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Von 27. September 2016 Mehr →

Abtauchen in Australien – Walhai auf Augenhöhe

In Monkey Mia in Australien sind Begenungen mit Delfinen sogar direkt am Strand möglich. (Foto Elements MR)

In Monkey Mia in Australien sind Begenungen mit Delfinen sogar direkt am Strand möglich. (Foto Elements MR)

Westaustralien ist die Heimat für eine Vielzahl einmaliger Meerestiere. Wer die Korallenküste besucht, erlebt magische Momente mit den „Big Five“ der Ozeane. So gibt es weltweit nur eine Handvoll Orte, an denen mit dem größten Fisch der Welt, dem Walhai, geschwommen werden kann. Einer dieser Orte ist das Ningaloo Reef. Dieser Küstenabschnitt im Westen von Australien steht seit 2011 als Weltnaturerbe unter dem Schutz der UNESCO.

Schwimmen mit Walhaien

Begegnungen mit Walhaien machen das Schnorcheln am Ningaloo Reef zu einem unvergesslichen Erlebnis. (Foto Tourism Western Australia)

Begegnungen mit Walhaien machen das Schnorcheln am Ningaloo Reef zu einem unvergesslichen Erlebnis. (Foto Tourism Western Australia)

Zwischen März und Juli, zur Zeit der Korallenblüte, erleben Taucher und Schnorchler vor der westaustralischen Küste dann tatsächlich eine Unterwasserbegegnung der ganz besonderen Art. Auch wenn die Größe der Walhaie erst einmal einschüchtert ist. Denn die riesigen Fische können bis zu 16 Meter lang werden. Sie filtern bis zu 6.000 Liter Meerwasser pro Stunde durch ihre Kiemen. Und doch  ist es völlig ungefährlich mit den sanften Riesen zu schwimmen.

Mehr Nähe zum Walhai geht wohl kaum. (Foto Tourism Western Australöia)

Mehr Nähe zum Walhai geht wohl kaum. (Foto Tourism Western Australöia)

Nur mit Flossen, Maske und Schnorchel ausgerüstet, stehen die zweibeinigen Schwimmer für den Star des Riffs unter Wasser Spalier. Die riesige Schwanzflosse von rechts nach links schwingen zu sehen, während der Walhai im Wasser vorbeizieht, ist ein Anblick, den man so schnell nicht vergisst.

Forscher des Schutzprogramms ECOCEAN gehen davon aus, dass sich jedes Jahr etwa 1.300 Walhaie am Riff aufhalten. Identifiziert werden die Individuen anhand ihrer unverwechselbaren Fleckenmuster.

Nachhaltiges Whale-Spotting

Ein gigantischer Buckelwal-Koloss verschafft sich etwas Luft. (Foto Tourism Western Australia)

Ein gigantischer Buckelwal-Koloss verschafft sich etwas Luft. (Foto Tourism Western Australia)

Während der Saison liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Teilnehmer einer Bootstour einen Walhai zu sehen bekommen, bei über 90 Prozent. Dies ist auch den sogenannten „Spotter Planes“ zu verdanken, Flugzeugen, die den Ausflugsschiffen die Position der Walhaie aus der Luft durchgeben.

Und dennoch ist der Walhai-Tourismus am Ningaloo Reef sehr viel nachhaltiger als an anderen Orten auf der Welt. Es gibt strenge Regeln, wie viele Schwimmer gleichzeitig mit dem Fisch im Wasser sein dürfen und wie viel Abstand sie halten müssen. Touren starten ab Coral Bay und Exmouth und sollten unbedingt im Voraus reserviert werden.

Delfine hautnah erleben

Foto Tourism Western Australia)

In Monkey Mia lassen sich Delfine sogar vom Strand aus füttern. (Foto Tourism Western Australia)

Monkey Mia gehört zu den wenigen Orten der Welt, an denen Begegnungen mit Delfinen so gut wie garantiert sind. Seit über 40 Jahren kommen die wilden Delfine (Große Tümmler), die hier leben und an Menschen gewöhnt sind, bis in das flache Wasser am Strand von Monkey Mia. Besucher können mehrmals täglich einer Fütterung beiwohnen, die von den Forschern vor Ort durchgeführt wird.

Während die Gäste knietief im Wasser stehen, schwimmen die Delfine nur wenige Meter vom Ufer entfernt an ihnen vorbei. Die Delfine von Monkey Mia sind jedoch nicht nur eine beliebte Touristenattraktion, sondern vielmehr Gegenstand eines führenden, internationalen Forschungsprojekts, welches das Verständnis für diese faszinierenden Tiere verbessern soll.

Wie hier bei Rockingham lassen sich Delfine teilweise auch von Land aus gut beobachten. (Foto Anouck Van Dyck)

Wie hier bei Rockingham lassen sich Delfine teilweise auch von Land aus gut beobachten. (Foto Anouck Van Dyck)

Besucher und Forscher können die Delfinfamilien jeden Tag direkt vom Strand aus dabei beobachten wie sie jagen, spielen, ihr Territorium verteidigen und ihren Nachwuchs großziehen. Wenn die Delfine beim Jagen die Fische bis ins flache Wasser direkt am Ufer treiben, freuen sich darüber nicht nur die Besucher. Auch die Pelikane vor Ort warten geduldig, lassen die Delfine ihre Arbeit machen und stibitzen dann schnell den ein oder anderen Fisch.

Schwimmvergnügen mit Delfinen

Reisende, die schon immer davon geträumt haben, mit Delfinen zu schwimmen, kommen in Westaustralien ebenfalls auf ihre Kosten. Nur eine kurze Autofahrt südlich von Perth bieten Rockingham Wild Encounters und Bunbury’s Dolphin Discovery Touren an, bei denen Besucher Delfinen in freier Wildbahn im Wasser begegnen. Die Bootstouren finden in den geschützt gelegenen Gewässern des Shoalwater Marine Park (Rockingham) und der Koombana Bay (Bunbury) statt.

Bei Rockingham und Bunbury lässt sich die Spiellaune der Delfine sogar hautnahe erleben. (Foto Garry Norris Photography)

Bei Rockingham und Bunbury lässt sich die Spiellaune der Delfine sogar hautnahe erleben. (Foto Garry Norris Photography)

Sobald der Kapitän eine Gruppe Delfine in „Spiellaune“ entdeckt hat, heißt es „Schnell, ab ins Wasser!“ Schon zischen die Meeressäuger direkt neben und unter den Schwimmern vorbei und sehen sie neugierig an, so als wollten sie sagen: „Was macht ihr denn hier?!“ Auf dem Rückweg, noch ganz berauscht vom Erlebnis im Wasser, freuen sich die Teilnehmer dann über die Delfine, die dem Boot hinterherjagen und immer wieder aus dem Wasser springen.

Gigantische Wale beobachten

Je nach Jahreszeit tummeln sich verschiedene Walarten in diesem Teil von Australien (Foto Marco Russo)

Je nach Jahreszeit tummeln sich verschiedene Walarten in diesem Teil von Australien. (Foto Marco Russo)

Für Fans von Walen ist Westaustralien zwischen Mai und Dezember der „Place to Be“. Im australischen Winter verlässt eine der größten Buckelwal-Populationen der Welt das nahrungsreiche Südpolarmeer. DieMeeressäuger machen sich dann auf den Weg zu den Brutplätzen in den tropischen Gewässern der Kimberley-Region. An vielen Küstenabschnitten Westaustraliens kann man die Wale wunderbar vom Land aus beobachten.

Wer den riesigen Meeressäugern näher kommen möchte, der kann an einer „Whale Watching Cruise“ teilnehmen. Diese starten je nach Jahreszeit entweder ab Broome, Exmouth, Coral Bay, Denham, Kalbarri oder Geraldton. Aber auch von  Perth, Busselton, Dunsborough, August, Albany und Esperance aus.

Die riesigen Buckelwale setzen nicht selten zu spektakulären Sprüngen an. (Foto Tourism Western Australia)

Die riesigen Buckelwale setzen nicht selten zu spektakulären Sprüngen an. (Foto Tourism Western Australia)

Beeindruckend ist schon allein die Größe der Buckelwale. Die Meeressäuger werdenbis zu 18 Meter lang. Sie sind zig Tonnen schwer „Humpies“, wie die Westaustralier sie liebevoll nennen, sind für ihr verspieltes Temperament bekannt. Sie nur 30 Meter vom Boot entfernt aus dem Wasser springen zu sehen und sie dabei zu beobachten, wie sie dabei ihre Flossen auf die Wasseroberfläche klatschen lassen, ist ein unvergessliches Schauspiel.

Auge in Auge mit dem Buckelwal

Am Ningaloo Reef, wo erwachsene Tiere und Jungtiere zwischen August und Oktober auf ihrem Rückweg in die Antarktis rasten, können Besucher im Jahr 2016 erstmals auch mit Buckelwalen schwimmen. Ihnen Auge in Auge im Wasser zu begegnen, ist ein außergewöhnliches Erlebnis!

Wagemutige können nun sogar mit Buckelwalen schwimmen gehen. (Foto Tash Press)

Wagemutige können nun sogar mit Buckelwalen schwimmen gehen. (Foto Tash Press)

Dass gerade vor der Küste Westaustraliens Wale wieder so zahlreich sind, ist eine äußerst positive Nachricht. Walfänger hatten bis Mitte des 20. Jahrhunderts beinahe die gesamte Population ausgerottet. Fast 95 Prozent des Walbestands war verschwunden. Seit die Jagd auf Buckelwale im Jahr 1963 gesetzlich verboten wurde, hat sich der Bestand erholt. Und jedes Jahr um etwa 10 Prozent zugenommen. Inzwischen hat die Population, fast wieder ihre ursprüngliche Größe erreicht.  Heute werden schließlich wieder gut 30.000 Individuen gezählt.

Neben Buckelwalen können Besucher in Westaustralien auch Südliche Glattwale, Zwergwale und Blauwale beobachten. Wer Orcas aus nächster Nähe erleben möchte, der kann zwischen Januar und April an einer Bootstour zum Bremer Bay Canyon, einem marinen Hotspot vor der Küste von Albany teilnehmen. Hier wurden an einem Tag schon über 100 Schwertwale gesichtet, die Wahrscheinlichkeit, diese Tiere zu sehen, beträgt so gut wie 100 Prozent.

Mit Mantarochen schnorcheln

Überaus majestätisch gleiten die riesigen Mantarochen durchs Wasser. (Foto Tourism Western Australia)

Überaus majestätisch gleiten die riesigen Mantarochen durchs Wasser. (Foto Tourism Western Australia)

Mantarochen sind das ganze Jahr über am Ningaloo Reef anzutreffen, besonders vielen Individuen begegnet man zwischen Mai und September. Der beste Ort, um diese eleganten Fische zu beobachten, ist Coral Bay, ein Schnorchler-Paradies etwa 150 Kilometer südwestlich von Exmouth. Touranbieter bringen Schnorchler zu einer „Putzstation“. Hier erhalten die Mantas eine Art „Spa-Anwendung“, nur dass sie nicht von Masseuren behandelt werden, sondern von einer Gruppe Putzerfische, die es kaum erwarten kann, sie von Parasiten, Bakterien und alten Schuppen zu befreien.

Mantarochen sind wenig scheu. Mit anmutiger Eleganz gleiten sie durchs Wasser. Ihre Flossen erreichen eine Spannweite von bis zu fünf Metern. Die Flossen wirken dann auch fast wie Flügel. Und die tragen die riesigen Rpchen scheinbar schwerelos dahin. Wenn die Tiere nicht Loopings machen und neugierig um die Schwimmer kreisen, sondern es eilig haben, hat man keine Chance ihr Tempo zu halten. Denn die Mantas sind bis zu 40 Stundenkilometer schnell.

Auch unabhängig von den Big Five gibt es in der australischen Unterwasserwelt einiges zu entdecken. (Foto Tourism Western Australia)

Auch unabhängig von den Big Five gibt es in der australischen Unterwasserwelt einiges zu entdecken. (Foto Tourism Western Australia)

Als zweibeiniger Schwimmer kommt man sich dagegen ziemlich schwerfällig vor. Und dennoch ist die Begegnung mit ihnen ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst. Vor allem wenn man, wie am Ningaloo Reef häufig der Fall, von einem halben Dutzend Tieren gleichzeitig umkreist wird. Zwischen Juni und November kommen die Mantarochen dann auch bis nach Exmouth.

Grazile Meeresschildkröten

An der Coral Bay sind Begegnungen mit Meeresschildkröten keine Seltenheit. (Foto Greg Snell)

An der Coral Bay sind Begegnungen mit Meeresschildkröten keine Seltenheit. (Foto Greg Snell)

Für Besucher, die am Ningaloo Reef schnorcheln gehen, stehen die Chancen gut, einer Meeresschildkröte zu begegnen. Dies ist ohne Frage ein beeindruckendes Erlebnis. Doch diese kann nicht mit einer Begegnung an Land mithalten.

Jedes Jahr im australischen Sommer machen sich grüne Meeresschildkröten und Karettschildkröten zur Eiablage auf den Weg ans Ningaloo Reef. Zwischen Dezember und Februar kommen die Weibchen nachts bei Flut an Land- Sie graben dann im Sand ein Loch und legen ihre Eier darin ab. Sechs Wochen später kämpfen sich die frisch geschlüpften Babyschildkröten an die Oberfläche. Und sofort danach machen sie sich hastig auf den Weg Richtung Wasser.

Auch das Schnorcheln am Ningaloo Reef eröffnet herrliche An- und Aussichten. (Foto Tourism Western Australia)

Auch das Schnorcheln am Ningaloo Reef eröffnet herrliche An- und Aussichten. (Foto Tourism Western Australia)

Auf geführten nächtlichen Touren folgen Besucher im Schein der Taschenlampe den Spuren der Schildkröten. Sie können sowohl die Eiablage als auch später den Spurt der Kleinen zum Wasser aus nächster Nähe erleben. Und dies, ohne dabei zu stören. Ausgangspunkt für die Touren ist das Jurabi Turtle Centre. Weitere Informationen unter www.westernaustralia.com.