogar ohne den Ritt auf der Kanonenkugel. Stattdessen avancieren die Adrenalinjunkies für einen kurzen Moment selber zu einem Geschoss. Zunächst aber gilt es in einer speziellen Sitzvorrichtung Platz zu nehmen, auf Knopfdruck wird so dann ein gewaltiger Wasserstrahl ausgelöst, der einen mit unbändiger Kraft im hohen Bogen durch die Luft ins Wasser katapultiert.

Münchhausen-Feeling

Die menschlichen Kanonenkugeln lassen sich in dem mächtigen Wasserstrahl nur erahnen. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Die menschlichen Kanonenkugeln lassen sich in dem mächtigen Wasserstrahl nur erahnen. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Dabei ist der Cannonball-Sitz beileibe nicht der einzige Spaßgarant in der Water Area, dem Wasserspaßpark der Area 47. Hoch im Kurs steht auch der Blob. Mit Helm und Schwimmweste sowie je nach Witterung auch mit Neoprenanzug ausgestattet, nimmt ein Spaßsuchender, Blobber genannt, am Ende eines riesigen Luftkissens, das im See verankert ist, Platz. Ein Zweiter, Jumper genannt, springt dann aus drei Metern Höhe auf das andere Ende des Luftkissens und katapultiert den Partner durch die Luft ins Wasser. Das ist weniger rasant als beim Cannonball, aber nicht minder spaßig.

35-Meter-Megarutsche

Area 47

Der Rutschenpark belohnt Wagemutige auch mit grandiosen An- und Aussichten. (Foto Area 47)

Direkt nebenan lädt die Slip’n’Slide-Rutsche dazu ein, mit einem kleinen Board erst talwärts und dann ein Stück über das Wasser zu sausen, während der Rutschenturm zum Teil gefühlt fast senkrecht Richtung kühles Nass führt. Insbesondere die Hydrospeed Rutsche mit einer Höhe von 17 Metern und einer Länge von 35 Metern hat es dabei in sich.

Wakeboarden für Anfänger und Profis

Auf dem 420 Meter langen Wakeboard-Parcours kommen Anfänger und Profis gleichermaßen auf ihre Kosten. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Auf dem 420 Meter langen Wakeboard-Parcours kommen Anfänger und Profis gleichermaßen auf ihre Kosten. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Nur wenige Meter weiter lädt eine große Wakeboard-Anlage dazu ein, sich mit einer Art Surfbrett über einen 420 Meter langen Parcours mit verschiedenen Hindernissen ziehen zu lassen. Und dies mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 30 Stundenkilometern.

Noch mehr Action für jedermann

Beim Slip’n’Slide geht es im rasnaten Tempo über das Wasser. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Beim Slip’n’Slide geht es im rasnaten Tempo über das Wasser. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Wer nach all dem Kribbeln erst einmal wieder etwas runterkommen möchte, genießt auf der Liegewiese am Badesee die Aussicht auf die Ötztaler Alpen und auf all diejenigen, die einfach nicht genug Action kriegen können. Denn davon hat die Area 47 auch außerhalb des Wasserparks einiges zu bieten. Der Bogen spannt sich vom Mountainbiken über Motocross, Klettern und Rafting bis hin zum Hochseilgarten der besonderen Art.

Hochseilgarten unter einer Brücke

Nur für Schwindelfreie: der Hochseilgarten über der Ötztaler Ache. (Foto Jens Klatt)

Unter einer Straßenbrücke verläuft in 27 Meter Höhe die besondere Herausforderung für Schwindelfreie. Dabei geht Sicherheit natürlich vor. Im Klettergurt festgeschnallt und in Schienen eingehängt, gilt es, sofern sich der innere Schweinhund überwinden lässt, sich von Ast zu Netz, von Trittschaukel zu Seil zu schwingen und auf einem Skateboard über Drahtseile zu schweben. Wer unterwegs weiche Knie bekommt, kann jederzeit umkehren oder das eine oder andere Element einfach auslassen.

Rafting auf dem Inn

Überaus spritzig geht es beim Rafting in der Imster Schlucht zu. (Foto Jens Klatt)

Kein Zurück gibt es derweil bei der Raftingtour auf dem Inn. Wenn das Gummiboot, das von einem erfahrenen Guide gesteuert ist, erst einmal stromabwärts unterwegs ist, wird es zu fahrenden Dusche, wenn das Wasser an allen Seiten des Boots immer wieder meterhoch spritzt. Viel Paddeln muss an Bord niemand, denn schon nach kurzer Zeit bestimmt die Strömung weitgehend das Tempo.

MTB-Tour zum Piburger See

Bei geführten Mountainbiketouren geht es über die Ötztaler Alpen. (Foto Area 47/Ruudi Wyhlida)

Derweil ist das einzige Wasser, das auf der Mountainbike-Tour zum malerischen Piburger See unweit von Oetz fließt, der eigene Schweiß. Wer sich bestimmte Teilstücke nicht zutraut, kann auf einfachen Waldtrails bleiben, wer aber zwischendurch ein bisschen mehr Action will, macht an entsprechenden Stellen einfach einen kurzen Trail- oder Downhill-Schlenker. Am Etappenziel wartet dann auf alle, die sich erfrischen möchten, ein Badevergnügen im wärmsten See Tirols, ehe es zurück in die Area 47 geht.

Wissenswertes zur Area 47

Der maöerische Piburger See lädt nicht nur Mountainbiker zum Baden ein. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Der maöerische Piburger See lädt nicht nur Mountainbiker zum Baden ein. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Informationen: AREA 47, Ötztaler Achstraße 1, 6430 Ötztal-Bahnhof, Telefon 0043-5266-87676, www.area47.at

Öffnungszeiten: täglich 10 bis 19 Uhr, ab Mitte September bis 18 Uhr – wetterbedingte Änderungen vorbehalten

Eintritt Water Area: Erwachsene 25 Euro, Kinder und Jugendliche 15 Euro. Preise für andere Aktivitäten unter www.area47.at/info/preise

Der Rutschenturm der Area 47 ermöglicht auch Sprünge aus 17 Metern Höhe. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Der Rutschenturm der Area 47 ermöglicht auch Sprünge aus 17 Metern Höhe. (Foto Karsten-Thilo Raab)

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